Montag, 23. September 2019

E-Reader Starke Konkurrenz für Kindle und Co.

E-Reader: Folgt nach dem Durchbruch die Ernüchterung?

2. Teil: "Das E-Book hat den Durchbruch in Deutschland endgültig geschafft."

Schon jetzt ist die Abdeckung mit E-Books in Deutschland recht gut: "Von rund 50 Prozent der jährlichen Neuerscheinungen in Deutschland gibt es zeitgleich E-Book-Versionen. Bei den Topsellern sind es etwa 90 Prozent. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alle Bücher auch elektronisch erhältlich sein werden", sagt Schild. Alle großen Verlage seien beim E-Book-Geschäft dabei.

In den verschiedenen Stores finden Kunden schon jetzt eine große Auswahl an E-Books: Bei Amazon sind es nach Unternehmensangaben rund 1 Million Bücher, davon etwa 75.000 deutsche Titel. Thalia gibt die Zahl deutscher E-Books mit 100.000 an, bei Weltbild sind es etwa 30.000. Auf der Plattform des deutschen Buchhandels "libreka!" sind es insgesamt 250.000 Titel, davon 30.000 deutsche E-Books.

"Das E-Book hat den Durchbruch in Deutschland endgültig geschafft", sagt Ronald Schild, Geschäftsführer der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (MVB). Das Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels betreibt die Online-Plattform "libreka!", die digitale Inhalte an Buchhändler verkauft.

Kindle war 2011 meistverkauftes Produkt bei Amazon

Einen eigenen Reader hat auch MVB im Angebot, den "Lira Color". Die E-Book-Umsätze sind 2011 um das Dreißigfache gestiegen, der Umsatz betrug 2,1 Millionen Euro. Auch das neue Jahr ist gut angelaufen: Allein in den ersten beiden Januar-Wochen betrugen die Umsätze mit E-Books rund 400.000 Euro. Für das Jahr 2012 rechnet Schild nun mit einer weiteren Verdreifachung des Umsatzes.

Die wachsende Popularität der E-Books erklärt Schild mit den guten Verkaufszahlen der E-Reader. Denn auch die Absatzahlen dieser Geräte sind im vergangenen Jahr stark gestiegen: Nach Schätzungen des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) stieg der Verkauf der Lese-Geräte um rund 40 Prozent. Parallel stieg der Umsatz mit den Readern in Deutschland auf über 30 Millionen Euro.

Auch die wichtigsten Hersteller melden gute Ergebnisse. Zwar gibt Amazon keine genauen Verkaufszahlen des Kindles bekannt, aber der E-Reader soll das meistverkaufte Produkt 2011 des Online-Händlers gewesen sein. Weltweit soll Amazon im Dezember rund 1 Million Lesegeräte pro Woche verkauft haben. Der Weltbild-Verlag, der auf seinen eigenen "E-Book-Reader 3.0" setzt, meldete nach dem Weihnachtsgeschäft Verkäufe im hohen sechsstelligen Bereich.

Ob der Erfolg der E-Reader anhalten wird, ist allerdings fraglich. Nach einer Studie von Digitimes Research wurden in den ersten drei Monaten 2012 weltweit nur rund 2 Millionen E-Reader verkauft. Das ist schwach, gemessen an der Gesamtzahl 2011 und dem sehr guten, durch das Weihnachtsgeschäft gestärkten vierten Quartal. So wurden insgesamt fast 23 Millionen Geräte verkauft, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Allein im vierten Quartal waren es 9 Millionen Geräte.

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