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Autotest: Unterwegs im Honda NSX

Foto: HONDA

Testfahrt im Honda NSX Gruß aus dem Kiesbett

Der neue Honda NSX kann sich locker mit anderen Supersportwagen messen. Seine 581 PS verlangen Gewöhnung und Übung.

Diese Fahrt muss vom Schluss her erzählt werden, denn sie endet im Kiesbett einer ehemaligen Formel-1-Rennstrecke. Woran nicht das Auto schuld ist.

Bei dem Testfahrzeug handelt es sich um die Neuauflage des legendären Honda NSX (das Kürzel steht für New Sports Experience). Der Hybrid-Supersportwagen kann es mit jedem Ferrari, Lamborghini oder McLaren aufnehmen. Gleich vier Maschinen sorgen für eine stets optimale Kraftverteilung - auch in Kurven: Der temperamentvolle Biturbo-Benziner und ein Elektromotor wirken auf die Hinterachse, die Vorderräder werden einzeln beschleunigt oder abgebremst von jeweils einem Elektroaggregat. Das Quartett leistet satte 581 PS.

Schon der Einstieg wird zum Abenteuer, obwohl der Zweisitzer ohne Flügel-, Scheren- oder sonstige Türenmätzchen auskommt. Aber das Dach ist niedrig, der Türschweller breit und die Sitzfläche ganz unten. Sie lässt sich auch nicht in der Höhe verstellen. Der Schwerpunkt des Supersportlers soll der tiefste seiner Klasse bleiben.

Der längs eingebaute V6-Mittelmotor und die Hochvoltakkus sind so perfekt um den Fahrer gruppiert, als sei ein Feng-Shui-Berater engagiert worden. Und der Motor röhrt ins Cockpit, dass es eine wahre Freude ist. Es sei denn, der Fahrer legt den Quiet-Modus ein: ein schalldämpfendes Zugeständnis an empfindliche Mitmenschen, das aus dem brüllenden Monster bei Bedarf einen Asphaltschleicher macht. Ein Normal- oder gar Komfortfahrprogramm gibt es nicht, nur Sport, Sport+ und Track. Das ESP lässt sich auch ganz ausschalten.

581 PS/427 kW Systemleistung (505-PS-V6-Biturbo-Benziner, Hinterachse: 48-PS-E-Motor, Vorderachse: zwei E-Motoren à 37 PS)
228 g/km CO2-Emission

Die Ausfahrt, bei der Hondas neuer Technologieträger seine Straßenqualitäten beweisen soll, führt durchs Küstengebirge hinter Lissabon. Hier zeigt das Navi Schwächen, ist schwer bedienbar und macht unklare Ansagen. Und die 104 Millimeter Bodenfreiheit reichen bei Weitem nicht aus für die vielen Tempobremsen in den portugiesischen Ortsdurchfahrten. Auf den künstlichen Schwellen setzt der NSX regelmäßig auf.

Die wahren Qualitäten der stets optimierten Drehmomentverteilung beweist der Supersportler später auf der Rennstrecke von Estoril. Die Kurvengeschwindigkeiten, die sich mit diesem "Torque Vectoring" erzielen lassen, sind atemberaubend, der Wagen klebt auch ohne Spoiler derart griffig auf dem Asphalt, dass ich übermütig werde - und zu spät, zu zaghaft bremse. In einer sich zuziehenden Kurve treibt dieser Fahrfehler dann selbst den Honda von der Straße. Und lehrt mich Respekt vor japanischer Hightech.

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