Steuersparmodelle In Beton investieren

Anleger profitieren von hohen Renditen in Holland und den USA. In Deutschland lohnt der Einstieg nur an attraktiven Standorten.

Das Modell:

Ab etwa 20.000 Mark Mindesteinlage können Anleger in einen geschlossenen Immobilienfonds einsteigen. Die Laufzeit der Fonds ist offen. Meist lösen sie sich nach 10 bis 20 Jahren durch Gesellschafterbeschluss auf. Derzeit sind vor allem Beteiligungen an deutschen Gewerbeimmobilien, aber auch an Gebäuden in Holland und in den USA im Angebot.

Die Steuerstrategie:
Die meisten neuen Deutschland-Fonds machen Anfangsverluste von bis zu 50 Prozent der Fondseinlage. Ein Anleger mit einer 100.000-Mark-Beteiligung kann so mit bis zu 27.000 Mark Steuergutschrift im ersten Jahr rechnen. Veräußerungsgewinne aus Immobilien sind nach zehn Jahren steuerfrei.

Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne aus Holland-Fonds sind nahezu steuerfrei. Wer in US-Fonds investiert, muss seine Ausschüttungen mit maximal 40 Prozent und seinen Veräußerungsgewinn mit höchstens 20 Prozent versteuern. Eine zusätzliche Besteuerung in Deutschland findet nicht statt. Allerdings erhöhen die Auslandseinkünfte den persönlichen Steuersatz des Anlegers und belasten so sein übriges Einkommen (so genannter Progressionsvorbehalt).

Die Chancen:
Deutsche Immobilienfonds werden im kommenden Jahr durchschnittlich 5,1 Prozent der Anlagesumme ausschütten. Für Holland-Fonds gibt es 6,9 Prozent, und Käufer von US-Fonds bekommen im Schnitt sogar 7,3 Prozent. "Ziehen die Immobilienpreise an, gibt es obendrauf hohe Verkaufsgewinne, wenn der Fonds sich von seinen Objekten trennt", sagt Analyst Stefan Loipfinger.

Die Risiken:
Die Ausschüttungen hängen von Mieten und Leerstand in den Gebäuden ab. Beides ist bei Gewerbeimmobilien stark mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung verknüpft.

Immer sollten Anleger anhand der Leistungsbilanz des Initiators prüfen, ob der seine Versprechungen in der Vergangenheit eingelöst hat. Bei aktuellen Angeboten müssen den Prognoserechnungen im Prospekt marktgerechte Mietansätze zu Grunde liegen, und das Gebäude muss zu einem fairen Preis eingekauft sein.

Büros und Supermärkte
Aktuelle Beteiligungsangebote an deutschen und ausländischen Gewerbeimmobilien















Fonds/ Initiator/ Kontakt Objekt/ Fondsvolumen Mindest-
beteiligung
Prognos-
tizierte Ausschüt-
tungen*
Anlageurteil
Bayernfonds München, Berlin, Wiesbaden/ Bayernfonds /
Tel.: 0 89/4 89 08 20
Gewerbeimmo- bilien in München, Berlin, Wiesbaden/ 134,2 Millionen Mark 50.000 Mark plus 5 Prozent Agio von 5 Prozent ab 2001 steigend auf 6,5 Prozent bis 2012 gute Mischung aus drei viel versprechenden Standorten
Debis Beteiligungs- angebot 51/Debis Fonds- management/
Tel.: 07 11/1 79 47 20
Büroneubau, Modernisierungs- objekt in Bonn/ 139 Millionen Mark etwa 50.000 Mark plus 5 Prozent Agio von 6 Prozent ab 2001 steigend auf 8,5 Prozent bis 2020 sichere Einnahmen durch zehnjährigen Mietvertrag (DeTeImmo- bilien)
Sachwert Rendite-Fonds Holland 28/MPC/
Tel.: 0 40/38 02 22 42
acht Bürogebäude in den Niederlanden/ 64,3 Millionen Mark etwa 20.000 Mark plus 5 Prozent Agio von 7 Prozent ab 2000 steigend auf 9 Prozent bis 2009 breite Streuung; eingekauft zu einem günstigen Preis
Jamestown 21/ Jamestown/
Tel.: 02 21/3 09 80
Bürogebäude in Manhattan, New York/ etwa 1,4 Milliarden Mark etwa 67.000 Mark plus 5 Prozent Agio von 7 Prozent ab 2000 steigend auf 8 Prozent ab 2005 hohe Sicherheit durch langfristige Vermietung; günstiger Einkaufspreis
Triple Outlet World Ltd./ US-Treuhand/
Tel.: 0 61 51/3 64 80
drei Fabrik- Verkaufszentren in den USA/ etwa 640 Millionen Mark etwa 111.000 Mark plus 5 Prozent Agio von 8,5 Prozent ab 2000 steigend auf 11,5 Prozent bis 2010 sichere Ausschüt-
tungen, weil alle drei Center sehr erfolgreich sind
* Pro Jahr in Prozent der Beteiligungssumme.
Quelle: Stefan Loipfinger

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