Montag, 19. August 2019

Wie Audi, BMW und Mercedes gegen Elon Musk bestehen wollen Alle gegen Tesla - Deutschlands digitale Car-Guys

Autoindustrie: Deutsche Autobauer im Existenzkampf
BMW

Audi, BMW und Mercedes müssen gegen Apple, Google und Tesla bestehen. Die Chefs haben das begriffen, aber viele Manager verkennen noch den Ernst der Lage, wie ein Report aus der April-Ausgabe von manager magazin zeigt.

Rückblick, Dezember 2005: Showtime! Im Red-Bull-Hangar am Salzburger Flughafen schwört der Audi-Vorstand die Führungskräfte auf die neuen Visionen ein: auf die "Route 2015". 1,5 Millionen Autos wollen sie pro Jahr verkaufen, fast doppelt so viele wie 2004. 10 Prozent operative Umsatzrendite sollen es werden. Die knapp 5 Prozent Profit der Vergangenheit erscheinen Audi-Chef Martin Winterkorn und seinem Finanzchef Rupert Stadler viel zu bescheiden. Das Duo will an die Spitze, BMW Börsen-Chart zeigen und Mercedes überholen.

März 2016. Wieder brütet der Audi-Vorstand über einer Strategie für die nächsten zehn Jahre. Inzwischen führt Stadler den Ingolstädter Autohersteller. Nur die Zukunftsvision ist heute eine ganz andere. Stadler ist jetzt nicht mehr der Angreifer. Er muss verteidigen.

Erster, Zweiter, Dritter, knapp vor oder hinter BMW und Mercedes? Egal. Es geht nun gegen Gegner, die 2005 noch Computer herstellten oder Software programmierten, wenn sie überhaupt schon gegründet waren.

Die Rivalen von morgen heißen Apple Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen, Tesla Börsen-Chart zeigen und Uber. Und sie sind gefährlicher als die Kollegen in Stuttgart und München - weil unberechenbarer.

"Out! Of! Business!" - deutsche Autobauer im Überlebenskampf

Wer nicht bald die Stacheln ausfahre, sagt Rupert Stadler, wer nicht schleunigst Geschäftsmodelle entwickle für die Zukunft, der sei: "Out! Of! Business!" Intern sei er noch deutlicher geworden, zitieren staunende Audi-Manager ihren Chef: Es gehe ums Überleben, "auch für Audi".

Moment mal. Kampf ums Überleben? Out of Business? Rast die Autoindustrie nicht gerade durch die beste Phase ihrer Geschichte? Die deutschen Hersteller haben hierzulande trotz Globalisierung Zehntausende neue Arbeitsplätze geschaffen; allein die vier Luxusmarken verdienten im vergangenen Jahr 25 Milliarden Euro.

Und jetzt plötzlich Überlebenskampf und Umbau des kompletten Geschäftsmodells? "Da kommen viele unserer Mitarbeiter nicht mehr mit", gesteht Stadler. "Wir brauchen aber ein Bedrohungsszenario; wir müssen die Gefahr so vermitteln, dass die Menschen wirklich gepackt werden."

© manager magazin 4/2016
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