Freitag, 6. Dezember 2019

Südkorea Wie Samsung und Hyundai den Markt erobern

Südkoreas Konglomerate: Weltoffen, riesig, breit
AFP

Riesige Konglomerate wie Hyundai, LG und Samsung mischen die Weltmärkte auf - und machen fast alles anders, als es westliche Strategen empfehlen. Die Riesen aus Südkorea sind Fanatiker im Vergleichen: Ihre Entscheidungswege sind kurz und schnell - und sie gehen bewusst enorme Risiken ein.

Hamburg - Lotte ist omnipräsent. Lotte - dessen Gründer Shin Kyuk-Ho ein Goethe-Verehrer war - ist einer der großen koreanischen Mischkonzerne. Eines jener "Chaebols", die wie Kraken überall ihre Arme im Spiel haben. Sie beherrschen die koreanische Wirtschaft, sie sind erfolgreich, und sie sind eine Provokation für westliche Propheten guter Unternehmensführung, weil sie vieles ganz anders machen.

Ob global unbekannte Konzerne wie SK, GS oder eben Lotte, ob die großen drei, Hyundai Börsen-Chart zeigen, LG und Samsung Börsen-Chart zeigen - kein hoch entwickeltes Land wird so stark von wenigen Konglomeraten dominiert wie die asiatische Aufsteigernation. Zusammen erwirtschaften sie 40 Prozent des Sozialprodukts.

Der koreanische Begriff "Chaebol" bedeutet übersetzt so viel wie Familiengeschäft. Das klingt harmlos. Nach allen gängigen Managementtheorien der vergangenen beiden Jahrzehnte müssten diese Dinosaurier längst tot sein, gestorben an Hypertrophie.

Denn sie hielten sich nicht an die üblichen Rezepte: Konzentration aufs Kerngeschäft, Outsourcing, Streubesitz. Nein, die Chaebols taten und tun das Gegenteil. Sie diversifizierten in viele Richtungen, pflegen hohe Fertigungstiefen, von risikoreichen Übernahmen ließen sie die Finger. Bis heute ziehen Gründerfamilien die Fäden.

Volkswagen und Apple fürchten die Konkurrenz aus Korea

Trotzdem - oder gerade deshalb - sind diese Konzerne erfolgreich, sehr erfolgreich sogar. Allein Samsung Electronics machte 2010 so viel Gewinn wie die gesamte japanische Konkurrenz - von Sony bis Panasonic - zusammen.

Die westliche Business-Class fürchtet längst nicht mehr die Japaner, sondern die hyperpotenten Koreaner. Marktführer Apple Börsen-Chart zeigen offenbart seine Angst dadurch, dass er seinen Konkurrenten Samsung mit Klagen überzieht. In der Autoindustrie zollen Manager Hyundai höchsten Respekt. Für VW-Chef Martin Winterkorn ist nicht mehr Toyota Börsen-Chart zeigen der Angstgegner, sondern Hyundai: "Die greifen überall an."

Bob Lutz, der Oldtimer von General Motors Börsen-Chart zeigen, pflichtet Winterkorn bei: "Hyundai ist eine größere Gefahr als jeder andere."

© manager magazin 10/2011
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