Fotostrecke

Scheicha Musa: Die mächtigste Frau der Golf-Region

Foto: ? Suzanne Plunkett / Reuters/ REUTERS

Scheicha Musa im Porträt Herzdame des Orients

Ob VW, Fifa oder Hochtief - wer mit den sagenhaft reichen Kataris ins Geschäft kommen will, sollte Scheicha Musa kennen. Eine Nahaufnahme der mächtigsten Frau am Persischen Golf.

Hamburg - Kerzengerade steht sie, passend zum Ereignis ganz in Katari-Purpur. Ihre Hoheit Scheicha Musa Bint Nassir al-Misnad ist die einzige Frau auf dieser kapitalen Bühne des Westens, ein Blickfang zwischen Fifa-Präsident Joseph Blatter, der sich am Rednerpult festhält, und ihrem Gatten, Emir Hamad Bin Chalifa al-Thani, der triumphierend die Trophäe stemmt.

Der nächste Sieg ist errungen, im Jahr 2022 wird die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar stattfinden.

"Katarstrophe" wird die "Bild"-Zeitung am nächsten Tag wortspielen, und Kritiker werden sich fragen, ob die Fifa-Verantwortlichen bestochen wurden.

Doch der Emir jubiliert und verspricht der Welt, "wir werden Sie nicht enttäuschen". Bei ihrer Ehre und der ihres Herrscherclans, Scheicha Musa weiß nur zu gut, dass genau das nicht passieren darf. Denn dieser Tag in Zürich, dieser 2. Dezember 2010, markiert etwas derart Großartiges, dass er schon jetzt eingemeißelt ist in die Annalen Katars wie die Hieroglyphen in Ägyptens Pyramiden. Jetzt beginnt ein neues Kapitel in der Entwicklung des kleinen Öl- und Gas-Eilands. Mindestens viermal 1001 Tag wird es lang sein, ein Märchen eigener Art, auch für die deutsche Wirtschaft.

Konzerne wie Siemens  sind schon lange vor Ort, und Vorstand Siegfried Russwurm preist den "strategischen Weitblick" in Katar. Bernd Romanski von Hochtief  konstatiert "ein unglaubliches Bemühen, alles richtig zu machen beim Aufbau des Landes". Und weil man sich so lange kennt und schätzt, ist Katar Anfang Dezember, in der größten Bedrängnis des Essener Baukonzerns, als weißer Ritter eingesprungen, um die Übernahme durch die spanische ACS abzuwenden. Auch Bilfinger Berger  baut schon heftig mit, viele Mittelständler werden folgen.

Deutsche Konzerne lauern auf Aufträge

Katar erobert derweil das Ausland. Zwischen 80 und 100 Milliarden Dollar hat die staatliche Investmentgesellschaft QIA (Qatar Investment Authority) augenblicklich an Vermögenswerten angesammelt. 30 Milliarden wurden 2010 investiert, 50 sollen es im neuen Jahr werden. VW  / Porsche , Credit Suisse , Griechenland - überall schießt der Welt drittgrößter Erdgaslieferant seine Milliarden hinein (siehe Kasten links).

"Katar ist ein signifikanter Player auf der globalen Bühne geworden", attestierte jüngst die "Financial Times". "Wir investieren überall, sogar euer Harrod's haben wir uns geschnappt", feixte der Emir in einem seiner raren Interviews mit den Reportern des Blatts.

Eines ist dabei klar. Der absolut regierende Monarch Emir Hamad Bin Chalifa al-Thani, 58 Jahre alt, und mit ihm die ganze wahabitische Großfamilie der al-Thanis dominieren in Katar die Politik und das Big Business. Dass auch Scheicha Musa über eine hübsche Schatulle mit eigenem Nadelgeld verfügt, darf angenommen werden. Aber ihre Rolle ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen.

Als sie 2003 zum ersten Mal während eines CBS-Fernsehinterviews mit dem Emir auftrat, standen die Kataris unter Schock. "Nicht etwa weil sich der Emir über Freiheit und Demokratie ausließ", wie es in der englischen Presse hieß, "sie starrten vielmehr auf die Frau an seiner Seite." Nie zuvor hatten die Bürger eine Frau ihres Herrschers zu Gesicht bekommen. In den nur sieben Jahren seither eroberte die Scheicha die Bühne der Welt. Und wer würde schon über das Geschäftliche hinaus groß Notiz nehmen vom Emir, hätte er nicht die Musa an seiner Seite? Wo immer die beiden auftauchen, warten schon die Blitzlichter.

Sie ist nicht nur schön wie die Frauen in den arabischen Märchen, mit funkelnden Kajalaugen, sie ist auch die starke Frau hinter dem Emir und die Entwicklung Katars ihr gemeinsames Anliegen. Viele sehen in ihr gar die treibende Kraft, wie uns ständig zugeflüstert wird. Aber das soll man gar nicht laut sagen, der arabische Mann darf nicht provoziert werden. Halten wir uns also ans Protokoll.

Die Öffentlichkeit nimmt von Scheicha Musa auch Notiz in eigener Sache. 2007 wurde ihr der prestigeträchtige Chatham-House-Preis überreicht, der alljährlich von der Queen vergeben wird an eine führende Staatsperson, die sich für die Verbesserung internationaler Beziehungen eingesetzt hat. Im selben Jahr nahm "Forbes" sie auf in den Rang der 100 mächtigsten Frauen der Welt, während die Londoner "Times" sie als eine der 25 mächtigsten Business Leaders im Mittleren Osten outete. Auch in diversen Projekten der Vereinten Nationen ist sie engagiert - für Ausbildung, gegen Armut. Und obwohl sie es ablehnt, sich öffentlich über Mode auszulassen, kürte "Vanity Fair" sie neben Carla Bruni und Michelle Obama zur Stilikone.

"Das Labor der Welt"

Wer ist diese Frau, die, wo immer sie auftaucht, Begeisterung auslöst? Wir treffen sie in Doha, der Hauptstadt Katars. Es ist ein angenehm frühwinterlicher Tag, die Temperatur liegt jetzt unter 30 Grad. Das weiträumig-lichte Vorzimmer der Macht, in dem wir auf sie warten, bietet eine Menge Augenschmaus: zarte Arabesken vor bodentiefen Fenstern, Skulpturen, Auszeichnungen aus aller Welt, Rosensträuße, lang- und kurzstielig. Bildhübsche junge Frauen in knöchellangen Kostümen, businessgestreift, die Shayla elegant um den Kopf gelegt, reichen anmutig kleine, bittere Schlucke des heimischen Beduinenkaffees.

Ein goldener Käfig? Weit entfernt an der gegenüberliegenden Wand hängt eine rote Miniatur, und wer die Botschaft vernehmen will, muss sich schon erheben: "Always step out of your box" steht darunter. Und tatsächlich, eine winzige rote Leiter hat sich aus ihrem Gefängnis befreit und strebt himmelwärts.

"Wir arbeiten hier an den besten Ideen für die Menschheit, wir wollen das Labor der Welt sein", beteuert kurz darauf die Scheicha in ihrem Amtssitz. Ihre Stimme geerdet, ihr Tonfall so energisch und verpflichtend, als beschreibe sie eine große Selbstverständlichkeit. Noch aber existiert dieses "Lab" im Wesentlichen nur als immenses Planquadrat Sehnsucht, und die First Lady im Lande Katar, die ihrer Zeit vorauseilt, ist klug genug, ihre ambitionierten Pläne als "die Vision Seiner Hoheit des Emirs" zu lobpreisen. Begeistert leuchten die dunklen Augen. Sie hält sich sehr aufrecht, wie immer.

Wir sind im Hauptquartier der Qatar Foundation, der großzügigen Stifterin für den Inkubator des Globus und der modernen Wissensgesellschaft Katars, auch die noch ein Frühchen im Brutkasten. Seit 1995 die Stiftung par ordre d' Emir gegründet wurde, ist die Scheicha die Vorsitzende dieser mächtigen Organisation und hat im Westen Dohas eine nagelneue "Stadt der Bildung" mit namhaften amerikanischen und englischen Eliteuniversitäten neben die genauso brandneue Hauptstadt gesetzt.

Netzwerkerin mit Verve

Auch die Technische Universität München soll demnächst folgen. Die außergewöhnlichsten Architekten aller Kontinente haben sich hier verewigt, mit einzigartigen Gebäuden, stets mit arabischem Bezug. "Think. Grow. Inspire" steht allenthalben in mannshohen Lettern auf dem Mauerwerk. Alles schreit einen an: Zukunft! Jetzt!

Derweil netzwerkt Scheicha Musa mit Verve daran, namhafte Wissenschaftler der Welt um sich zu scharen. Einer von ihnen, Tidu Maini, Nobilis der Gelehrtenwelt, Ebenbild Omar Sharifs, ist ihr Berater. Sie hat ihn abgeworben vom Imperial College in London, jener altehrwürdigen Wissenschaftsbastion, die im Laufe der Jahrhunderte 14 Nobelpreisträger hervorbrachte.

Aber wie gelingt es ihr, die internationale Elite nach Doha zu locken? Auf diese zumindest noch vor der Fifa-Entscheidung kaum bekannte Halbinsel im Persischen Golf von der Größe Tirols, flach wie eine Flunder, mit flirrendem Wüstensand überzogen. In ein Land, über das die Quellen berichten, dass es früher einmal von der Perlentaucherei ganz gut gelebt hat, bis die Japaner mit ihren Züchtungen den Niedergang besiegelten; dass Beduinenstämme hier durch die Wüste wanderten, dass Kamelrennen und Falkenjagd Brauch waren und man auch ein bisschen Fischfang betrieb. Ende der Geschichte. Keine Wiege der Zivilisation wie Mesopotamien, kein Babylon. Doch das soll jetzt alles anders werden.

Ihre Hoheit, wie sie allenthalben respektvoll im Lande genannt wird, sitzt hinter ihrem weißen Schreibtisch, auf weißem Stuhl, und im Gegensatz zu ihren Bediensteten trägt sie, ganz anders als bei ihren Auftritten im Ausland, die traditionelle Kleidung der arabischen Frau in ihrer puren Form, ist ganz in Schwarz gewandet. Ihr Gesicht bleibt frei. Auch die Lesebrille hat sie abgenommen, den Computer zur Seite geschoben.

"Um ehrlich zu sein", sagt sie, "kostet es mich weder sonderlich viel Mühe noch Zeit, diese Großkaliber nach Doha zu bringen. Schauen Sie sich doch um, und Sie werden sehen, was diese intelligenten Menschen hier vorfinden: Die allerbesten Bedingungen, um ihrer Arbeit und Forschung nachzugehen. Das hier ist das Lab, von dem jeder Wissenschaftler träumt; und damit meine ich nicht nur das Geld."

Was dann?

"Alles opfern für Wissenschaft und Forschung"

"Wir sind nicht das einzige Land, das Geld hat, vor allen Dingen in dieser Region. Unser Geld ist eingebettet in die Vision, dass wir alles opfern würden für Wissenschaft und Forschung."

Die Vision also, wieder einmal. Reisender, Expatriate, Manager, kommst du nach Doha, führt kein Weg an der Vision vorbei. Sie kündet von einer hochmodernen schönen neuen Welt, in der Roboter des Da-Vinci-Zentrums menschliches Elend wegoperieren, Stammzellen Krankheiten kurieren, erneuerbare Energien die Stadt am Laufen halten, deren Skyline sich wie ein Who's who der internationalen Baumeister liest, CO2-neutrale Technologien vor Umweltübeln bewahren, selbst wenn riesengroße Fußballstadien von unerträglichen 50 Grad Celsius auf die Hälfte heruntergekühlt werden sollen.

"The National Vision 2030", der staatliche Entwicklungsplan für die nächsten Dekaden, wird allenthalben angeführt. Als seine Verfasser zeichnen der Emir, Scheicha Musa und Kronprinz Tamim, ihr zweiter Sohn. "Ich rufe alle auf, hart zu arbeiten und ihr Wissen zu nutzen", appelliert der Herrscher to be.

Noch ein Wahrzeichen sticht heraus. Ein spektakuläres Museum Islamischer Kunst steht an der Corniche, das größte seiner Art versteht sich, gebaut von I. M. Pei - man will ja dem Louvre in nichts nachstehen. Ausdruck der Wertschätzung für die arabische Region, ihre Künstler, Philosophen, Helden aller Couleur soll es sein. Und doch verkörpert es auch die Sehnsucht nach einer eigenen Geschichte. Denn eines weiß die Scheicha und lässt nicht locker, es ihren Landsleuten klarzumachen: Ein Land ohne Kultur ist eigentlich nicht existent. Ihre Botschaft klingt einfach und ist doch so schwierig: Wir können modern sein und trotzdem nach unseren Traditionen leben. So wichtig ist ihr dieses Museum, dass sie die Leitung in die Hände ihrer ältesten Tochter Majassa legte. Während die jüngere das Büro des Emirs leitet.

"Ich bin immer wieder erstaunt, wie genau die Scheicha unsere Arbeit verfolgt und was für präzise Fragen sie stellt bei den Jahresplanungen", erzählt Kurt Meister, einst Orchesterdirektor von Carlos Kleiber. 2007 bekam er den Auftrag, ein Philharmonisches Orchester für sie aufzubauen mit den besten Musikern der Welt. Es ist mittlerweile der Stolz der Herrschergattin. Zu Hause in Doha ließ sie ein Opernhaus bauen, und darum herum gleich eine ganze "Kulturstadt", in der Pracht und guter Geschmack selbstverständlich zueinander finden.

Katharsis für die Kataris allenthalben. Stolz und angenehm im Umgang, sollen sie nun auch studieren, bis ihnen der Schädel brummt. Die Scheicha selbst geht mit Anfang 50, sie sagt es uns zum ersten Mal öffentlich, noch einmal mit gutem Beispiel voran. Gerade hat sie das Studium der Islamwissenschaften aufgenommen. Natürlich könnte sie genauso gut Privatgelehrte nehmen, aber sie will auch mitbekommen, was die jungen Leute umtreibt.

Als junge Frau hat sie 1986 den Bachelor-Abschluss in Soziologie absolviert. Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich eine Gesellschaft formiert, war angetrieben vom Schicksal ihres Vaters Nassir al-Misnad, eines mächtigen Geschäftsmanns des Landes, ein Bürgerlicher nichtsdestotrotz. Er hatte es gewagt, das damals Undenkbare zu fordern - gerechtere Verteilung des Reichtums, gleiche Chancen für alle, Reformen eben. Genau das, was heute in der Verfassung steht, deren Mitautorin seine Tochter ist. Der frühere Emir jedoch hielt nichts von solcher Aufmüpfigkeit. Nassir al-Misnad wurde ins Gefängnis geworfen.

Just zur selben Zeit lernte Emir junior, der im englischen Sandhurst die Königliche Militärakademie absolviert hatte, die berückend schöne Tochter des Aufständischen kennen. Wahrscheinlich sympathisierte auch er mit ihren Ideen und ihren Träumen von einer fortschrittlicheren Gesellschaft. Denn kaum hatte sich der Junior 1995 an die Macht geputscht, wurden schon bald allerlei "Visionen" verkündet, die die Handschrift beider verraten. Aber die Legende will, dass er nicht mehr loskam von ihrer makellosen Anmut, und 1977 wurde Hochzeit gefeiert. Eine Romeo-und-Julia-Geschichte mit Happy End also?

Nichts dem Zufall überlassen

Auf jeden Fall, pflichten Katari-Frauen bei. "Sie ist mein Vorbild in jeder Hinsicht. Ohne sie wäre unser Land nicht da, wo es heute ist", schwärmt die junge Aischa Hassan al-Ansari, während sie durch die Nationalbibliothek führt. Auch sie selbstbewusst und aus großbürgerlichem Unternehmerhaushalt.

Westlerinnen hingegen sehen die Grenzen der Freiheit. Schließlich ist die Scheicha doch nur eine von drei Frauen des Emirs. Vater von 27 Kindern soll der Emir sein, und siebenmal heißt die Mutter Scheicha Musa. Immerhin: Mit fünf Söhnen und zwei Töchtern präsentiert sich das Herrscherpaar in der Öffentlichkeit als königliche Familie. Die anderen bleiben im Hintergrund.

Um die Scheicha dagegen sammelt sich eine ganze Kompanie hoch qualifizierter, weltgewandter Spitzenkräfte aus aller Herren Länder, viele davon aus dem Westen. Sie bereiten die zahlreichen Auftritte im Ausland vor, denn Ihre Hoheit ist Perfektionistin und weiß selbstredend um die Gesetze der Medienwelt. Nichts soll dem Zufall überlassen werden. Und sie will auch genauestens über Entwicklungen aller Art informiert sein.

"Wenn Sie Geschäfte machen wollen in Katar, dann kommen Sie am Qatar Science und Technology Park nicht vorbei", weiht uns ein deutscher Konzernchef ein. Es ist die höfliche Art, zum Ausdruck zu bringen: Kein Weg führt an der Scheicha vorbei. Ihre unerbittliche Forderung an die ausländischen Investoren ist klar und unverrückbar, im Gegenzug für lukratives Business müssen sie technologische Zusammenarbeit garantieren. Auch Volkswagen-Grande Martin Winterkorn will im Januar anreisen und seine gute Absicht kundtun, ein Labor einzurichten zur Materialerprobung.

"Deutschland ist ein sehr guter Partner", lobt die First Lady. "Die Ernsthaftigkeit und die Hingabe beeindrucken mich besonders. Nach meinem Besuch letztes Jahr hat es nur sechs Monate gebraucht, bis wir den Deal mit Fraunhofer zur Herstellung von Wasserstoff ausgehandelt hatten. Das schlägt alle Rekorde."

Zur Erinnerung: Im Jahr 2009 feierte der Nah- und Mittelost-Verein unter der Patronage des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder, an seiner Seite die Powerfrau aus dem Orient, die unter Paukenschlag die Katarsymphonie spielen ließ, 75-jähriges Miteinander. Bei dieser Gelegenheit lernte sie auch den Leiter des Fraunhofer IWS-Instituts kennen. Die Scheicha fand schnell heraus, dass sie den Mann an der Hand hatte, der aus Hitze und Wüste technologischen Segen zaubern kann. Schon kurze Zeit später wurde eine Forschungskooperation vereinbart, öffentlich zelebriert, als die First Lady den Emir auf Staatsbesuch zu Kanzlerin Merkel begleitete und am Rande ihr eigenes Solarprojekt vorstellte.

Überhaupt kann sie ins Schwärmen geraten, wie die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Land wiederaufgebaut haben, "das ist uns ein großes Vorbild". Dann kennt sie also die deutsche Geschichte? "Natürlich!", ruft sie, beinahe empört ob der Frage. Eines ihrer Enkelkinder besucht sogar die deutsche Schule in Doha.

Albert Speer, der Architekt aus Frankfurt-Sachsenhausen, der die Stadien für die Weltmeisterschaft entworfen hat und nun auch bauen wird, ist außer sich vor Freude. "Scheicha Musa und der Emir wollen ein Vorzeigeland aus Katar machen, und das gelingt ihnen auch", lobt Speer.

Und nun zum Schluss doch noch eine Frage an die Scheicha. Ihre Hoheit, wie sind Sie zu der geworden, die Sie sind?

Sie schüttelt den Kopf, unmöglich, diese Geschichte in zwei Minuten zu erzählen! Aber dann legt sie doch los. "Aus den Fehlern lernen, flexibel sein, sich anpassen, niemals aufgeben. Das sind die Prinzipien meines Lebens. Glaub an dich, aber verändere deine Strategien."