Samstag, 21. September 2019

Mobilität Das total vernetzte Auto

Autoindustrie: Wie die Autorevolution funktionieren soll
manager magazin

Nicht nur in Kalifornien wird mit autonomen Autos experimentiert. Die Vernetzung über das mobile Internet soll den Autoverkehr weltweit bald völlig verändern. Sogar die Fahrer könnten am Ende überflüssig werden.

Geht es nach den Entwicklern der Autoindustrie, dann sollen in den Zentren der großen Metropolen schon bald nahezu paradiesische Zustände herrschen: kein Verkehrschaos mehr, weniger Stress, Lärm und Gestank.

Bereits in wenigen Jahren soll es so gut wie keine Staus mehr geben. Auf Fußgänger- und Fahrradwegen herrscht wieder Frieden, weil die Autofahrer dort niemanden bedrängen. Navigationsgeräte steuern die Pkw mühelos zu den Parkhäusern und -plätzen, die sie in weiser Voraussicht zuvor online reserviert haben.

Kaum ein Auto bleibt dann mehr liegen. Seine Technik kann online durchgecheckt, oftmals sogar auch repariert werden. Seine Insassen sind entspannt, weil sie unterwegs mühe- und gefahrlos all das tun können, was viele auch zu Hause oder im Büro am liebsten machen: surfen, chatten, Videos gucken.

Zugegeben: Viele Details dieser Szenerie klingen nach Science-Fiction. Doch schon heute experimentieren weltweit Autohersteller und -zulieferer, Softwareentwickler und Telekommunikationsanbieter, Datenspeicherer und -vermarkter mit Technologien, die Autos über das mobile Internet miteinander vernetzen. So sollen die Innenstädte der Metropolen rund um den Globus vor dem Verkehrsinfarkt gerettet werden.

Großversuch mit 120 Fahrzeugen in Südhessen

In Frankfurt und im angrenzenden Südhessen startete dieser Tage ein Großversuch. Rund 120 Fahrzeuge von Daimler Börsen-Chart zeigen und Audi Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Opel, Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen und Ford Börsen-Chart zeigen fahren dort im Alltagsverkehr, untereinander und mit Ampeln über verschiedene Kanäle mit dem Internet verbunden.

Die Vernetzung des Automobils mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur ist kein Hirngespinst von Technologen. Sie ist eine der größten Chancen, die sich den beteiligten Branchen derzeit bietet - und eine ihrer größten Herausforderungen.

Die Fahrer sollen entlastet, Unfälle vermieden, Verkehrsströme reguliert und der Verkehrsfluss somit optimiert werden. Mancherorts, etwa in den dauerverstopften Straßen von London oder Istanbul, könnte das Autofahren dadurch überhaupt erst wieder möglich werden.

Bill Ford, Chairman des gleichnamigen Autoriesen aus Detroit, sieht die Kommunikation zwischen den Computersteuerungen im Auto und der übrigen technischen Umwelt deshalb als "Blaupause der Mobilität".

© manager magazin 9/2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung