EU-Ost-Erweiterung Die Beitrittskandidaten

Die Kandidaten im Einzelnen.

Polen

Das Land

Einwohner: 39 Millionen
Fläche: 313.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Wachstum des BIP zwischen 1989 und 1999: 22 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 518 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU = 100)*: 39 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 68,3 Prozent
Importe aus der EU: 65,9 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 19,1 Prozent

Währung
Zloty;
freier Wechselkurs ("Free Floating")

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 5,5 Prozent
Inflation: 10 Prozent
Arbeitslosenquote: 14 Prozent
Budgetdefizit**: 2,2 Prozent

Urteil
Frühe Reformen haben das schnellste Wachstum der Region beschert. Polen dürfte als eines der ersten Länder beitreten.

Bulgarien

Bulgarien

Das Land
Einwohner: 8,2 Millionen
Fläche: 111.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Schrumpfung des BIP zwischen 1989 und 1999: 32 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 230 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU=100)*: 23 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 49,7 Prozent
Importe aus der EU: 45 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 25,7 Prozent

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 4 Prozent
Inflation: 2,5 Prozent
Arbeitslosenquote: 15 Prozent
Budgetdefizit**: 1,4 Prozent

Urteil
Das ärmste Bewerberland hat Reformen lange verschleppt - keine Chance auf raschen EU-Beitritt.

Rumänien

Rumänien

Das Land
Einwohner: 22,5 Millionen
Fläche: 238.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Schrumpfung des BIP zwischen 1989 und 1999: 26 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 243 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU=100)*: 27 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 64,5 Prozent
Importe aus der EU: 57,7 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 40 Prozent

Währung
Rumänischer Leu;
Informelle Orientierung am Euro ("Managed Floating")

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: -1 Prozent
Inflation: 40 Prozent
Arbeitslosenquote: 12 Prozent
Budgetdefizit**: 3,5 Prozent

Urteil
Späte Reformen, hohe Inflation, Armut - Rumäniens Weg in die EU ist noch weit.

Ungarn

Ungarn

Das Land
Einwohner: 10 Millionen
Fläche: 93.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Schrumpfung des BIP zwischen 1989 und 1999: 1 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 1764 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU = 100)*: 49 Prozent

Litauen

Lettland

Tschechien

Slowakei

Slowenien

Estland

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 72,9 Prozent
Importe aus der EU: 64,1 Prozent


Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 7,5 Prozent

Währung
Forint;
Orientierung am Euro, angekündigte Abwertungen

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 5,5 Prozent
Inflation: 9 Prozent
Arbeitslosenquote: 9 Prozent
Budgetdefizit**: 4 Prozent

Urteil
Top-Performer: Ungarn ist heißer Kandidat für schnellen Beitritt.



Litauen

Das Land
Einwohner: 3,7 Millionen
Fläche: 65.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Schrumpfung des BIP zwischen 1989 und 1999: 38 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 524 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU=100)*: 31 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 38 Prozent
Importe aus der EU: 50,2 Prozent


Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 21 Prozent

Währung
Litas;
feste Bindung an US-Dollar ("Currency Board")

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 2,5 Prozent
Inflation: 0,5 Prozent
Arbeitslosenquote: 8,0 Prozent
Budgetdefizit**: 3,0 Prozent

Urteil
Litauen hat relativ schwache Wirtschaftsbindungen an die EU. Es gehört zu den Schlusslichtern.



Lettland

Das Land
Einwohner: 2,4 Millionen
Fläche: 65.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Schrumpfung des BIP zwischen 1989 und 1999: 41 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 833 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU=100)*: 27 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 56,6 Prozent
Importe aus der EU: 55,3 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 18,8 Prozent

Währung
Lettischer Lat;
Bindung an Währungskorb

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 2,5 Prozent
Inflation: 3,5 Prozent
Arbeitslosenquote: 10 Prozent
Budgetdefizit**: 2,0 Prozent

Urteil
Lettland hat die Wirtschaftskrise nach 1989 längst nicht überwunden. Die Verhandlungen mit der EU sind noch nicht weit gediehen.



Tschechien

Das Land
Einwohner: 10 Millionen
Fläche: 79.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Schrumpfung des BIP zwischen 1989 und 1999: 5 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 1344 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU = 100)*: 60 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 64,2 Prozent
Importe aus der EU: 63,3 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 5,5 Prozent

Währung
Tschechische Krone;
informelle Orientierung am Euro ("Managed Floating")

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 2 Prozent
Inflation: 2,5 Prozent
Arbeitslosenquote: 9,5 Prozent
Budgetdefizit**: 4 Prozent

Urteil
Trotz wirtschaftlicher Probleme in den vergangenen Jahren gehört Tschechien zu den EU-Favoriten.



Slowakei

Das Land
Einwohner: 5,4 Millionen
Fläche: 49.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Wachstum des BIP zwischen 1989 und 1999: 1 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 381 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU=100)*: 46 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 55,8 Prozent
Importe aus der EU: 50,4 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 8,2 Prozent

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 2 Prozent
Inflation: 11 Prozent
Arbeitslosenquote: 20 Prozent
Budgetdefizit**: 3 Prozent

Urteil
Lange litt das Land unter einer instabilen politischen Lage. Später Beginn der Verhandlungen mit der EU. Die Slowakei gehört zur zweiten Kandidatenriege.



Slowenien

Das Land
Einwohner: 2 Millionen
Fläche: 20.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Wachstum des BIP zwischen 1989 und 1999: 8 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 574 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU=100)*: 68 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 65,5 Prozent
Importe aus der EU: 69,4 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 11,5 Prozent

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 5 Prozent
Inflation: 8 Prozent
Arbeitslosenquote: 14 Prozent
Budgetdefizit**: 1 Prozent

Urteil
Unter allen EU-Kandidaten ist die ex-jugoslawische Republik am weitesten fortgeschritten - wirtschaftlich wie auch in den Verhandlungen mit Brüssel.



Estland

Das Land
Einwohner: 1,5 Millionen
Fläche: 45.000 qkm

Entwicklung seit Öffnung
Schrumpfung des BIP zwischen 1989 und 1999: 24 Prozent
Ausländische Direktinvestitionen pro Kopf 1989 bis 1999: 1169 US-Dollar

EU-Vergleich
Wirtschaftskraft pro Kopf (EU=100)*: 36 Prozent

EU-Handel
(in Prozent aller Ex-, Importe)
Exporte in die EU: 55,1 Prozent
Importe aus der EU: 60,1 Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft 9,4 Prozent

Währung
Estnische Krone;
feste Bindung an die Mark, später Euro ("Currency Board")

Aktuelle Lage 2000
Wirtschaftswachstum: 4,5 Prozent
Inflation: 4 Prozent
Arbeitslosenquote: 12 Prozent
Budgetdefizit**: 1,3 Prozent

Urteil
Obwohl im EU-Vergleich arm, hat Estland große Reformerfolge vorzuweisen. Es dürfte als eines der ersten Länder beitreten.




* BIP pro Kopf (zu Kaufkraftparitäten) im Vergleich zum EU-Durchschnitt.
** Staatliches Haushaltsdefizit gemessen am BIP.
Quellen: DIW, Daniel Piazolo, DB Research, EBRD, EZB, HypoVereinsbank


Bilanz: Was die EU-Erweiterung kostet und bringt
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