Dienstag, 17. September 2019

E-Reader Starke Konkurrenz für Kindle und Co.

E-Reader: Folgt nach dem Durchbruch die Ernüchterung?

3. Teil: Absatzrückgänge im "normalen Rahmen"

Auch in Deutschland sind die Absatzzahlen nach dem starken Weihnachtsgeschäft zurückgegangen - doch wie stark ist dieser Rückgang? Die betroffenen Unternehmen veröffentlichen keine Zahlen zur Absatzentwicklung. Auch im neuen Jahr habe es keinen scharfen Einbruch gegeben, sagt eine Sprecherin von Weltbild. Das Interesse sei nach wie vor ungebrochen. Auch der Absatz des Oyo ist nach Weihnachten zurückgegangen. Dies sei aber "im normalen Rahmen", sagt eine Sprecherin von Thalia.

Doch die Konkurrenz ist stark: Smartphones und Tablets eignen sich ebenfalls zum Lesen von E-Books. Die Verkaufszahlen sind beeindruckend: Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom gingen 2011 in Deutschland über 10 Millionen Smartphones über den Ladentisch, bei den Tablets waren es mehr als 2 Millionen Geräte. Dazu sinken die Preise für Tablets, der Abstand zu den E-Reader wird geringer.

Amazon oder Thalia haben bereits darauf reagiert, dass die Kunden auch auf anderen Geräten als auf den Readern lesen wollen. Für fast alle Reader-Modelle gibt es Apps für Smartphone und Tablets. Thalia veröffentlicht für die Oyo-App zwar keine Download-Zahlen. Die Anwendung laufe aber sehr erfolgreich, sagt eine Sprecherin.

Künftig werden sich die Gerätetypen annähern

Sind die Spezialgeräte also bereits wieder auf dem absteigenden Ast?

"E-Reader haben letztes Jahr einen großen Sprung gemacht. Die aktuellen Absatzeinbrüche müssen noch keine Trendwende sein", sagt Mario Rehse vom Bitkom. Auch Schild glaubt, dass der aktuelle Einbruch im ersten Quartal "fast ausschließlich" auf den Weihnachtsgeschäft-Effekt zurückzuführen sei.

Auch das Marktforschungsunternehmen IDC prognostiziert eine Fortsetzung des starken Wachstums im E-Reader-Segment. 2011 seien die Absatzzahlen weltweit um mehr als 60 Prozent gestiegen. Der Trend werde sich fortsetzen, besonders in den Wachstumsmärkten außerhalb der USA.

Rehse glaubt, dass die Reader weiter ihre Berechtigung auf dem Markt neben Spartphones und Tablets haben werden: "E-Reader sind Spezialisten und zum Lesen sehr gut geeignet, besser als zum Beispiel Tablet-PCs", sagt Rehse. Er erwartet, dass viele Konsumenten beide Gerätearten kaufen werden, wenn die Preise für Reader und Tablets weiter sinken.

Schild rechnet damit, dass sich Geräteklassen und Bildschirm-Technologien künftig einander annähern werden. Das hieße, dass neue Geräte die Vorteile beider Typen in sich vereinen: Sehr gute Lesbarkeit und Sparsamkeit von Readern, dazu Farbe und Dynamik von Tablets.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Der deutsche Buchhandel glaubt weiter an den Erfolg der kleinen Spezialgeräte: Noch in diesem Jahr will MVB neue E-Reader-Modelle auf den Markt bringen.

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