Aktientipp: Continental Auge und Gehirn für die Auto-Revolution

Nicht Google oder Apple heißt der Gewinner der nächsten automobilen Revolution, sondern Conti.
Von Hendrik Leber
ARCHIV - Der Schriftzug "Continental" steht am 23.09.2014 auf dem Messestand des Autozulieferers Continental bei der IAA Nutzfahrzeuge in der Messe Hannover (Niedersachsen) auf einem LKW-Reifen. Foto: Ole Spata/dpa (zu dpa "Conti kann weiter auf Gewinntreiber Reifen zählen - Jahresziel erhöht" vom 03.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

ARCHIV - Der Schriftzug "Continental" steht am 23.09.2014 auf dem Messestand des Autozulieferers Continental bei der IAA Nutzfahrzeuge in der Messe Hannover (Niedersachsen) auf einem LKW-Reifen. Foto: Ole Spata/dpa (zu dpa "Conti kann weiter auf Gewinntreiber Reifen zählen - Jahresziel erhöht" vom 03.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Foto: Ole Spata/ picture alliance / dpa
Hendrik Leber

Hendrik Leber zählt zu den profiliertesten deutschen Value Investoren und Fondsmanagern.

Als Kind habe ich mit Begeisterung Dagobert-Duck-Geschichten gelesen (später bin ich dann auf Warren Buffett umgestiegen). In dessen Geldspeicher hing immer ein Bild, das aussah wie ein umgekehrter Blitz. Stets zackig, immer von links unten nach rechts oben. Firmen, die solche Bilder produzieren, liebe ich heute genauso wie früher den Geldspeicher mit dem DD-Logo in Entenhausen.

Continental (Kurswerte anzeigen) kommt meinem Idealbild dabei ziemlich nahe. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13, einem Börsenwert von 38 Milliarden Euro und einem Umsatz von 39 Milliarden Euro ist die Aktie angesichts des Wachstums attraktiv bewertet. Die globale Nummer zwei der Autozulieferer macht ja längst mehr als nur Reifen, auf das Geschäft entfallen lediglich noch 26 Prozent der Erlöse. Der Reiz an Conti liegt in der Neuerfindung des Automobils.

Schon heute lagert die Autoindustrie große Teile der Produktion an ihre Zulieferer aus. Die montieren ganze Komponentengruppen vor; nicht nur den Tacho, sondern das gesamte Armaturenbrett. Beim Auto von morgen, das hybrid oder elektrisch, auf alle Fälle aber selbstfahrend sein wird, dürfte diese Auslagerung noch viel weiter gehen.

Ein Elektroauto hat künftig noch vier Räder, eine Batteriebodenplatte, einen Elektromotor, eine Karosserie und den Innenraum. Hinzu kommen Augen und Gehirn. Kameras, Laser, Ultraschall, Sensoren und Radar übernehmen die Funktion des Auges, ein Computer wird diese Bilder erfassen und das Auto dann selbstständig steuern. Das Gehirn muss Straßenmarkierungen, GPS-Signale, andere Fahrzeuge sowie alle erkennbaren Hindernisse aufnehmen und spuckt dann Lenkrichtung und Geschwindigkeit aus.

Die ersten selbstfahrenden Autos waren in Deutschland bereits 1986 unterwegs, die Herausforderer Tesla (Kurswerte anzeigen), Apple (Kurswerte anzeigen) oder Google (Kurswerte anzeigen) tauchten erst viel später auf. Sobald aus den Prototypen und Kleinserien eine echte Massenproduktion wird, steigt Continental zum entscheidenden Player auf. Ob im Jahr 2025 erst 10 oder bereits 100 Millionen Autos mit Fahrassistenzsystemen ausgestattet sein werden, ist noch unklar. Sicher ist nur, dass die Hersteller an Continental als Lieferant dann noch weniger vorbeikommen als heute schon.

Der Konzern rechnet sich bei den Steuerungsmodulen einen globalen Marktanteil von 25 Prozent aus. Das Umsatzpotenzial ist für mich vorgezeichnet, die gerade Linie kann nach rechts oben weitergezogen werden.