Rupert-Murdoch-Biografie Linkischer Krieger

Gründliche Recherche, kluge Analyse: "Vanity Fair"-Kolumnist Michael Wolff ist der erste Biograf, der nahezu unbegrenzten Zugang zu News-Corp-Schöpfer Rupert Murdoch bekam. Detailliert schildert Wolff Geschäftsstrategie und Deals des Zeitungskriegers - und ordnet sie klug in die Medientrends der vergangenen Jahre ein.

Erkenntniswert: Für viele Manager ist er ein Genie, während ihn liberale Qualitätsjournalisten eher für den Antichristen halten. Kein Zweifel, Rupert Murdoch (78), Schöpfer des globalen Medienkonzerns News Corp. , Eigner des deutschen Pay-TV-Senders Sky  und neuerdings Vorreiter für Bezahlmodelle im Web, ist ein lohnendes Sujet für jeden Biografen.

"Vanity Fair"-Kolumnist Michael Wolff ist der Erste, der nahezu unbegrenzten Zugang zu dem Besitzer konservativer Meinungsmaschinen wie dem Boulevardblatt "The Sun" bekam, gegen das die "Bild"-Zeitung wirkt, als wäre sie von Klosterschülerinnen produziert. Entstanden ist eine tief recherchierte, präzise und kritische Lebensgeschichte, die Murdoch als extrem konkurrenzbetonten, dabei überraschend linkischen und kaum selbstreflektierten Zeitungskrieger beschreibt.

Stil: Wolffs Stärke ist die klare, faktenstarke Analyse, weniger die überraschende Formulierung. So bleibt der Text immer flüssig, doch selten süffig.

Nutzwert: Detailliert schildert Wolff Murdochs Geschäftsstrategie und Deals wie die Übernahme des "Wall Street Journal" 2007 - und ordnet sie klug in die Medientrends der vergangenen Jahre ein. Der Mensch Murdoch bleibt vage, auch weil er laut Wolff kaum die Selbsterkenntnis oder auch nur das Sprachvermögen besitzt, um etwas zu seinen inneren Triebfedern zu sagen.

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