Fotostrecke

Autotest: Porsche Cayenne Turbodiesel

Porsche Cayenne Super Diesel

Mit neuem Motor ist der Porsche Cayenne plötzlich kein Spritschlucker mehr. Der Turbodiesel des mächtigen SUV erweist sich als spurtstark und sparsam. "Auch mit Dieselmotor ist der Cayenne ein echter Porsche", lobt Mark Bezner, Chef des Hemdenherstellers Olymp, während der Probefahrt.

Mit Porsches kennt sich Mark Bezner aus. Auf dem Chefparkplatz rechts vom Eingang zur Firmenzentrale des Hemdenherstellers Olymp parkt sein blauer Panamera Turbo; den ließ sich der schwäbische Familienunternehmer im nahen Zuffenhausen personalisieren - unter anderem mit einem leuchtenden Olymp-Schriftzug am Heck. Vor seinem Umstieg auf die 500-PS-Limousine fuhr Bezner diverse Carrera-Modelle.

Im neuen Cayenne findet sich der Tester daher auf Anhieb zurecht; von der Sitzverstellung über das Zentralmenü auf dem großen Navi-Bildschirm bis zu den vielen Knöpfen und Hebeln auf der Mittelsäule ist ihm alles vertraut. Nicht mal die alte Porsche-Marotte kann Bezner irritieren, das links von der Lenksäule montierte Zündschloss. Nur einen Diesel hat der Porsche-Fan Bezner noch nie unter der Haube gehabt. Kein Wunder: Nach dem Ende der Traktorenproduktion im Jahr 1963 hatten die Schwaben jahrzehntelang keinen Bedarf mehr für Selbstzünderantriebe.

Und nun bauen sie einen Turbodiesel in den Cayenne ein. Nur 7,4 Liter gibt Porsche als "Normverbrauch" an. Das heißt jedoch nicht, dass sich das neue Modell nur so träge wie ein Traktor bewegen ließe. Im Gegenteil: Dank seines satten Drehmoments von 550 Newtonmetern beschleunigt der Sechszylinder so zügig, dass der Cayenne-Diesel zu Beginn der Probefahrt bei jedem Ampelstart vorwegspurtet. "Das Sportwagen-Feeling bleibt voll erhalten", lobt Mark Bezner. "Auch mit Dieselmotor ist der Cayenne ein echter Porsche."

Zum Testen des Temperaments und der Leistungsfähigkeit fährt Bezner auf die Autobahn 81 Richtung Würzburg. Auf den langen Geraden ohne Tempolimit, weiß er, erproben auch die Porsche-Testfahrer das Fahrverhalten ihrer Erlkönige bei Höchstgeschwindigkeit.

Doch heute machen Witterung und Verkehrslage das Rasen unmöglich. Immerhin kann Mark Bezner von der Warteposition hinter langsam überholenden Lkw das Abstandsradarsystem ausprobieren und die Vorteile der Acht-Gang-Automatik genießen, die den Diesel immer im optimalen Drehzahlbereich hält: spritsparend und dennoch stets sprintbereit. In Kombination mit der hohen Sitzposition wird so "aus dem SUV ein idealer Reisewagen", findet der Tester.

Am meisten beeindruckt Mark Bezner jedoch das Assistenzsystem, das vor unbedachten Spurwechseln Alarm schlägt durch grelles Blinken im Außenspiegel, der "Totwinkelwarner".

Die Rückfahrt führt über die gewundenen, holperigen Landstraßen am Hang des Neckartals und durch mittelalterliche Städtchen. Mühelos steckt das Fahrwerk die vielen Schlaglöcher, Kopfsteinpflasterbuckel und Querfugen weg, ohne dass das hochbeinige SUV dabei ins Schwanken geriete.

Nach der Rückkehr zur Olymp-Zentrale in Bietigheim-Bissingen umrundet Mark Bezner noch einmal den neuen Porsche Cayenne. Die Front findet er "wesentlich schnittiger" als die des Vorgängermodells, insgesamt signalisiert das Design in den Augen des 48-Jährigen Eleganz. Nur das schräg abfallende Heck mit dem großen Dachspoiler scheint ihm kritikwürdig. Es erinnert ihn an das SUV-Modell von Lexus - und wirke somit "unnötig japanisch".

Bei aller Begeisterung für den neuen Porsche Cayenne: Kaufen würde ihn Mark Bezner nicht. Denn Porsche bietet für sein großes SUV keine dritte Sitzbank als Extra an. So werden die vier Kinder der Bezners auch weiterhin im Wettbewerbermodell von Audi Platz nehmen, einem Audi Q7 - mit dritter Sitzbank.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.