Donnerstag, 17. Oktober 2019

Wie Audi, BMW und Mercedes gegen Elon Musk bestehen wollen Alle gegen Tesla - Deutschlands digitale Car-Guys

Autoindustrie: Deutsche Autobauer im Existenzkampf
BMW

5. Teil: III. Toyota - der unterschätzte Pionier

Der japanische Weltmarktführer rüstet sich für die Zukunft. Und bastelt an i-Road, einer eigenen Uber-Konkurrenz. Toyota hält - trotz aller Rückschläge - an der Brennstoffzelle fest und war mit dem Hybrid Vorreiter des Elektrotrends. Vor allem aber werden die Japaner wegen ihrer operativen Exzellenz gefürchtet. Die Umsatzrendite liegt bei rund 10 Prozent, herausragend für einen Massenhersteller. Mitverantwortlich dafür ist ausgerechnet ein Franzose: Didier Leroy (58).

Der Mann war einmal ein ganz normaler Werksleiter bei Renault Börsen-Chart zeigen. Bis er Ende der 90er Jahre zu Toyota wechselte, dort erst ein Werk aufbaute und dann das hochdefizitäre Europa-Geschäft sanierte. Inzwischen hat ihn Konzernchef Akio Toyoda (59) als ersten Ausländer zu einem seiner Vizechefs erkoren. Leroy verantwortet die Märkte in Nordamerika, Europa und - ja! - auch Japan; er steht für 6 Millionen verkaufte Autos und sagenhafte 18 Milliarden Euro Gewinn im Jahr.

Leroy ist der Mann fürs Operative, er finanziert Toyotas Zukunft.

"Das derzeitige Geschäftsmodell wird immer weniger funktionieren", sagt Leroy. "Das Wachstumstempo wird deutlich sinken, ein zunehmender Teil des Gewinns muss aus neuen Segmenten kommen." Also reagiert Leroy. Fährt die Investitionen herunter, setzt auf flexiblere Werke und hält sich an das Dogma von Konzernchef Akio: "Nur so schnell wachsen, wie wir es verkraften können. Nachhaltig wie ein Baum." Der nüchterne Franzose wird pathetisch: "Jedes Jahr ein Ring, abhängig von Wetter und Boden mal dünner, mal breiter." Das mache den Konzern so stark.

Auf den Tesla S und das neue Model X haben jedoch auch die Japaner noch keine Antwort.

© manager magazin 4/2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung