Freitag, 24. Mai 2019

Testfahrt im Opel Insignia Ein bisschen Premium

Opel Insignia: Großes Versprechen in der Mittelklasse
Opel

Opels neuer Insignia muss sich in seiner Topausführung nicht mehr vor Audi und Co. verstecken.

Leichter, tiefer, geräumiger und schnittiger. Beim neuen Opel Insignia, dem Flaggschiffmodell der Rüsselsheimer, haben die Entwickler vieles anders und so manches besser gemacht: Der Radstand wurde gestreckt, die Karosserie verlängert, coupéhafter und insgesamt um 175 Kilo abgespeckt. Das Fahrwerk haben sie deutlich strammer ausgelegt, die Sitzposition um drei Zentimeter abgesenkt, und ein Head-up-Display als Extra ins Sortiment genommen. Es gibt Klima- und Massagesitze, eine innovative Scheinwerfertechnologie und einen OnStar-Service, der Hotels bucht und Parkplätze reserviert.

Ausfahrt
Andreas Chudowski
Michael O. R. Kröher
testet jeden Monat ein anderes Führungs-kraftfahrzeug.

Doch reicht all das, um BMW, Audi und anderen Premiummarken die Stirn zu bieten? Wie viel Premium steckt im Insignia?

Die Antwort darauf suche ich auf der A3 und den anspruchsvollen Landsträßchen links und rechts der Lahn. Gleich beim Einsteigen fällt auf, wie schlank und raffiniert die Karosserie gezeichnet ist; die tiefgezogene Nase erinnert an Teslas Model S.

Drinnen herrscht Premium pur: edles Leder, viel Kopfraum und Kniefreiheit im Fond, gut ablesbare Rundinstrumente mit ähnlicher Typografie wie bei Mercedes, fein einrastende Kipp- und Drehschalter wie bei Audi, schlanke Lichtleiter und spitzwinklige Aluminiumkonturen um klavierlackierte Flächen wie bei noch teureren Marken.

Das alles gibt's nur in der Topausführung Business Innovation, aber immerhin. Und egal wie viele Extras man bestellt: Im Vergleich etwa zu BMWs 3er GT bleibt der Insignia immer einen fünfstelligen Betrag günstiger.

Opel Insignia
Technik
260 PS (2.0 Direct Injection Turbo)
191 kW
197 - 199 g/km CO2-Emission
Dynamik
7,3 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
250 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 43.035 Euro

Auf der Autobahn hinterlässt der Insignia einen guten Eindruck; die Straßenlage ist stabil, Dämpfung und Federung sind komfortabel. Daran ändert sich auch nichts, als ich in den Sportmodus schalte. In Kurven fährt sich der Opel daher ein wenig hüftsteif. Auf den bergigen Landstraßen des Taunus bringt der Zweiliter-Turbobenziner mit seinen 260 PS einen erfreulichen Vortrieb, der neue "Torque-Vectoring"-Algorithmus des Allradantriebs lässt ein gut dosierbares Übersteuern zu, denn er verteilt die Kraft schneller und in Kurven vor allem auf die äußeren Räder. Durch Serpentinen steuere ich mit dem Gaspedal.

Das neue Matrix-LED-Licht leuchtet die Fahrbahn ähnlich wie bei Audi und Mercedes gut aus (inklusive Kurvenlicht). Und Spotify-Jünger kommen im Insignia auch nicht zu kurz: Die App lässt sich per Android Auto oder Apple CarPlay direkt auf dem Bildschirm nutzen.

© manager magazin 6/2017
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