Achten Sie auf: Susanne Wiegand Diese Frau saniert drei deutsche Werften auf einmal

Die Schiffsbau-Chefin saniert gleich drei deutsche Traditionswerften.
Susanne Wiegand

Susanne Wiegand

Foto: German Naval Yards/Christian Kiel

Das folgende Porträt stammt aus der Oktober-Ausgabe 2016 des manager magazins.

Fußballfeldgroße Hallen, in denen Eisenblätter zusammengeschweißt werden, tonnenschwere Kräne, die Schiffswände in Docks hieven - die Arbeit auf der ehemaligen HDW-Werft in Kiel ist was für echte Kerle. Umso mehr fällt die zierliche Frau mit dem blonden Pferdeschwanz und dem engen schwarzen Rock auf, die auf hochhackigen Pumps durch das Getümmel stakst: Susanne Wiegand (44), Co-Chefin der German-Naval-Yards-Gruppe (GNY).

Die Betriebswirtin, die sich früher als Consultant verdingte, übernahm 2007 die Leitung des Jachtherstellers Nobiskrug. Dann kam Wiegand mit Iskandar Safa (61) ins Geschäft. Der libanesischstämmige Industrielle kaufte erst Nobiskrug, danach HDW (ohne die U-Boot-Sparte) und die Lindenau-Werft. Den GNY-Dreierverbund vertraute er Wiegand und ihrem Kollegen Holger Kahl (59) an.

Das Duo - Kahl kümmert sich um die Jachten, Wiegand obliegt der Bau von Kriegsschiffen - hatte alle Hände voll zu tun, um die maroden Betriebe zu sanieren. Nobiskrug fuhr anfangs hohe Verluste ein, die HDW-Werft hat lange brachgelegen, Lindenau steckte in der Insolvenz. Es war ein Kraftakt, doch mittlerweile erzielt GNY mit 950 Mitarbeitern 350 Millionen Euro Umsatz und ein paar Millionen Euro operativen Gewinn.

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Nun hofft Wiegand, gemeinsam mit der britischen BAE Systems die Ausschreibung der Bundeswehr für den Bau von vier Kampfschiffen namens MKS 180 zu gewinnen. Auftragsvolumen: 3,15 Milliarden Euro. Und wenn der Coup nicht gelingt? Dann will sie trotzdem in der Werftenbranche bleiben. "Aus dem Schiffsbau komme ich nicht mehr raus, da hat mich ein Virus ergriffen", sagt Wiegand.

Gut möglich, dass die Managerin in ein paar Jahren international Karriere macht. Die europäische Marineindustrie muss sich neu zusammenschweißen. Da dürfte die Werftengruppe von GNY-Eigner Safa eine zentrale Rolle spielen. Wiegand, so vermuten Insider, hätte dann gute Chancen auf den Chefposten eines noch größeren Verbunds.