Preise in der Krise Rauf oder runter?

Die entscheidende Preisfrage

mm: Ritter erhöhte die Preise. Ist das die richtige Strategie in der Krise?

von der Gathen: Preiserhöhungen sind in der Konsumgüterbranche eher selten. Neben Ritter kenne ich nur noch Bionade. Beide hatten aber auch gute Voraussetzungen, dies zu tun.

mm: Welche denn?

von der Gathen: Sowohl Ritter als auch Bionade sind starke Marken. Die können sich viel eher eine Preiserhöhung erlauben.

mm: Aber schluckt dies der Verbraucher so einfach?

von der Gathen: Nur die Preise erhöhen reicht nicht aus. Die Erhöhung muss mit einer wirklichen Innovation verbunden sein oder mit einem Zusatznutzen der Produkte. Und die Firmen müssen dies via Marketing deutlich kommunizieren.

mm: Aber trotzdem gibt es in diesen Zeiten Markenhersteller wie Danone, die das Gegenteil tun und die Preise senken. Verhalten die sich denn krisenkonform?

von der Gathen: Deren Preissenkungen haben meist nichts mit der derzeitigen Finanzkrise zu tun, sondern mit dem starken Wachstum der Handelsmarken. Wenn der Preisabstand zwischen den Eigenmarken des Handels und den Markenartikeln zu groß wird, müssen die Hersteller handeln und die Preise senken.

mm: Gilt das für die Schokolade nicht auch?

von der Gathen: Die Schokotafel wird nicht so stark von Handelsmarken angegriffen wie sogenannte Commodities, also etwa Toilettenpapier, Haushaltsfolien oder Milchprodukte. Die Hersteller dieser Produkte müssen deshalb die Preise senken.

mm: Und nach der Krise wieder erhöhen?

von der Gathen: Das wäre eine fatale Strategie. Ich kann mit den Preisen im Supermarkt nicht Achterbahn fahren. Die Preise zu senken ist viel einfacher als sie zu erhöhen.

Management: Ritter ohne Furcht

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