Dienstag, 15. Oktober 2019

E-Reader Starke Konkurrenz für Kindle und Co.

E-Reader: Folgt nach dem Durchbruch die Ernüchterung?

E-Books werden in Deutschland immer populärer, auch von der heute beginnenden Leipziger Buchmesse sind sie nicht mehr wegzudenken. Doch auf welchen Geräten Konsumenten künftig lesen werden, ist eine andere Frage. Denn Smartphones und Tablets machen Kindle und Co. Konkurrenz.

Hamburg - Wenn heute die Leipziger Buchmesse ihre Tore öffnet, soll ein "Digitalisierungs-Guide" Besuchern helfen, auf der Messe den Überblick über die Masse der Angebote rund ums digitale Lesen und die zahlreichen Veranstaltungen zur Zukunft der Buchbranche zu behalten: "Machen Sie sich ein Bild von unserer neuen, digitalen Bücherwelt", heißt es in dem Wegweiser.

Eine wichtige Rolle in dieser neuen Bücherwelt spielen das E-Book und die dazugehörigen E-Reader, Spezialgeräte wie Amazons "Kindle", Sonys "PRS T1" oder Thalias "Oyo". Die Umsätze mit elektronischen Büchern und Lesegeräten sind im letzten Jahr stark gestiegen. Doch die Reader haben durch die Alleskönner Smartphones und Tablets starke Konkurrenz bekommen.

Die kleinen Lesemaschinen sind genau für diesen Zweck gedacht: E-Books lesen. Geräte wie Kindle oder Oyo setzen auf die so genannte E-Ink-Technologie, die Schrift sehr gut wiedergeben kann. Dazu ist die Technologie sehr sparsam, eine Akkuladung reicht mehrere Wochen. Der Nachteil: Bislang kann E-Ink keine Farben darstellen, der Seitenaufbau ist träge, das Umblättern zwischen verschiedenen Seiten dauert einen Moment. Im Internet surfen ist mit Kindle und Co. nur eingeschränkt möglich, die Wiedergabe von Videos klappt gar nicht. Geräte mit LCD-Bildschirmen haben dieses Problem nicht. Dafür ist das Lesen für die Augen anstrengender und der Akku schneller leer.

In den USA verkauft Amazon mehr E-Books als Bücher

Lange fristete das elektronische Buch in Deutschland ein Schattendasein. Die Gründe dafür waren vielfältig: Zum einen sorgt die Buchpreisbindung dafür, dass E-Books etwa das gleiche kosten wie gedruckte Bücher. Dazu werden sie mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent besteuert, die gedruckten dagegen mit dem ermäßigten von 7 Prozent. Noch 2010 betrug der Anteil von E-Books nur 0,8 Prozent des Gesamtumsatzes des deutschen Buchhandels.

Anderswo kam der E-Book-Markt viel schneller in Schwung: 2007 brachte Amazon in den USA das erste Kindle-Modell heraus. Im vergangenen Jahr verkaufte der Online-Händler dort bereits mehr E-Books als gedruckte Bücher.

Doch auch in Deutschland steigt der Umsatz mit elektronischen Büchern kräftig: Im vergangenen Jahr waren es bereits rund zwei Prozent des Gesamtumsatzes der Buchbranche. Die Verlage erwarten, dass der Anteil 2015 bei über neun Prozent liegen wird.

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