Montag, 27. Mai 2019

Wie Audi, BMW und Mercedes gegen Elon Musk bestehen wollen Alle gegen Tesla - Deutschlands digitale Car-Guys

Autoindustrie: Deutsche Autobauer im Existenzkampf
BMW

2. Teil: BMW: "Nur wenige begreifen, wie ernst es ist"

"Nur wenige begreifen, wie ernst es ist", stimmt BMW-Chefentwickler Klaus Fröhlich (55) seinem Rivalen zu. "Die neuen Dienste lassen sich nur zum Teil monetarisieren." Fröhlich meint damit die Investitionen in gewaltige Rechnerkapazitäten, in Mobilitäts-Apps und zusätzliche Services. Es gehe darum, "unser Industriegeschäft zu sichern". Rund 80.000 Arbeitsplätze, allein in Deutschland.

Ein Daimler-Topmann, der nicht genannt werden will, fasst die "Krux" so zusammen: "Wir stehen so gut da wie nie. Unsere Absatzzahlen werden weiter deutlich steigen." Deshalb investiere Daimler Börsen-Chart zeigen auch in neue Werke, "die wir wahrscheinlich bald nicht mehr brauchen werden". Denn die fetten Jahre sind vorbei. Der Einbruch werde kommen, bei Absatz und Gewinn, prophezeit der Manager. "Wir wissen nur nicht, wie schnell und wie steil."

Elon Musk geht steil: "Zwei Millionen Tesla im Jahr 2025"

Das hängt ganz entscheidend davon ab, was die neue Konkurrenz treibt. Wann Apple mit dem iCar kommt, wann Googles Ei fahrerlos als Robo-Taxi durch die Metropolen kurvt und ob Tesla es 2025 tatsächlich schafft, zwei Millionen Elektroautos zu verkaufen, wie Elon Musk (44) großspurig angekündigt hat.

Besonders spannend wird, ob sich Uber-Chef Travis Kalanick (39) an eine Vereinbarung mit Daimler-Chef Dieter Zetsche (62) erinnert. Mehr als 100.000 Exemplare des Flaggschiffs S-Klasse will er Mercedes angeblich langfristig abnehmen - wenn das Modell nach 2020 autonom fährt.

Der Uber-Deal wäre eine Chance. Die Herren Zetsche, Stadler und auch BMW-Chef Harald Krüger (50) sehen sich derzeit eher als Verteidiger. Sie müssen sich zügig auf die neue Ära vorbereiten, neue, sauberere Antriebe entwickeln, vernetzte und selbstständig fahrende Autos. Dazu werden sie viel mehr Geld ausgeben als heute. Die Erträge werden schrumpfen wie Benzinvorräte bei Vollgas.

Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Bain kommen die Autohersteller 2025 im Schnitt nicht einmal mehr auf 3 Prozent Marge (ohne Servicegeschäft). Bis 2030 werde das autonome Fahren die alte Ordnung zusätzlich durcheinanderbringen, sagt Bains Automobilchef Klaus Stricker voraus. Den Traditionskonzernen drohe eine "Degradierung" zum reinen Zulieferer von Hardware für die neuen Herren, die Digital Car Guys.

Was nun, ihr glorreichen drei?

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