Business-Hall-of-Fame Einlass in die Ruhmeshalle

Jürgen Heraeus und Jürgen Strube haben sich mit bloßem Verwalten ihrer Konzerne nie begnügt. Das manager magazin würdigt sie jetzt mit einer besonderen Ehre.

Von "gelebter sozialer Verantwortung" war die Rede, von "unternehmerischem Mut" und "persönlicher Bescheidenheit". Nur ein Attribut vermisste Jürgen Strube (69) bei der Feierstunde für ihn und seinen Co-Laureaten Jürgen Heraeus (72): "Keiner hat von Lebensfreude gesprochen."

Bei seinem ersten längeren Auslandseinsatz für BASF , in Brasilien, habe er die Lebenskunst der Einheimischen studiert, verriet Strube. Besonders die Idee des "jeitinho" habe es ihm angetan; Brasilianer nennen so jenen kleinen Dreh, mit dem der Lebenskünstler jeder prekären Lage entkommt.

So gesehen haben Jürgen Strube wie Jürgen Heraeus in ihren Karrieren reichlich "jeitinho" bewiesen. Beide haben ihre Unternehmen durch teilweise schwierige Zeiten geführt, waren am Ende aber stets erfolgreich - vermutlich auch mit einiger Lebensfreude.

Rund 100 Spitzen der deutschen Wirtschaft feierten am 18. Juni im "Schlosshotel Kronberg" die Neuaufnahmen in die "manager magazin Hall of Fame". In diese "Walhalla der deutschen Wirtschaft" (Hans-Olaf Henkel) finden seit 1992 Unternehmer und Manager, Politiker und Gewerkschafter Einlass, die Vorbildliches geleistet haben, getreu der Devise: "Gegen Mutlosigkeit und Mittelmaß."

Dieses Mal wurden zwei Männer geehrt, die auf ganz unterschiedlichen Posten viel bewegt haben. Jürgen Heraeus führte den Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus in die Globalisierung, ohne mit der Tradition des Familienunternehmens zu brechen. Jürgen Strube machte als Manager aus der BASF das größte Chemieunternehmen der Welt.

Jürgen Heraeus habe "unternehmerische Leistung und gesellschaftliche Verantwortung verbunden", würdigte der hessische Ministerpräsident Roland Koch den Industriellen. An der Spitze des Hanauer Konzerns sei es ihm gelungen, die Firma in globale Dimensionen zu führen. Heraeus habe sich zudem vielfältig sozial engagiert. Koch nannte beispielhaft Heraeus' Einsatz für mehrere karitative Stiftungen und sein Amt als Vorsitzender von Unicef Deutschland.

Jürgen Strube sei "ein Glücksfall für das Unternehmen BASF" gewesen, sagte der ehemalige hessische Generalstaatsanwalt und langjährige Freund des Geehrten, Dieter Anders. Als Manager und Vorstandsvorsitzender habe er die internationale Expansion des Ludwigshafener Unternehmens entschlossen vorangetrieben. Beim Umbau des Konzerns habe Jürgen Strube stets auf einen Ausgleich der Interessen geachtet und sozialverträgliche Lösungen gesucht.

Die Hall of Fame ist virtuell und hat doch eine feste Heimstätte. Die Laureaten werden im "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" in Bonn geehrt. Dort sind auf einer Tafel ihre Signaturen eingraviert, Videos informieren über ihr Lebenswerk.

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