iPad Werkzeug der Zukunft

Entertainment-Computer im Business-Test: Der IT-Chef von SAP hält das iPad auch für ein ernst zu nehmendes Arbeitsgerät. In der Quartalsbilanz, die Apple am heutigen Montag veröffentlicht, kommt das iPad erstmals voll zum Tragen.
SAP-Manager Oliver Bussmann mit iPad: Taugt es auch als ernsthaftes Arbeitsgerät?

SAP-Manager Oliver Bussmann mit iPad: Taugt es auch als ernsthaftes Arbeitsgerät?

Foto: Markus Hintzen

Für Oliver Bussmann, seit einem Jahr Chief Information Officer (CIO) bei SAP, war es Ehrensache, als Erster im Konzern mit einem Tablet-Computer zu arbeiten. So bestellte er sein iPad schon lange vor dem Verkaufsstart in Deutschland Ende Mai.

Heute sind bei der Familie Bussmann bereits drei iPads in Betrieb, bei SAP  benutzen 1000 Mitarbeiter den knapp zehn Zoll großen Flachbildschirm mit W-Lan und UMTS.

Ursprünglich war das iPad mehr als Gerät für Kommunikation und Unterhaltung gedacht: zum Lesen von Magazinen und Büchern, zum Videogucken auf Youtube, zum Twittern, zum Verwalten diverser privater Fotoalben im Web. Doch schon bald merkte Oliver Bussmann: Apples flaches Wunderding ist für ihn ein "Business-Tool". Denn das iPad - und damit auch sein Besitzer - ist "immer online".

"Lifestyle wird durch das iPad zu Workstyle", sagt der SAP-Manager. Das heißt übersetzt: Bussmann nutzt das iPad vor allem als digitalen Assistenten, der den Kalender, alle Kontaktdaten aus dem Adressbuch und natürlich alle Mails stets aktualisiert, der alle wichtigen Grundsatzpapiere und Präsentationen vorhält. Was - etwa aus Sicherheitsgründen - keinen Platz auf der 64-Gigabyte-Festplatte von Bussmanns Tablet finden soll, das ruft er sich über die geschützte Datenverbindung zur Drop-Box seines Schreibtisch-PCs auf.

Darüber hinaus trägt Oliver Bussmann selbstverständlich all seine Familienvideos auf dem iPad mit sich, hat Zugriff auf seine privaten MP3-Musikdateien, die auf einem Server des Cloud Computing abgespeichert sind, auf seine Bibliothek von E-Books und auf all seine abonnierten Zeitungen und Zeitschriften. Die Batterie des iPad reicht, um zehn Stunden zu arbeiten und Videos anzugucken: "Genug für jeden Interkontinentalflug", sagt Oliver Bussmann.

Doch so gut sich das iPad auch zum Präsentieren, Konsumieren und Kommunizieren eignet: Wer Tabellenkalkulationen oder komplizierte Powerpoint-Dateien erstellen muss, der ist am Desktop besser aufgehoben, findet Bussmann.

Auch zum Tippen von Kurznachrichten taugt die robuste Tastatur von Bussmanns Blackberry besser als der Touchscreen des iPad. Außerdem kann der Manager mit dem Smartphone telefonisch Kommentare abgeben zu Dateien, die ihm online auf dem iPad vorgelegt werden.

Dennoch: Der CIO geht davon aus, dass schon in wenigen Jahren rund 30 Prozent aller 50.000 SAPler vor allem mit iPads arbeiten werden. Und er ist sich sicher: "Dieses Gerät wird die gesamte Landschaft unserer Computernutzung verändern."

Verändern dürfte das iPad auch die Bilanz von Apple: Der Konzern veröffentlicht am Montag, 17. Oktober, die Bilanz für das abgelaufene vierte Quartal. In diesem Zeitraum kommen die Verkäufe des iPad erstmals voll zum Tragen. Die Aktie von Apple ist seit Tagen auf Höhenflug und hat inzwischen die Marke von 300 Dollar hinter sich gelassen.

Immer online: Das iPad im Urteil von Oliver Bussmann, Chief Information Officer bei SAP

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