Dienstag, 20. August 2019

Vermögensaufbau Reich nach Plan - trotz Euro-Krise

Überblick: Die Anlagestrategien erfolgreicher Unternehmer
Corbis

Trotz Euro-Krise und niedriger Zinsen ist finanzielle Unabhängigkeit erreichbar. manager magazin zeigt, wie es trotzdem gelingen kann, den Grundstock für eine stattliche Rente zusammenzusparen.

Frank Asbeck (53) und "Dallas"-Bösewicht J. R. Ewing waren ein Traumpaar der Energiebranche. Asbeck verpflichtete den kürzlich verstorbenen J.-R.-Darsteller Larry Hagman für sein Unternehmen Solarworld Börsen-Chart zeigen und ließ ihn als geläuterten Ölbaron für Sonnenstrom werben. Der Slogan: "Shine, Baby, Shine!"

Doch J. R. und Asbeck verbindet mehr als bislang bekannt. Wie der fiktive Ölmagnat, so weiß der reale Solarstrompionier geschäftliche Gelegenheiten ohne ideologische Scheu für sich zu nutzen: Auch Asbeck investiert schon mal in Öl. Nach der Katastrophe im Golf von Mexiko habe man den Kursrutsch bei BP genutzt und ein schönes Paket Aktien gekauft, erzählt Asbecks Vermögensverwalter Dominikus Wagner. Damals, im Sommer 2010, machten Untergangsszenarien für BP die Runde, der Kurs war um die Hälfte eingebrochen. Wagner und Asbeck aber kamen zu dem Schluss, dass der Ölkonzern das Debakel verkraften würde. Und griffen zu: "Drill, Baby, Drill!" Ein sattes Geschäft: Innerhalb von sechs Monaten legte die BP-Aktie um mehr als 60 Prozent zu.

Bei Asbecks eigenem Unternehmen zeigt der Kursverlauf in die entgegengesetzte Richtung. Der Wert seines 28-prozentigen Solarworld-Anteils ist dramatisch geschrumpft. Vor der Krise in der Solarbranche war Asbecks Anteil zeitweise rund 300 Millionen Euro wert - inzwischen ist die Aktie ein Penny-Stock.

Für die Absicherung seiner Familie setzt Asbeck klugerweise nicht allein auf sein Unternehmen. Nur auf die eigene Firma zu vertrauen ist eine riskante Art der Vermögensbildung - wie zuletzt der Drogeriepleitier Anton Schlecker erfahren musste. Asbecks Solarworld-Anteile sollen ohnehin später auf eine gemeinnützige Stiftung übergehen. Dennoch muss der Solarpionier sicherstellen, dass auch künftig ausreichend Mittel zum Unterhalt der von seiner Familie bewohnten neogotischen Villa Cahn im Bonner Bad Godesberg vorhanden sind.

Ein Vermögen aufbauen - das ist immer noch möglich

Finanziell unabhängig werden und dauerhaft bleiben - das ist ein hochgestecktes Ziel, gerade in volatilen Zeiten wie diesen. Doch es ist durchaus erreichbar: Unternehmer, Freiberufler und Angestellte mit ordentlichem Einkommen können immer noch Vermögen aufbauen, um für berufliche Rückschläge und fürs Alter abgesichert zu sein. Vorausgesetzt, sie folgen einem durchdachten Ansatz: Gesucht sind Vermögenswerte, die eine auskömmliche Rendite versprechen, Unternehmensanleihen, Qualitätsaktien, starke Währungen, Gold und Immobilien. Außerdem braucht es eine Strategie, um daraus ein krisenresistentes Gesamtdepot zusammenzustellen.

Der Weg zum nachhaltigen Wohlstand beginnt mit der Frage: Wie viel Vermögen brauche ich überhaupt für mich und meine Familie?

Für den IT-Unternehmer Nils Lang (47) liegt die Summe, die er mit 65 Jahren gespart haben sollte, bei zwei Millionen Euro. Das ist die Zahl, mit der seine Vermögensverwalterin Monica Herodek vom Institut für Kapitalmarkt in Kiel überschlägig kalkuliert. Dieser Betrag ist für den Mitinhaber eines SAP-Beratungshauses keine Kleinigkeit. Als Lang vor sechs Jahren zu Herodek kam, arbeitete er noch an seiner ersten Million. Und war auf der Suche nach Unterstützung, um eine Strategie für den Vermögensaufbau zu entwickeln.

"Ich bin nicht der Kapitalmarkttyp", sagt Lang. Er sieht auch nicht so aus: Blaue Jeans, offenes weißes Hemd mit schwarzen Knöpfen, sportliches schwarzes Sakko. So sitzt er in seiner Firmenzentrale, einem schmucklosen Bürotrakt im Gewerbepark von Böblingen. Als einzigen Luxus trägt er eine Rolex mit schwarzem Zifferblatt. Draußen auf dem Parkplatz steht ein weiteres Spielzeug, das sich der Unternehmer leistet: ein 1989er S-Klasse-Coupé, mit dem Lang abends eine Viertelstunde nach Hause fährt, an den Rand des Schwarzwalds, wo er aufgewachsen ist und auch jetzt wieder wohnt, "auf dem Land, auch wegen der Immobilienpreise".

Lang ist geschieden und hat zwei Kinder. Auf das Haus und die Firma allein möchte er sich nicht verlassen. Das Vermögen soll bei dem Unternehmer die staatliche Rente ersetzen.

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