Euro-Krise Spanien im Realitätsschock

An den Finanzmärkten wächst das Misstrauen gegenüber Spanien. Auch die Iberer haben realisiert, wie schlecht es um ihre Wirtschaft wirklich steht. Ein Report aus einem Land, das sich grundlegend erneuern muss.
Proteste junger Arbeitssuchender in Madrid: Die Arbeitslosenquote in Spanien liegt bei rund 25 Prozent - unter jungen Menschen ist sie deutlich höher

Proteste junger Arbeitssuchender in Madrid: Die Arbeitslosenquote in Spanien liegt bei rund 25 Prozent - unter jungen Menschen ist sie deutlich höher

Foto: Andres Kudacki/ AP

André Vanyi-Robin will bleiben. Trotz allem. Trotz Dauerkrise, trotz Frust und Unruhe. "Die Lage ist wirklich übel", sagt er und schaut für einen Moment betrübt in den bleigrauen Himmel, der an diesem Tag auf Barcelona lastet.

Natürlich, er müsste nicht bleiben. Er könnte das Land verlassen, wie so viele andere Spanier derzeit auch. Als Informatiker mit exzellenten Englischkenntnissen steht ihm die Welt offen. Morgen könnte er im Silicon Valley anheuern. Oder in Australien. Oder in Deutschland. Warum ausgerechnet Spanien - wo die Bankenkrise inzwischen die gesamte Volkswirtschaft mit in den Abgrund reißt, wo die Arbeitslosigkeit bei 25 Prozent liegt und die Hälfte aller Jugendlichen keinen Job findet?

Vanyi reckt seinen trainierten Oberkörper und knipst ein strahlendes Lächeln an: "Ich glaube an die Spanier. Mit ihrer Ingenieurkunst, Arbeitsmoral und Kreativität kommen sie aus dieser schrecklichen Krise heraus."

Der Unternehmer sieht sich als Avantgarde eines neuen Spanien, einer zupackenden, international erfolgreichen, exportstarken Nation, die mit dem Krisenland der Gegenwart wenig zu tun hat. Seine Firma Param Tech residiert im dritten Stock eines cool designten Betonklotzes an der Calle Llacuna 162 in Barcelona. Im mit Laptops und Elektronikbauteilen vollgestopften Modul 306 tüfteln Vanyis Mitarbeiter an einer Codetechnologie, mittels deren sich Häuser und Wohnungen per Handy auf- und zuschließen lassen.

Gefährlichster Krisenherd Europas

"Ideal für die Vermietung von Ferienwohnungen oder die Besichtigung von Immobilien", wirbt Vanyi. Kunden hat er bereits in Österreich. Das Startkapital stammt aus Großbritannien. Den Firmensitz aber behält der Firmenmitbegründer in den Räumlichkeiten von 22@Barcelona, einer kommunalen Organisation, die den ehemaligen Textilbezirk der katalonischen Hauptstadt zur Smart City aufmotzen will.

Von so viel Unternehmergeist könnte Spanien wahrlich mehr gebrauchen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist der gefährlichste Krisenherd Europas. Am Schicksal Spaniens entscheidet sich die Zukunft der gemeinsamen Währung. Falls sich das Land nicht aus der Misere zu retten vermag, wird der Euro kaum überleben - ein Horrorszenario.

Zwar werden die maroden Banken rund 100 Milliarden Euro an frischem Kapital aus dem Rettungsfonds erhalten. Doch die Zinsen auf spanische Staatsanleihen wollen einfach nicht sinken - im Gegenteil: Mit 7,56 Prozent rentierten die zehnjährigen Anleihen gestern so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro. Es mehren sich die Stimmen, die sagen, eigentlich bräuchte das ganze Land ein umfassendes Hilfsprogramm wie Irland oder Portugal. Aber das würde so teuer, dass es die Rettungsschirme überforderte.

Da mag Telefónica-Chef César Alierta in den Fernsehnachrichten beinahe in Tränen ausbrechen, wenn er schwört: "Spanien ist zahlungsfähig." Da kann Ministerpräsident Mariano Rajoy im Wochenrhythmus Sparprogramme und Reformen verkünden - nichts scheint die internationalen Geldgeber zu überzeugen.

"Riesiges Schuldenproblem unter den Teppich gekehrt"

Wie schlecht geht es Spanien wirklich? Droht dem Land ein zerstörerisches politisches Chaos wie Griechenland am anderen Ende des Mittelmeeres? Oder behalten Optimisten wie Vanyi recht, die auf die Selbsterneuerungskraft der Wirtschaft setzen?

Im vierten Stock eines großbürgerlichen Wohnhauses samt Concierge im barcelonischen Nobelviertel Pedralbes empfängt Alfredo Pastor in seinem bis unter die Decke mit Fachliteratur gefüllten Büro. Der Professor der renommierten Wirtschaftshochschule IESE legt die Stirn in Falten. "Ein großer Fehler" sei es gewesen, dass die frühere sozialistische Regierung Zapatero das "riesige Schuldenproblem Spaniens unter den Teppich gekehrt" habe, gesteht der weißhaarige Grande, einst Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Hartnäckig hatten offizielle Stellen nach Beginn der internationalen Finanzkrise im Sommer 2007 geleugnet, dass die heute unter dem Namen Bankia zusammengefassten und mittlerweile teilverstaatlichten Sparkassen heillos überschuldet waren. "Das hat den guten Ruf Spaniens nachhaltig zerstört", seufzt Pastor. "Jetzt stehen alle unsere Banken unter Generalverdacht - und das obwohl Institute wie Banco Santander  oder La Caixa zu den besten der Welt zählen."

Zur Vertrauensbildung trägt es nicht gerade bei, dass immer wieder neue Finanzlöcher in den öffentlichen Haushalten auftauchen. Im Frühjahr erschütterte die Nachricht die Märkte, dass das eigentlich als wirtschaftlich stark angesehene Katalonien seine Verbindlichkeiten nicht mehr bezahlen kann. Nun haben noch zwei Provinzen, Valencia und Murcia, die Zentralregierung in Madrid um Finanzhilfe gebeten.

Wirtschaft in der Kreditklemme

Spaniens Grundproblem: Der Staat und - in noch weitaus größerem Maße - der Privatsektor stecken bis über beide Ohren in Schulden (siehe Fotostrecke) . Insgesamt erreichen die gesamtwirtschaftlichen Zahlungsverpflichtungen mehr als das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts.

Längst hat die Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergegriffen. Unternehmen können sich kaum noch Geld leihen. Und wer doch ein Darlehen ergattert, der muss sehr viel mehr zahlen als die Niedrigzinsen nach der Euro-Einführung.

Die Auswirkungen der Kreditklemme lassen sich an den Augenringen von Juan Ferré ablesen. Der Anwalt der international tätigen Kanzlei Pluta betreut seine Kundschaft Tag und Nacht - viele Firmen wollen mit seiner Hilfe Insolvenz anmelden. 2006 startete der immer noch jungenhaft wirkende Anwalt mit einer Sekretärin ein Büro an Barcelonas betriebsamer Avenida Diagonal. Heute bearbeiten in Ferrés Büro und in der Außenstelle in Madrid 20 Juristen rund 180 Insolvenzfälle, die Hälfte davon Immobilienentwickler und Baufirmen.

Wenn Ferré, wie neulich, mal 50 Häuser auf einen Schlag verkauft, dann für rund die Hälfte dessen, was sein Klient für die Gebäude bezahlt hat. "Gott sei Dank." Der Rechtsbeistand atmet hörbar auf. "Endlich beginnen die Unternehmen, ihre Verluste zu realisieren und abzuschreiben." Bisher hätten sie alles getan, um ihre wahre Situation zu verschleiern. Nun aber scheide sich die Spreu vom Weizen. Die überlebenden Unternehmen können wieder in Schwung kommen - das ist die Hoffnung.

"Einen sehr schmerzhaften, aber notwendigen Heilungsprozess", nennt Walther von Plettenberg, Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer für Spanien, diese Bereinigung der durch die Kredit- und Immobilienblase aufgeblähten spanischen Ökonomie.

"Bei uns herrscht Totentanz"

Wie brutal die Beseitigung der Exzesse sein kann, zeigt sich im Badeort Marbella. An der Küste Andalusiens, wo der Bauwahn die Landschaft wohl am schlimmsten verschandelte und 20-jährige Hilfsarbeiter Jahresgehälter von 30.000 Euro kassierten, sind heute mehr als ein Drittel der Menschen arbeitslos.

"Bei uns herrscht Totentanz", beschreibt Constanza Seijo die gruselige Stille in der Hauptgeschäftsstraße. Nahezu jedes zweite Geschäft an der blütenduftenden Shoppingmeile hat für immer dichtgemacht. In ihr Geschäft verirrten sich noch ein paar Touristen, die günstige Flatterkleider aus Indien kauften, erzählt die Ladeninhaberin.

Bei ihrem Mann nebenan, der hochwertigen Schmuck offeriert, bimmelt die Türglocke schon seit Monaten nicht mehr.

"Die Spanier tendieren dazu, Probleme zu verdrängen", sagt Seijo: "Aber mittlerweile hat hier jeder eingesehen, wie schlimm die Wirtschaftslage wirklich ist." Zwar seien die allermeisten bereit, an der ökonomischen Genesung des Landes mitzuarbeiten, geringere Einkommen zu akzeptieren und ihre Schulden abzutragen. "Leider sehen die Politiker den guten Willen nicht. Würden sie uns weniger mit Strafen drohen und mehr zu Solidarität aufrufen, würden wir uns nicht so allein gelassen fühlen."

Proteste nehmen wieder zu

Zunehmend äußert sich der Frust auch wieder öffentlich. Zunächst waren die Proteste gegen Budgetkürzungen, gegen Reformen von Arbeitsmarkt, Sozial- oder Bildungswesen und Steuererhöhungen in den letzten Monaten vergleichsweise harmlos ausgefallen. An der Puerta del Sol in Madrid - vor einem Jahr Hotspot der Indignado-Protestbewegung - ließen sich selbst nach Bekanntgabe der Streichungen bei Schulen und Universitäten keine Demonstranten sehen.

Doch in der vergangenen Woche gab es plötzlich Massendemonstrationen mit hunderttausenden Menschen in 80 verschiedenen Städten Spaniens. Die Gewerkschaftsverbände hatten dazu aufgerufen und waren selbst überrascht, wieviele Menschen diesem Aufruf folgten. Hunderte Arbeitslose waren am Wochenende aus entfernten Provinzen zu Fuß die Hauptstadt gekommen, um ihren Protest kundzutun.

Erfolge im Export

Pleitewelle, Massenarbeitslosigkeit, Kürzungen - Anlass zum Wehklagen hätten die Spanier mehr als genug. Aber Jammern, proklamiert jedenfalls Diego Lo Prete, Marketingchef des Sekt-Konzerns Codorníu, liege den stolzen Iberern nun mal nicht.

Wie bestellt bricht die Sonne durch die Wolken. Die Strahlen beleuchten dramatisch das Jugendstilensemble am Stammsitz des Unternehmens in Sant Sadurní d'Anoia im Rebenanbaugebiet Penedès. 40 Millionen Flaschen Cava lagern in den insgesamt 30 Kilometer langen Kellergewölben unter den sanft gewellten Weinbergen. Nach der Lehman-Pleite 2008 konnte das seit 1551 bestehende Unternehmen davon kaum mehr etwas absetzen. "Die Krise traf uns wie ein Schlag ins Gesicht", erinnert sich Lo Prete. "Wir wussten sofort, dass hier etwas richtig Großes schiefgeht."

Die Familie, die seit 17 Generationen die Firma führt, reagierte - stieß ineffiziente Geschäfte ab, kürzte Kosten und konzentrierte sich auf den Export. Heute verkauft der spanische Marktführer 55 Prozent seiner Produktion ins Ausland, Tendenz steigend. Gerade setzen Werber eine Kampagne auf, die der Welt die "Magie Spaniens" vermitteln soll.

Sinkende Lohnstückkosten

Es tut sich also etwas in der realen Wirtschaft Iberiens. Die Lohnstückkosten, wichtiger Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit, gehen spürbar zurück. Der Tourismus ist 2011 dynamisch gewachsen (plus 8,6 Prozent), ebenso der Export (plus 13,8 Prozent).

Entwicklungen, die auf dem hypermodernen Messegelände an der Plaza Europa am Rande Barcelonas spürbar sind. Zwischen den mit Hightech und Robotern gespickten Ständen der Verpackungstechnikbranche wuseln Einkäufer aus aller Welt. Zufrieden blickt Agustín Cordón auf das bunte, surrende Getümmel: "Die Zahl der Transaktionen hat gegenüber der letzten Hispack 2009 um 30 Prozent zugenommen", sagt der Generaldirektor der Fira Barcelona. Kein Einzelfall: Auch die Lebensmittelmesse Alimentaria und der Mobile World Congress seien zuvor gut gelaufen.

Dass spanische Unternehmen auf dem Weltmarkt erfolgreich agieren können, demonstrieren nicht nur globale Konzerne wie Telefónica oder der Textilgigant Inditex, der mit Marken wie Zara oder Massimo Dutti die Einkaufsstraßen der Welt dominiert.

Auch weniger bekannte Firmen vermarkten ihre Produkte international. Indra etwa. Der Elektronikkonzern liefert Computersysteme, die den deutschen Flugverkehr kontrollieren. Oder Top Cable. "In Spanien musste ich Monate um ein 1000-Euro-Geschäft kämpfen", erzählt Gonçalo Faria, Vertriebler bei dem Hersteller von Elektronikkabeln. "In Kuwait legte ich nur die Preisliste vor und flog mit einem Auftrag über 500.000 Euro zurück."

Der junge Mann, der seinen Freunden - Studenten, Praktikanten, Berufsanfänger - im Restaurant "Big Fish" im Ausgehviertel El Born von seinem Erfolg berichtet, stammt aus Nordportugal und ist studierter Kunstrestaurator. Den Posten bei Top Cable erhielt er nur, weil bei einem Praktikum sein gepflegtes Englisch auffiel. Genauso erging es seinem Kumpel Enrico Turchetti, der als Italiener bei der Niederlassung der US-Firma PTC unterkam. Obwohl in Spanien massenhaft junge Akademiker einen Job suchen.

Schwächen im Bildungssystem

"Die meisten sprechen eben nicht vernünftig Englisch", urteilt eine Studentin aus Zaragossa, die ihren Master in Betriebswirtschaft macht, über ihre Landsleute. Sie weiß noch einen Grund, warum sich die Jungen so extrem schwertun, einen Arbeitsplatz zu finden: "Unsere Ausbildung ist total theoretisch. Wir lernen nichts von dem, was die Unternehmen brauchen." Ihre Professoren hätten die Krise jedenfalls mit keinem Wort erwähnt.

Die Regierung Rajoy sagt, sie wolle endlich die gravierenden Schwächen im Bildungssystem angehen. Nun soll eine praxisorientierte Berufsausbildung nach deutschem Vorbild eingeführt werden.

Das Duale System in einer spanischen Version praktiziert bereits Stihl in Torres de la Alameda, 40 Kilometer außerhalb von Madrid, wo weite Weizenfelder die Hochebene begrünen und Störche auf den Kirchtürmen brüten.

Die Spanien-Zentrale des schwäbischen Herstellers von Motorsägen, Freischneidern und Olivenerntern liegt in einem Gewerbegebiet, wo Maschinenlärm die ländliche Stille durchschneidet, und der Geruch von heißem Metall in die Nase dringt. In der Werkshalle stehen 20 Frauen um einen Meister, der ihnen die Funktionsweise eines Motors erklärt. "Das sind Gattinnen und Töchter unserer Händler, die wir in Technik und Betriebswirtschaft fortbilden", erklärt Geschäftsführer Bernhard Iber. Rund 700 Schulungsteilnehmer kommen pro Jahr hierher, um sich in Mechanik, Vertrieb und Geschäftsführung trainieren zu lassen.

Mittlerweile gelten die Abschlüsse solch praxisnaher Ausbildungen, wie sie etwa die Berufsakademie Aset anbietet, der Iber vorsteht, auch offiziell in Spanien. Erste Berufsschulen beginnen mit den sie umgebenden Firmen zu kooperieren, um deren Bedürfnisse in ihre Lehrpläne zu integrieren.

Stagnierende Produktivität

Kleine Fortschritte zur langfristigen Lösung eines fundamentalen Problems: Mangelnde Qualifikation drückt in vielen Unternehmen die Produktivität. Professor Pankaj Ghemawat ringt verzweifelt seine schmalen Pianistenhände. "Unsere Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der katalonischen Industrie zeigt, dass selbst hier in einer der leistungsfähigsten Regionen Spaniens die Produktivität seit den 90er Jahren stagniert", sagt der IESE-Ökonom, der zuvor in Harvard unterrichtete. Um international mithalten und wieder wachsen zu können, müssten die spanischen Unternehmen dringend moderner, größer und innovativer werden.

Dazu brauchen sie nicht nur qualifizierte Mitarbeiter, sondern auch Kapital für den Kauf leistungsfähigerer Maschinen oder die Entwicklung neuer Produkte. Doch derzeit ist in Spanien kaum etwas schwieriger zu bekommen als ein Kredit. Ein Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt?

Pragmatische Lösungen

Nicht für Rosa García. Die toughe Frau auf lila High Heels dominiert mit ihrer Präsenz locker das imposante Eckbüro in der spanischen Siemens-Zentrale im in der vergangenen Dekade aus dem Boden gestampften Madrider Vorort Tres Cantos. Und ihre Zukunftsvision ist mindestens so eindrucksvoll wie der weite Blick von ihrem ausladenden Schreibtisch auf die noch schneegetupfte Sierra Madrileña. Um 50 Prozent will die Chefin den lokalen Umsatz des deutschen Konzerns in den nächsten Jahren steigern - indem sie Technologien für die Modernisierung der spanischen Wirtschaft verkauft. Für die schwierige Finanzierung hat sie sich ungewöhnliche Konzepte ausgedacht.

In Barcelona etwa rüstete Siemens  80 Busse der Verkehrsbetriebe mit Hybridtechnologie aus. "Die Kosten decken wir über die Zeit durch die 30 Prozent Ersparnis beim Energieverbrauch", erklärt García das Konzept, das sie auch privaten Unternehmen für die Finanzierung energiesparender Anlagen anbietet. Außerdem greift sie natürlich auf die Dienste der hauseigenen Bank Siemens Financial Services zurück, die den potenziellen Kunden auch bei Verhandlungen mit anderen Geldgebern hilft. "Solche pragmatischen Lösungen lieben wir Spanier", sagt die Topmanagerin.

Reformieren, modernisieren, internationalisieren - Spanien müht sich ehrlich. Doch bislang zeigen alle Anstrengungen wenig Wirkung. Denn das Land steckt in einer Schuldenfalle: Die hohen Verbindlichkeiten der Unternehmen und Privathaushalte lassen die Wirtschaftsleistung schrumpfen - wodurch die staatlichen Schulden in die Höhe schnellen. Ob die Milliarden aus dem Rettungsfonds ausreichen, um die Lage zu stabilisieren? Jordi Gual, Chefökonom von La Caixa, der drittgrößten Bankengruppe des Landes, zweifelt. Sollten trotz der Hilfe von außen die Risikoprämien nicht endlich sinken, drohe Schlimmes: "Dann könnten sich all unsere Bemühungen als nutzlos erweisen."

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