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Fahrtest: Unterwegs im Mercedes CLS Shooting Brake

Foto: Michael Danner für manager magazin

Fahrtest Mercedes CLS Shooting Brake Eleganz mit Schuss

Das Kombicoupé CLS Shooting Brake erneuert eine Tradition bei Mercedes. Für das manager magazin hat sich der General Manager des neuen Luxushotels Waldorf Astoria in Berlin hinters Steuer gesetzt und ausprobiert, ob sich der fünfsitzige Sportwagen für den Dienstgebrauch eignen würde.

Berlin - Der Lackmustest für jedes Auto steht bei Friedrich W. Niemann schon vor dem ersten Losfahren an: Der General Manager des neuen "Waldorf Astoria"-Hotels in Berlin misst 2,02 Meter. Da geht es nicht nur um Kopffreiheit, sondern auch um Platz für die langen Beine. Doch siehe da: Beim Mercedes CLS Shooting Brake sind Sitz, Lehne und Lenkrad im Handumdrehen so eingestellt, dass sich der Testfahrer "nirgends beengt, sondern rundum wohl und sicher" fühlt.

Der 51-Jährige hat als Dienstwagen in jüngerer Zeit nur BMW-Modelle gefahren; von Mercedes kennt er aus eigener Erfahrung nur den eleganten CLS der ersten Serie. Umso neugieriger ist er auf die Weiterentwicklung jenes viertürigen Coupés zu einem fünfsitzigen Sportwagen mit großer Heckklappe, den die Pressemappe verspricht.

Historisch bezieht sich die Typenbezeichnung "Shooting Brake" auf jene Vehikel des britischen Landadels, an denen junge Kutschpferde ihr ungestümes Mütchen kühlen sollten, bevor sie Karossen mitsamt komfortsuchender Herrschaft ziehen durften. Diente dieses "Ausbremsfuhrwerk" dem Transport von Flinten, Büchsen und ähnlichem Jagdgerät, dann hatte es einen eher länglichen, flachen Aufbau - und wurde "Shooting Brake" genannt. Sportwagen-Ikonen wie Aston Martin oder Lotus verwendeten den Begriff in den Sechzigern erstmals für Sondermodelle. Am bekanntesten dürfte jedoch der Volvo 1800 ES aus den 70ern sein.

Lange Motorhaube und niedrige Scheiben - diese Tradition greift nun der neue, schnittige Mercedes auf. Von außen, meint Niemann, sehe man dem Schrägheckkombi sein Platzangebot im Inneren jedenfalls nicht an. Im Kofferraum findet sich etwa unter der großen, ebenen Ladefläche ein zusätzliches Fach. Und auf den Rücksitzen hat sogar der groß gewachsene Tester Platz.

Einleuchtendes Bedienkonzept im Cockpit

Das Bedienkonzept im Cockpit, welches bei Mercedes aus einzelnen Schaltern besteht, findet Niemann "einleuchtender und weniger kompliziert" als in seinem BMW. Dort muss er sich oft durch das vieldimensionale iDrive-Menü im zentralen Display klicken. Lediglich die "Lenkradschaltung" wirkt gewöhnungsbedürftig auf den Tester: Das Automatikgetriebe des Mercedes wird nicht über einen Wahlhebel auf dem Mitteltunnel bedient, sondern durch einen Schalter rechts an der Lenksäule.

Zu Beginn der Ausfahrt erfreut sich Niemann an Totwinkelwarner, Spurhalteassistent und anderen kameragestützten Hilfssystemen, die den Weg durch den dichten Berliner Stadtverkehr sicherer machen. Allerdings vermisst Niemann ein Head-up-Display. Sein Dienstwagen, ein BMW 535d Touring, ist damit ausgestattet.

Auf der Autobahn A 114 Richtung Berliner Ring wechselt der Tester dann per Knopfdruck vom Eco- in den Sport-Modus und freut sich fortan an der Spurtstärke. Der Sechszylinder-Turbodiesel liefert sein enormes Drehmoment von 620 Newtonmetern schon ab 1600 Touren. Dennoch bleibt der Durchschnittsverbrauch, den der Bordcomputer berechnet, stets im einstelligen Bereich.

So zeigt sich der Tester von dem Wagen überaus angetan. Er wüsste nicht, was er "am originellen Pkw-Konzept und der sehr soliden Ausführung grundsätzlich bemängeln sollte". Als Dienstwagen komme der Shooting Brake dennoch vorerst nicht infrage: Der Hotelmanager nutzt ausschließlich Fahrzeuge aus dem Pool eines großen Autovermieters. Dass dort ein so ausgefallenes Modell auftauchen könnte, möchte der erfahrene Geschäftsmann "dann doch bezweifeln".

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