Freitag, 13. Dezember 2019

Vermögensaufbau Reich nach Plan - trotz Euro-Krise

Überblick: Die Anlagestrategien erfolgreicher Unternehmer
Corbis

5. Teil: Immobilien und Gold

Nicht nur wegen der Renditechancen ist es der ehemaligen TV-Moderatorin wichtig, ihr Geld auch abseits der Großwährungen Euro, Dollar und Yen zu horten. Die drei Wirtschaftsräume erscheinen ihr wegen der hohen Staatsschulden längst nicht mehr als uneingeschränkt solide. "Wir haben als Sicherheitselemente Währungen von rohstoffreichen Staaten wie Norwegen und Australien sowie den Franken, wegen der finanziellen Stärke der Schweiz", sagt Christiansen.

Ihre Beraterin Hintze rät außerdem zu Immobilien und Gold. "Wir rechnen mit steigender Inflation, weil die Notenbanken im Kampf gegen die Krise Geld drucken", argumentiert die Finanzexpertin vom bankunabhängigen Vermögensverwalter Svea Kuschel + Kolleginnen.

Sabine Christiansen hat aus dieser Analyse Konsequenzen gezogen. "Ich bin stark in Sachwerte gegangen in den letzten drei Jahren", sagt sie. Außerdem ist die umtriebige Medienmanagerin auch am Immobilienmarkt aktiv. In Berlin-Mitte hat sie mehrere Häuser erworben, die Wohnungen vermietet sie hochwertig möbliert an Unternehmen, die dort für sechs Monate oder ein Jahr ihre Manager unterbringen.

Klare Ziele gibt es auch hier: "6 bis 7 Prozent Rendite sollten Mietshäuser netto mindestens einbringen", sagt sie. Weil die Preise in den größten deutschen Städten zuletzt so stark gestiegen sind, ist das bei Neuerwerbungen kaum noch zu schaffen. Christiansen erwägt daher, weitere Objekte in kleineren, aber aussichtsreichen Universitätsstädten zu kaufen.

Möblierte Wohnungen an Unternehmen

Vor allem aber setzt Christiansen, ebenso wie Solarworld-Chef Asbeck und Investmentveteran Kuhlmann, auf Aktien. Anders als die beiden Herren mit ihrer Investmentvorliebe für große, alte Konzerne wie BP hat die Unternehmerin am meisten Spaß an neuen und weniger bekannten Titeln.

Als sie im Mai 2010 mit der Robert Bosch Stiftung in Shanghai war, wurde ihr in den Gesprächen mit Chefredakteuren und Internetmanagern das Potenzial der einheimischen Firmen bewusst. Wieder zu Hause gelandet, orderte sie die Aktien der Suchmaschine Baidu und des Netzportals Sina.

Hintze war skeptisch, aber Christiansen nicht zu stoppen: "Ich höre viel auf den Rat von Frau Hintze, aber manchmal habe ich aufgrund meiner Reisen und Kontakte eben andere Vorstellungen." Immerhin ließ Christiansen sich überzeugen, am 5. März 2012 ihre chinesischen Aktien zu verkaufen, weil die Sorgen um Chinas Konjunktur zu groß wurden.

In der Zwischenzeit waren die Kurse um mehr als 70 Prozent gestiegen. Da können selbst die Freizeit-Ölbarone Kuhlmann und Asbeck nicht mithalten.

Zum Interview mit Finanzprofessor Thorsten Hens: "Lieber Regeln als Prognosen"

© manager magazin 1/2013
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