Freitag, 18. Oktober 2019

PepsiCo Indras letzte Runde

Umbauversuch bei PepsiCo: Niederlage im Cola-Krieg
AFP

2. Teil: Braucht PepsiCo eine neue Nummer eins?

Nooyi versprach notgedrungen, die Investitionen ins darbende Getränkegeschäft erheblich zu steigern. Zudem brachte sie potenzielle Nachfolger in Stellung: Der bisherige US-Lebensmittelchef John Compton rückte ins Amt des operativen Präsidenten - und damit in die Poleposition hinter Nooyi.

Ist die Mission der Starmanagerin, PepsiCo Börsen-Chart zeigen zum nachhaltigen Musterkonzern umzubauen, damit gescheitert? Braucht PepsiCo eine neue Nummer eins, um wieder ganz vorn mitzumischen?

Nooyis missglückte Reform zeigt: Das Ziel aller Lebensmittelkonzerne von Nestlé Börsen-Chart zeigen bis Unilever Börsen-Chart zeigen, gesunde und nachhaltige Produkte anzubieten, führt nicht automatisch zum Erfolg. Im Gegenteil: Die neue Strategie kann einem Unternehmen sogar schaden, wenn sie fehlerhaft umgesetzt wird und das Kerngeschäft darunter leidet. Pepsi steht gegen Ende der Ära Nooyi vor einem schmerzhaften Neuanfang.

Dabei hat niemand das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten stärker geprägt als die gebürtige Inderin. Die Tochter einer Mittelschichtfamilie - der Vater Bankier, die Mutter Hausfrau - wanderte 1978 in die USA aus. Nach Stationen bei Motorola Börsen-Chart zeigen und ABB Börsen-Chart zeigen holte sie der damalige Vorstandschef Wayne Calloway 1994 zu PepsiCo. Als Strategie- und später Finanzchefin leitete sie einen beispiellosen Wandel ein.

Feindbild vieler Fitnessgurus

Nooyi wollte den Chips- und Colaproduzenten - Feindbild vieler Fitnessgurus - als Anbieter vielfältiger Nahrungsmittel positionieren. Sie forcierte den Verkauf der Fast-Food-Marken Pizza Hut, Kentucky Fried Chicken und Taco Bell. Im Gegenzug setzte Nooyi den Kauf starker Lebensmittelmarken durch: Für mehr als 13 Milliarden Dollar akquirierte Pepsi 2001 den Frühstücksflocken- und Sportdrinkanbieter Quaker Oats (Gatorade, Cap'n Crunch).

Weggefährten attestieren Nooyi strategischen Weitblick, aber auch einen ausgeprägten Machtinstinkt. "Indra wollte immer die Vorreiterrolle spielen", sagt ein Topmanager eines großen US-Konzerns. "Sie hielt sich selbst für besser als die meisten ihrer Vorgesetzten."

Als der Chefposten frei wurde, setzte sich Nooyi geschickt gegen ihren Widersacher, den Auslandschef Michael White, durch. Sie versprach, den angesehenen Pepsi-Manager trotz ihrer Ernennung zum CEO im Konzern zu halten. Den späteren Abgang Whites nahm sie jedoch billigend in Kauf: Nooyi, sagen Insider, sei gegenüber dem alten Rivalen nicht immer um Harmonie bemüht gewesen.

Auch nach außen gab sich Nooyi resolut. Sie versprach, die Fettleibigkeit der Amerikaner zu bekämpfen, die Umwelt zu schonen - und dabei im Zweifel wenig Rücksicht auf kurzfristige Aktionärsinteressen zu nehmen.

Um möglichen Anlegerklagen vorzubeugen, gab die Topmanagerin bei ihrem Justiziar ein Gutachten in Auftrag. Dies sollte belegen, dass Nooyis neue Strategie richtig und rechtens sei. Später polterte die Pepsi-Chefin öffentlich: "Falls ihr nichts anderes wollt, als dieses Unternehmen einzuengen und zweistelliges Gewinnwachstum zu erreichen, dann bin ich die falsche Person."

© manager magazin 5/2012
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