Donnerstag, 5. Dezember 2019

Die besten Arbeitgeber Karriere 2009 - es geht doch

Keine Chance für Hochschulabsolventen im Krisenjahr? Stimmt nicht: Die Jobchancen für angehende Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure sind besser als befürchtet. manager magazin hat ermittelt, welche Unternehmen die beliebtesten sind und was sie von ihren Mitarbeitern erwarten.

Ein zeitgeistiges Unternehmen: Der Vorstandsvorsitzende trägt Jeans, seine Jungmanager kommen ohne Schlips, vom Mitarbeiter bis zum Vorstand gibt's nur drei Hierarchiestufen. Aber manches läuft auch in der Zukunftsbranche Fotovoltaik genau wie in der alten Wirtschaft: Wenn der oberste Chef sich etwas wünscht, soll es besser schnell gehen. Also bekam Frank Asbeck, Gründer der Bonner Solarworld AG, den Carport mit Solaranlage, in dem nun sein Maserati parkt. Und Thorsten Schmidt, der nach dem FH-Examen im vergangenen Jahr als Produktmanager für Solarstrombausätze bei dem Fotovoltaikunternehmen eingestiegen ist, hat jetzt die Aufgabe, die Lieblingsidee des autobegeisterten Chefs zur Marktreife zu bringen.

Der 27-jährige Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt technische Umweltplanung, der im vergangenen Herbst - immerhin hatte die Krise schon begonnen - auf vier Bewerbungen drei Zusagen bekam, hat sich bewusst für Solarworld entschieden: "Fotovoltaik ist die Zukunft, die Firma wächst, und wer gute Leistungen bringt, hat bessere Aufstiegsmöglichkeiten als anderswo."

Da klingt er ganz wie sein Chef Asbeck, dem ein Viertel des Aktienkapitals gehört: "Wir sind ein idealer Arbeitgeber für Jobeinsteiger - wir bieten die Kombination von gutem Gewissen und sicheren Arbeitsplätzen mit hoher Eigenverantwortung."

Zumindest der technische Nachwuchs teilt die Einschätzung des Westfalen. Im deutschen Absolventenbarometer 2009, in dem das Trendence Institut für manager magazin Examenskandidaten an deutschen Hochschulen nach ihren Wunscharbeitgebern fragt, landete Solarworld bei angehenden Ingenieuren als Neueinsteiger sofort auf einem beachtlichen 15. Platz.

Dabei rangieren naturgemäß die ganz Großen vorn. Bei den Technikern ist die Faszination Automobil ungebrochen, Audi ist Spitze, gefolgt von Porsche und BMW. Die Wirtschaftler betrachten immerhin die krisengeschüttelte Branche etwas distanzierter und wählten Lufthansa zu ihrem liebsten Arbeitgeber.

Holger Koch, Geschäftsführer von Trendence, stellt einen leichten Blechschaden bei der Autobranche fest: "Die Unternehmen haben einen Dämpfer bekommen; selbst wenn manche ihren Rang verteidigen konnten, haben sie doch prozentual verloren", beobachtet er, "sicher spielen die Hiobsbotschaften der vergangenen Monate hier eine gewisse Rolle."

© manager magazin 9/2009
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