Donnerstag, 5. Dezember 2019

TV-Stars Germany's next Topmanager

Gottschalk, Jauch & Co: Was die Quotenkönige verdienen
DPA

2. Teil: Erfolgsentertainer erwirtschaften Millionen

Mehr als 100 Festangestellte verdienen ihr Geld in seiner Produktionsanstalt I & U Information und Unterhaltung, die über Studios in Köln und Berlin verfügt. Sie setzte über 40 Millionen Euro um und machte rund 6 Millionen Euro Gewinn, allerdings im Jahr 2009. Frischere Zahlen liegen nicht vor, und Jauch ist auch in dieser Hinsicht ein bisschen scheu.

Natürlich stellt er seine neue ARD-Runde selbst her und zusammen. Auftragsvolumen: 10,5 Millionen Euro im Jahr. Weitere ARD-Produktionen dürften noch hinzukommen.

Jauch ist eine der Vorzeigefiguren einer Moderatorenwirtschaft, die immer größere Bedeutung gewinnt. Die Erfolgsentertainer machen nicht nur Mätzchen vor der Kamera, sondern auch Millionen dahinter, Publikumsmagneten wie Thomas Gottschalk oder Stefan Raab bestimmen inzwischen die Regeln mit, nach denen Programm gemacht wird.

Multitalent Stefan Raab, der neben seiner Show "Schlag den Raab" auch stundenlange Großereignisse wie "Wok WM" oder "TV Total Turmspringen" auf ProSieben nicht nur erfunden und inszeniert hat, sondern sich für das Unternehmen "Titelverteidigung" beim Eurovision Song Contest auch die ARD gefügig machen konnte, er schloss Ende 2010 einen Fünfjahresvertrag ab, der ihn zu einem der einflussreichsten Unterhalter der Szene macht.

185 Millionen Euro von ProSieben an Raab TV Produktion

Rund 185 Millionen Euro überweist ProSieben an die Raab TV Produktion, eine Tochter der Produktionsfirma Brainpool, an der Raab wiederum mit gut 12 Prozent beteiligt ist.

Auch Jauchs Schaustellerei I & U ist ein zuverlässiger Lieferant, sowohl von ARD ("Klein gegen Groß", "Das unglaubliche Quiz der Tiere") als auch von RTL ("Die ultimative Chartshow", "Stern TV"), für die er beide auch auf der Bühne steht. Jauch arbeitet mit vielen namhaften Moderatoren zusammen: von Frank Plasberg über Hape Kerkeling bis hin zu Kai Pflaume.

Wenige Monate nach Jauchs Unterschrift hatte auch der einstige Börsenmakler Pflaume seinen Wechsel von Sat.1, wo sich seine Vorabendshow "Nur die Liebe zählt" noch nicht totgelaufen, aber erschöpft und abgenutzt hatte, zur ARD verkündet. Nun sitzt Pflaume beim Frühstück im Schwabinger Café "Florian". Vor der Tür parkt sein brauner Audi Q7. Pflaume nimmt Müsli und einen Latte Macchiato mit doppelter Portion Espresso. "Mein Anspruch ist es, Sendungen zu machen, die die ganze Familie ansprechen", sagt Pflaume.

Die ARD-Granden verbinden einige Hoffnungen mit Pflaume. Er ist nicht das beste Pferd in ihrem Stall, aber bislang hat er sie auch nicht enttäuscht: Mehr als sechs Millionen Zuschauer sahen Mitte Juni seine neue Samstagabendshow "Klein gegen Groß". Und wer hat sie produziert? Jauchs I & U. Und wer trat als Stargast auf? Jauch selbst.

Und wenn Pflaume im Herbst seine neue Quizshow ("Der klügste Deutsche 2011") eröffnet, dann wundert sich keiner mehr, dass die ebenfalls von Günther Jauchs Leuten konzipiert worden ist.

Pflaumes Produzent ist nicht nur Deutschlands beliebtester Moderator und einer der angesehensten TV-Unternehmer des Landes, sondern auch eine bedeutende Einnahmequelle der Sender, für die er auftritt: Allein mit "Wer wird Millionär?" erzielte RTL im vergangenen Jahr Werbeerlöse in Höhe von 101 Millionen Euro.

© manager magazin 8/2011
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