Freitag, 18. Oktober 2019

US-Investor sichert sich weitere Anteile an Axel Springer Springer-Erben verkaufen KKR ein Aktienpaket

Der Verlag Axel Springer gehört jetzt zu 77 Prozent dem US-Finanzinvestor KKR, Springer-Chef Mathias Döpfner und der Verleger-Witwe Friede Springer

Die Enkel des Verlegers Axel Springer haben sich von einem Teil ihres Erbes getrennt. Ariane Melanie und Axel Sven Springer hätten das Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors KKR angenommen, teilte die Beteiligungsgesellschaft am Freitag mit. Die Geschwister, die bislang mit zusammen 9,8 Prozent an Springer beteiligt waren, haben KKR rund 3,7 Prozent angedient. Dieses Paket hat nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters bei einem Übernahmepreis von 63 Euro pro Aktie einen Wert von gut 250 Millionen Euro. Mit ihren restlich gehaltenen Aktien bleiben die Nachkommen von Axel Springer weiterhin als unabhängige Aktionäre an dem Unternehmen beteiligt.

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KKR hat sich mit Axel Springers Witwe Friede und Vorstandschef Mathias Döpfner zusammengetan, die zusammen 45,5 Prozent am Konzern halten, um den Konzern ins Digital-Zeitalter zu führen. Das Trio kommt nun auf 77 Prozent an Axel Springer. "Meine Schwester und ich sind von dem unternehmerischen Konzept für die Weitentwicklung von Axel Springer überzeugt. Wir unterstützen deshalb das Übernahmeangebot und wollen mit dem verbleibenden Teil unserer Beteiligung den Wandel und das Wachstum des Unternehmens weiter begleiten", sagte Axel Sven Springer. Das Übernahmeangebot von KKR endet am 21. August.

Axel Springer hatte am Mittwoch Zahlen vorgelegt: Der konzernweite Umsatz ist im ersten Halbjahr von 1,56 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,53 Milliarden Euro zurückgegangen. Auch wegen Investitionen in die Digitalisierung und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot musste Springer einen Rückgang beim Gewinn hinnehmen. Unter dem Strich verringerte sich der Konzernüberschuss im Zeitraum Januar bis Juni von 185,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 133,4 Millionen Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Konzernüberschuss sank von 169,8 Millionen auf 115,2 Millionen Euro.

jl/rtr/dpa

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