Herbstmode Raue Zeiten

Dunkles Gewölk, Untergangsstimmung - die Schneider wissen Rat: Gegen die Unbilden der Krise hilft derbes englisches Tuch inklusive Jersey und Donegal, großes Karo ist wieder zugelassen samt den dazu passenden Farbtönen. Vorbei, so scheint es, ist der Spuk der schwarzen Trauerfeier-Outfits.
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Man kann ihm viel nachsagen, diesem reichlich verunglückten Regenten mit der in den Zeitläuften zermahlenen Biografie, nur eines nicht: dass Edward VIII., der 1936 zurückgetretene König der Briten und spätere Herzog von Windsor, jemals schlecht angezogen gewesen wäre - es sei denn, er badete gerade nackt auf seiner Ferieninsel im Mittelmeer.

Sein Leben lang pflegte er eine Vorliebe für laute Tweedstoffe und großflächige Glenchecks, Strickkrawatten und Wildlederschuhe zu grauen Flanellanzügen. Er avancierte mit derlei ungewohnten Modearabesken zum bestangezogenen Mann überhaupt und prägte damit den Geschmack der Amerikaner bis hin zu Ralph Lauren. Seit Neuestem wird Edwards Stil sogar bei italienischen Modemachern heftig goutiert.

Denn das ist die Nachricht von den jüngsten Präsentationen der Kleiderbranche in Mailand oder Florenz: Die Krise hüllt sich in englisches Tuch einschließlich Jersey und Donegal, großes Karo ist wieder zugelassen samt den dazu passenden Farbtönen. Auch Cord und Wollpullover mit Zopfmuster, lange Zeit aus der mediterran dominierten Modewelt verbannt, gelten jetzt als Zier. Vorbei, so scheint es, ist der Spuk der schwarzen Trauerfeier-Outfits.

Um den neuen Auftritt fotografisch zu dokumentieren, bat manager magazin eine Reihe von Models in Deutschlands am ehesten angelsächsischen Landstrich, nach Sylt. Die machten zwischen Schafherden, Pferdekoppeln und windgepeitschten Heidehöhen eine Figur, an der der unglückselige Adelsspross aus Albion sicher seine helle Freude gehabt hätte.

Herbstkollektion: Englische Stoffe gegen die Krise

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