Mittwoch, 16. Oktober 2019

Schuldenkrise Die Vereinigten Staaten von Euro-Land

Chronik der Euro-Krise: Das Ende der Alleingänge
Matt Murphy

8. Teil: Drei bis fünf Jahre Zeit - wird der Euro das aushalten?

Drei bis fünf Jahre, so die Schätzungen im Berliner Regierungslager, würde es dauern, bis die Vertragsänderungen realisiert sind. Das wäre enorm schnell, gemessen am europäischen Verfassungsvertrag, der acht Jahre gebraucht hat. Selbst eine vergleichsweise simple Regelung wie die Verschärfung des Stabilitätspakts benötigte ein Jahr im europäischen Gesetzgebungsverfahren - und wird bestenfalls Ende 2011 in Kraft sein.

Drei bis fünf Jahre - das wäre andererseits schneckenhaft langsam, gemessen an der Dynamik der Finanzmärkte.

Wird der Euro das aushalten?

"Alles andere wäre reichlich irrational", sagt der Historiker Harold James, Professor in Princeton. Derzeit arbeitet er an einem Buchprojekt über die Entstehung der Währungsunion. Lange hat er dafür mit Trichet gesprochen. James ist guter Dinge, dass es den Euro noch geben wird, wenn das Werk irgendwann erscheint. Aber er gibt zu, dass es häufig die irrationalen Momente sind, die die Geschichte prägen.

Gefragt seien derzeit vor allem die Deutschen, sagt James. Sie müssten "eine nördliche Vision" von Europa entwickeln - ein positives Bild. "Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen kommt man jedenfalls nicht weiter."

Kommentar: Warum den Griechen die Drachme nicht hilft

© manager magazin 10/2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung