Fotostrecke

Energiespeicher: Das Stromnetz der Zukunft

Foto: Gamesa

Energie Die Zukunft liegt in cleveren Netzen

Der Streit um die Laufzeiten von Atomkraftwerken geht auch nach dem "Energiekompromiss" weiter. Deutschland werde 2050 seinen Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energien decken können, meinen Experten: Das Stromnetz der Zukunft muss Elektrizität speichern. Eine technische Revolution.

Hamburg - Die Experten des Umweltbundesamts sind sicher: Im Jahr 2050, so eine aktuelle Studie, kann Deutschland seinen Strombedarf ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen decken. Doch woher sollen dann in windstillen Nächten die vielen Megawatt für eine Sonderschicht in der Aluminiumhütte kommen? Oder auch nur die paar Wattstunden, wenn das Baby ein warmes Fläschchen braucht?

Das Problem: Ohne Kohle und Atom schrumpft die Versorgung der sogenannten Grundlast empfindlich zusammen; nur Wasserkraftwerke und geothermische Anlagen liefern im grünen Stromszenario noch permanent Strom. Um auch bei einem emissionsarmen Energiemix die Versorgung zu sichern, sollen die Netze klüger werden: Die "Smart Grids" werden Strom speichern und so Schwankungen in Angebot und Nachfrage ausgleichen.

Erforderlich ist dafür der Aufbau einer komplett neuen Stromzwischenlager-Infrastruktur.

Von den vier Technologien, die derzeit vorrangig erprobt werden (siehe Fotostrecke), gibt es allein mit den Pumpspeicherkraftwerken längere Erfahrungen. Die übrigen Methoden existieren nur in Modellversuchen.

Wo es Salzkavernen gibt, könnten auch unterirdische Druckluftspeicher eine Rolle spielen; bislang ist erst ein einziger in Deutschland in Betrieb.

Auch Elektroautos sollen als Zwischenspeicher genutzt werden, wenn sie am Netz hängen; im Rahmen des "Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität" wird daran intensiv geforscht. Großbatterien könnten eine Lösung darstellen, die unabhängig von den regionalen Gegebenheiten funktioniert.

Welche Technologie am Ende das Rennen macht, ist noch völlig offen. "Alles hängt vom tatsächlichen Energiemix der Zukunft ab", sagt Dirk Uwe Sauer, Professor an der RWTH Aachen und Deutschlands führender Forscher für Stromspeicher. Deshalb lassen sich auch die Kosten noch nicht beziffern.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.