Sonntag, 21. Juli 2019

Ex-Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer über das Älterwerden The Old Kid on the Block

Bench entwickelte sich vom Skateboardlabel zur Marke der digitalen Hipster.

Das folgende Porträt stammt aus der März-Ausgabe 2017 des manager magazins.

Das Münchener Hauptquartier der jungen Modemarke Bench ist in einer alten Chipfabrik von Infineon. Firmenchef und Teilhaber Bruno Sälzer bittet in den Hof und fläzt sich, gleich neben dem Pool, in einen Fatboy. Er ist bestens gelaunt und durchgestylt sowieso.

manager magazin: Blöd gelaufen, Herr Sälzer, die Schlaghose ist zurück. Was nun?

Bruno Sälzer: Ist doch toll. In meiner Jugend war das eines meiner liebsten Teile. Ich habe dazu Stiefeletten getragen, mit Wahnsinnsabsätzen. Der Hammer!

mm: Dazu passt aber kein Hoodie.

Sälzer: Das machen wir passend. Ich hab Schlaghosen immer mit knallengen Hemden kombiniert, so eng, dass sie ständig aufgingen, das ist sogar auf meinem Abiturfoto verewigt.

mm: Solche Hemdchen hat Bench aber nicht im Angebot.

Sälzer: Der Hoodie bleibt. Man braucht sich nur mal die großen vier der digitalen Welt anzuschauen, Amazon Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen, Facebook Börsen-Chart zeigen, Google Börsen-Chart zeigen. Dort tragen alle Hoodie. Zur Schlaghose müsste er halt eng und shiny sein.

mm: Ein enger Hoodie? Sie sind jetzt 59, könnte es sein, dass Sie allmählich zu alt für Ihre Zielgruppe werden?

Sälzer: In der Mode unterscheiden wir immer weniger nach Alter. Es geht um Einstellung, Gefühl, Körperbewusstsein, Lebensstil. Wir klassifizieren nach Stil, nicht nach Alter.

mm: Trotzdem würden wir mal vermuten, dass sich Ihr Lifestyle von dem Ihrer T-Shirt-Testimonials deutlich unterscheidet.

Sälzer: Ehrlicherweise folge ich als Privatperson nicht jedem Trend. Mein Look war schon immer so ähnlich wie heute, der ist nie out. Mir geht es vor allem um Form und Kombination. Etwa bei meinen Lieblingsjeans von G-Star, sehr eng, die kaufe ich in allen Variationen ...

mm: ... und tun wahrscheinlich alles, damit die passen ...

Sälzer: Ich laufe zweimal die Woche und gehe dreimal ins Gym zum Krafttraining. Ich bleibe dran, sollte sich der Aufwand noch so steigern.

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