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Lotus Evora: Der Vier-Sitze-Flitzer in Bildern

Lotus Evora Gut angezogen

Lotus' neues Modell Evora soll in der Tradition des Esprit stehen, jenes spektakulären Coupés, das James Bond durch zwei Filmepisoden lenkte. mm-Tester Holger Zinke war begeistert von Technik und Design des neuen Coupés.

Auf eine der vielen Auszeichnungen, die er als Vorstandschef der Brain AG bekommen hat, ist Holger Zinke besonders stolz: auf den Deutschen Umweltpreis, verliehen vom Bundespräsidenten im Jahr 2008. Der Einsatz von Brains biotechnisch gewonnenen Waschmittelenzymen kann Millionen Tonnen von CO2-Emissionen einsparen.

Als überzeugter Ressourcenschoner ist Zinke auch ein Fan von Colin Chapman, dem legendären Gründer der Marke Lotus. Für die Probefahrt hat Holger Zinke Chapmans Konstrukteursmotto auf einen Zettel geschrieben: "Simplify. Then add lightness!"

Lotus' neues Modell Evora soll in der Tradition des Esprit stehen, jenes spektakulären Coupés, das James Bond durch zwei Filmepisoden lenkte und das Richard Gere in "Pretty Woman" fährt. Kein Wunder, dass auch Holger Zinke das Karosseriestyling auffällt: Eine ultraflache Silhouette, ein raffiniert integrierter Spoiler, eine betont schmale Taille und ein breites Heck. "Mit diesem typischen Lotus", fasst der Tester den äußeren Eindruck zusammen, "können auch Geschäftsleute überall vorfahren - und sind gut angezogen."

Die Probefahrt führt von der Brain-Firmenzentrale im südhessischen Zwingenberg, einem liebevoll restaurierten und intelligent modernisierten Laborgebäude im Bauhaus-Stil, über die Serpentinenstrecken des Odenwalds auf die Neunkircher Höhe.

Der Tester kommt mit allen Bedienelementen im Cockpit sofort zurecht. Der Mittelmotor des Lotus entlastet die Vorderachse und sorgt dennoch für eine satte Straßenlage. Die sehr direkte Lenkung gibt immer genug Rückmeldung, ist jedoch zugleich so gut gedämpft, dass die Hände am Lenkrad nicht verkrampfen.

Nicht einmal die harte Federung des Evora stört Holger Zinke. "Als Insasse eines Sportwagens" erwartet der 47-Jährige, dass er "alle Faktoren der Fortbewegung direkt spüren darf" - auch den Zustand der Piste. "Nur so", sagt Zinke, werde "Autofahren zum sinnlichen Erlebnis".

Durch die lange Übersetzung des Antriebsstrangs nimmt der Evora bei Steigungen erst spät das Gas an. Das Herausbeschleunigen aus den Kurven gelingt daher nicht so mühelos, wie sich Holger Zinke das gewünscht hätte. Ein Druck auf den "Sport"-Knopf im Armaturenbrett behebt das Problem jedoch sofort. Jetzt zeigt der Sechszylinder des Lotus deutlich mehr Durchzugskraft und liefert jenseits der 3000 Umdrehungen auch jenen kernigen Sound in den Innenraum, den Sportwagenfans wie Holger Zinke lieben.

Daneben stört kein Klappern oder Quietschen. Der Alurahmen des Lotus, die Radaufhängungen (ebenfalls aus Aluminium), das Getriebe und die Zusatzaggregate - alles ist so exzellent verarbeitet wie das edle Leder und die Verkleidungen aus massivem Metall im Innenraum. Die Schaltwege sind kurz, der Knüppel, ebenfalls aus Massivmetall, rastet mit markigem Klacken in die Positionen der sechs Gänge ein.

Nach zwei Stunden ausgiebigem Bergauf- und Bergabgekurve könnte sich Holger Zinke durchaus vorstellen, einen Lotus Evora zu kaufen. Aktuell besteht dafür jedoch noch kein Bedarf. Zinkes Unternehmen stellt auch dem Topmanagement keine individuellen Dienstwagen. Wer ein Auto braucht, nimmt einen Ford Mondeo aus dem Fahrzeugpool, den allen Beschäftigten nutzen.

Und privat fährt Holger Zinke einen noch sehr viel radikaleren britischen Sportwagen: einen TVR 3000 M, Baujahr 1975, mit einer Antriebsübersetzung für Bergrennen. Und natürlich mit Rechtslenker.

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