Schloss Elmau Zauberberg für alle

Ein Hotel wie eine Wundertüte: Konzertbühne, Spielplatz für Familien, Rückzugsort für Gestresste. Ein zauberhafter Ort für Körper, Hirn und Seele - das oberbayerische Schloss Elmau bietet Entspannung für Ruhesuchende.
Von Sibylle Zehle

Adrian Zecha war fasziniert. Der kosmopolitische Indonesier, der mit seinen "Aman-Resorts" in den 90ern die Hotelkultur revolutioniert hat, war am Fuße der schroffen Wettersteinwand im oberbayerischen "Schloss Elmau" abgestiegen und wusste: Das war es! Danach hatte er 30 Jahre lang gesucht, das hatte er immer machen wollen: ein Cultural Hideaway. "Genauso muss Luxus im 21. Jahrhundert aussehen", zollte er seinem deutschen Gastgeber Anerkennung. "Das Hotel als Thinktank. Inspirationen - auf höchstem Niveau".

Für Dietmar Müller-Elmau, den Eigner des Schlosses, war das mehr als das Lob eines einzelnen Gastes. Es war ein Ritterschlag. Und damit eigentlich auch der Schlusssatz eines Romans. Das Happyend in einem Stück, das man über weite Strecken auch ein Drama nennen darf. Enthält die Geschichte von Elmau doch alle dafür notwendigen Ingredienzen: Nebelschwaden und Mystik. Familienfehde und Feuersbrunst.

Dietmar Müller-Elmau ist auffallend groß und schlank und wirkt, obschon 54 Jahre alt und Vater von sechs Kindern, noch immer lässig unkonventionell. Ein Hauch von Kalifornien umweht ihn. Dabei wurde er im 1. Stock des Schlosses, auf Zimmer 54, geboren. So stellt man sich einen dynamischen Erben vor. "Aber tatsächlich habe ich ja alles kaufen müssen", sagt er. "Jeden einzelnen Stein habe ich hier selbst erworben und erlitten."

Geerbt hat er die Lasten der Vergangenheit. Denn Elmau war nie einfach nur ein Hotel. Dietmars Großvater Johannes, ein theologischer Exot und charismatischer Lebensreformer, hat Elmau 1916 gegründet; Carlo Sattler, sein Schwager, das Schloss mit dem trutzigen Turm gebaut, Elsa Gräfin Waldersee, eine geborene Haniel, hat es finanziert. Von Anbeginn eine wunderliche Mischung aus Kloster, Schullandheim und Sanatorium, ein weltentrücktes Refugium deutscher Innerlichkeit. Jeden Morgen Tanz auf der Wiese; mittwochs und sonnabends festliche Elmauer Quadrille im Saal. Alle in Schwarz-weiß. Stammgäste in weichen englischen Tanzschuhen. Dazu täglich wechselnde Tischordnung, die zu respektieren war, wollte man die Gästegemeinde nicht gegen sich aufbringen.

Dietmar Müller-Elmau hat das alles gehasst. Die langen Tische. Die Tanzerei. Den Zwang zur Gemeinschaft. Seinen Großvater hat er nie kennengelernt. Der war 1949 gestorben, gebrochen. Weil er seine jüdischen Gäste geliebt und trotzdem Hitler verehrt hatte. Das Lebensziel - verfehlt. Aber seltsamerweise hatten die Elmauer Rituale ihren Gründer überlebt. Der Tanz ging weiter. Als wäre nichts geschehen. Und der Pianist rief zur Quadrille wie eh und je: "Eins, zwei, drei und dreeehen und grüüüßen und Platz wechseln " Das Schloss zwischen Wiesenmatten und Heuschobern hatte von seiner Faszination nichts verloren.

Perfektionist und Schlossherr

Wie die Elmauer, wie sie sich nannten, mit dem Makel zurechtkamen, dass ihr Vordenker ein Anhänger von Hitler gewesen war? "Genau wie es Wieland und Wolfgang Wagner in Bayreuth gemacht haben: mit der Flucht in die Abstraktion", sagt Dietmar Müller-Elmau. "Das Geistige wurde noch mehr verdichtet. Alle Politik verbannt." Bernhard, Dietmars Vater, kümmerte sich um Verwaltung und Immobilien, Sieglinde, seine Tante, entwickelte die "Elmauer Musikwochen", und Odoardo Mesirca, ihr Ehemann, gab den Hoteldirektor (Johannes Müller hatte ihn dazu auf Lebenszeit ernannt).

Alles Weltanschauliche wurde etwas tiefer gehängt. Nach und nach reisten die Gäste wieder an, auch die jüdischen Freunde, die am Leben geblieben waren, jetzt aus Israel. Aber es kamen auch Gertrud Wagner mit Sohn Wummi, Künstler wie Wilhelm Kempff und Yehudi Menuhin, Elly Ney, Benjamin Britten. Später stießen Loriot, Rolf Boysen und Johannes Rau dazu. Sie alle haben in Elmau Urlaub gemacht, haben dabei geschrieben, geprobt und gespielt, an dem "Ort der Reinigung und des Sammelns" (Menuhin).

Und dazwischen Dietmars Mutter. Eine Niederländerin aus Curaçao, namens Bep: sehr blond und immer braun, weil sie in den fremden, kühlen bayerischen Alpen jeden Sonnenstrahl suchte. "Elmau war Feindesland - für meine Mutter und mich." Sie war offen, kosmopolitisch, multikulti. Elmau protestantisch und in Wahrheit ein ziemlich scheinheiliger Ort. Jedes Jahr kamen frische junge Mädchen aus guten Familien, Helferinnen genannt, als Hauswirtschaftslehrlinge ins Schloss (in ihrem selbstlosen Einsatz an die Blauen Mädchen, die Türsteherinnen in Bayreuth, erinnernd) und sorgten beim "Jägertanz" für Abwechslung. Der Tanz im Tau, barfuß und mit Blumen im Haar, fand mitunter eine Fortsetzung, die aus Gästen über Nacht treue Stammgäste machte.

Darüber sprach man nicht. Das war das Elmauer Geheimnis. Dass man dort auch herrlich sündigen konnte. Auch beim Tanzen wurde geschwiegen. Nach den Konzerten nicht geklatscht. Zollte ein Newcomer einem musikalischen Vortrag dennoch spontanen Beifall, wurde er genauso angeguckt wie bis heute die armen Neulinge in Bayreuth, die beim "Parsifal" nach dem ersten Akt "Bravo" rufen: vernichtend! Denn auch da klatscht man um Gottes willen nicht.

Zwischen diesen Welten wuchs Dietmar Müller-Elmau auf. Ein hochbegabtes Kind - er übersprang eine Klasse -, ein neugieriger Student. In München belegte er BWL, Philosophie, Theologie. In den USA Computer Sciences, weil er am wenigsten davon verstand. Nach zwei Monaten war er der beste Student. Und finanzierte seine Ausbildung zum MBA an der Cornell University als Teaching Assistent des Professors. In Amerika, dem Land der Freiheit und des Individualismus, fühlt er sich zu Hause. Seine Seelenheimat aber wird Indien. Ein Land, wie er empfindet, das immer neue Fragen stellt, keine Antworten gibt. Ein ganzes Jahr in Indien leistet er sich. Einer seiner Söhne wird dort, im Süden, geboren.

Natürlich kann so einer nicht mal dem Vater zuliebe Assistent des stockkonservativen Onkels Mesirca sein. Eines Mannes, der seine Macht mit niemandem teilen wollte. Nach einem Elmau-Gastspiel startete er 1985 mit 20.000 Mark Schulden, in Scheidung lebend und mit drei Kindern, eine Softwarefirma in München. Entwickelte eher beiläufig "Fidelio" für das Hotelmanagement, eine Software, die sich dem jeweiligen Haus anpassen lässt. "Die Individualisierung der Software war das Geheimnis. Alle konnten sie nach ihren Bedürfnissen anwenden." Müller-Elmau war einfach seinem Grundcredo treu geblieben, das er aus Protest gegen die Elmauer Welt entwickelt hat: Vielfalt akzeptieren; die Individualität des Einzelnen respektieren.

Das Schloss als Schicksal

Zu Müller-Elmaus Sensibilität kommen Ehrgeiz und Geschäftssinn. "Natürlich habe ich alles dafür getan, damit wir die Nummer eins sind." Aber die vielen Reisen, Flugzeuge, Hotels, das war nicht sein Leben. "Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, in welcher Zeitzone ich war." Er wollte so schnell wie möglich aus dieser Mühle wieder heraus. In mehreren Schritten wurde Fidelio, damals bereits Weltmarktführer (Umsatz: 75 Millionen Mark, 475 Mitarbeiter, 40 Tochterunternehmen), von der amerikanischen Micros Systems übernommen. Für insgesamt 55 Millionen Mark, wobei an Müller-Elmau der Löwenanteil fiel. Heute ist Micros-Fidelio gut eine Milliarde Dollar wert und beschäftigt 3500 Mitarbeiter. Müller-Elmau berät; pflegt zu Micros immer noch Kontakte. Ohne jedes Bedauern.

Für die Bewahrer des Elmauer Geistes war Dietmar Müller-Elmau nun einer, der mit Computerzeug Geld gemacht hatte, "sie sahen in mir den entwurzelten, amerikanisierten, kapitalistischen Zersetzer des Gemeinwesens". Das Schloss war mit seinen Gästen gealtert, der Betrieb lief immer schlechter, die Banken gaben keine Kredite mehr. 1997 musste der oberste Gralshüter, Odoardo Mesirca, gehen. Seinem Vater zuliebe - "ihm verdankte ich viel" - verhindert Müller-Elmau die Pleite. Jetzt war er gefangen. Das Geisterhaus sog seine Millionen auf. Das Schloss wurde sein Schicksal.

Dietmar Müller-Elmau lüftete, entkernte, investierte. Bei Konzerten durfte wieder geklatscht, beim Tanzen gesprochen werden. Und alle schrien auf. Die Elmauer, das war ja immer noch eine verschworene Gemeinschaft. "Genau wie bei den Wagnerianern: Wenn man den Tanz nicht mitmachte, gehörte man nicht dazu, wurde ausgegrenzt - grässlich." Es gab Unterschriftenlisten. Der Stiftungsrat, an der Spitze der damalige Bundespräsident und Stammgast Johannes Rau, drückte tiefe Besorgnis aus, die Mitarbeiter, der Betriebsrat protestierten, Teile der Familie legten sich quer. "Es war eine Riesenfront", erinnert sich Müller-Elmau. "Offiziell geht es in Deutschland ja immer nur um Kultur. Tatsächlich ging es um Macht und Geld."

Schloss Elmau hatte nun einen Indoor-Pool. Einen Literatursaal. Größere Bäder. Aber Mauern versetzen konnte der neue Schlossherr, auch beschränkt durch den Denkmalschutz, nicht. Dafür beseitigte er geistige Schranken. Lud Jazzmusiker ein. Und Wissenschaftler, Forscher, Philosophen. Elmau wurde ein Synonym für wegweisende Symposien und Debatten. Von der Greencard bis zur Gentechnik. Und Dietmar Müller-Elmau, der genauso schnell redet, wie er denkt, war endlich in seinem Element. "Das ist doch total spannend - wenn man die öffentliche Diskussion mit beeinflussen kann."

Schloss Elmau war jetzt ein Vier-Sterne-Hotel. Mit 80 Prozent Auslastung und 16,5 Millionen Euro Umsatz profitabel schon im ersten Jahr. Und die "FAZ" urteilte nach einem Besuch: "Das Tümelnd-Schwiemelnde ist dahin." Tatsächlich aber schwelte es immer noch im Hintergrund. Der Kampf mit Familienmitgliedern führte bis zum obersten Landesgericht. Und für Dietmar Müller-Elmau und seine zweite Frau war die Idee, nach Amerika auszuwandern, zeitweilig durchaus eine Option.

Tag der Götterdämmerung

Dann kam der Tag der Götterdämmerung. Im August 2005 brach Feuer aus. Zwölf Stunden brannte es lichterloh. Die Ironie des Schicksals hatte es gewollt, dass eine defekte Heizdecke ausgerechnet im Zimmer des greisen Onkels Mesirca das Schloss in Schutt und Asche legte. Des Mannes also, sagt Müller-Elmau, "der mich abgrundtief hasste". Noch in der Feuernacht beschlossen Dietmar Müller-Elmau, der Enkel des Gründers, und Christoph Sattler, der Enkel des Schlossarchitekten Carlo Sattler, Elmau wieder aufzubauen.

Drei Flügel waren, auch wegen der schweren Löschwasserschäden, völlig zerstört. Sattler wollte das Werk des Großvaters möglichst wiederherstellen. Müller-Elmau wollte etwas ganz anderes, völlig Neues kreieren. Der Kompromiss ist das neue Elmau. Ein Schloss, das die Würde des alten Gebäudes behalten, aber eine neue Transparenz und Klasse gewonnen hat.

Wieder hatten alle Angst. "Dietmar, du darfst alles machen, nur nichts ändern", sagte Loriot, der in Elmau ungezählte Sketche und Drehbücher geschrieben hat. In Zimmer 219, wo der große Schreibtisch im Erker mit Blick auf Wiesenmatten und Wettersteinwand steht. Da saßen die Herren Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner sozusagen in der Badewanne. Nach einem Jahr kam Vicco von Bülow wieder und war fortan vornehmlich im Bademantel unterwegs. Denn Dietmar Müller-Elmau hat mit dem neuen Elmau ein Gesamtkunstwerk geschaffen.

Er nannte es "Luxury Spa & Cultural Hideaway". Und ließ dem Schloss seinen Turm, die Lärchenschindeln, die langen Flure, die Säulen im Foyer. Aber schaffte Platz und Räume zum Wohlfühlen. Dazu ein Spa allein für Familien - und ein großes Badehaus für Genießer. In Zahlen heißt das: 200 Erwachsene und 150 Kinder verteilen sich auf fünf Restaurants und fünf Pools. Und all das entstand nach einem Konzept, das auch schon Adrian Zecha bei der Entwicklung seiner legendären "Aman-Resorts" geleitet hat. "Mein Konzept wollen Sie wissen?", hat Zecha einmal zu uns gesagt. "Es ist das beste, das es gibt: mein Bauch."

Dietmar Müller-Elmau blieb einfach seinen Grundprinzipien treu. Ein Lob der Vielfalt und des Individuums. Jeder Gast sollte nach seiner Façon glücklich werden. Die ersten Besucher lobten die Materialien. Die seidig gebürsteten Pappenheimer Juraplatten in den Bädern. Die neuen geölten Eichenböden. Die Medien bewerteten das Hamam in Elmau als das beste türkische Dampfbad Deutschlands. Und vor allem: Sie priesen das goldene Licht. Die handgefertigten blattgoldbelegten Halbmonde von Enzo Catellani ziehen sich durchs ganze Haus. Sie schenken dem einst fahlen Gemäuer nun Wärme. Glanz. Brillanz.

Vor allem aber hat Dietmar Müller-Elmau verstanden, dass sich Luxus nicht über seidene Schabracken definiert. Luxus müsse heute intellektuell stimulieren, belegen jüngste Studien, die Menschen suchten Erlebnisse, Emotionen, Wissen und Werte. Der Schlossherr, der nach dem Brand "endlich grausam genug war, die letzten Gesellschafter rauszukaufen", hat, wie schon bei Fidelio, mit dem neuen Elmau Branchengeschichte geschrieben. Gekostet hat der Um- und Neubau 40 Millionen Euro, 25 davon zahlte die Versicherung. Entstanden ist ein Zauberberg des 21. Jahrhunderts.

Die Magie des Ortes

Was bedeutet das für die Gäste? Eigenbrötler sitzen glücklich im alten Salettl. Mit Blick auf eine bemooste hundertjährige Buche. Kein Laut. Nur Stille. Familien planschen im Family Spa oder im nahen Ferchenbach. Aus dem Geisterhaus hat Müller-Elmau, der Familienvater, ein Abenteuerparadies gemacht. Die Quadrille ist abgeschafft. Kultur ist nicht mehr der einzige Mittelpunkt. Wellness, Wandern, Schwimmen, Fitness haben einen hohen Stellenwert. Aber mehr als die Hälfte der Gäste nimmt die Kammermusiken, Jazzkonzerte, Lesungen, Liederabende, Klavierkonzerte, Bibliotheken dankbar an. Wir erlebten auf dem Podium Christoph Schlingensief, so konzentriert, anrührend, intensiv, als sei es ein privates Treffen, tatsächlich sprach der Regisseur vor einem Auditorium von 100 Leuten.

Aber es herrscht ein neuer Ton. "Das ist doch der größte Luxus", sagte Müller-Elmau zu dem Alt-Elmauer Gidon Kremer. "Du spielst, und ich geh' schwimmen. "Nee", antwortete Gidon, "der allergrößte Luxus ist, ich bin mit meiner Freundin in Elmau, ich gehe weder spielen noch schwimmen, bleib' einfach mit ihr auf dem Zimmer." - Das habe er dann auch getan. - Do not disturb. Roomservice aus der Gourmetküche. Fast eine Woche lang. "Er fand es himmlisch."

Die Magie des Ortes, sie wirkt noch immer. Die Künstler kommen gern. Ohne Honorar. Genießen dafür mit ihren Familien ein paar Tage Erholung auf Einladung des Hauses. Die Stille des Tals, nur am frühen Morgen und Abend unterbrochen von glockenbimmelnden Ziegen- und Schafherden. Man fühlt sich gesegnet. Aufgehoben in der Weite der Hochebene, beschützt von der Erhabenheit der Berge. Schloss Elmau steht auf 60 Millionen Jahre altem Meeresgrund. Wer möchte da an der Küche mäkeln? Die Buffets sind frisch. Im Gourmetrestaurant kocht Michael Hüsken ambitioniert. Aber es fehlt Beständigkeit. Im Spa-Restaurant haben wir dreimal das gleiche Gemüsecurry gegessen. Mal fantastisch. Wie im "Mandarin Oriental" in Hongkong. Mal normal. Mal langweilig. Das darf nicht sein.

Und wer möchte von der Krise reden? Elmau macht freilich auch dieses Jahr Gewinn. Halbiert habe sich nur die Anzahl der Businesskonferenzen, aber das falle bei einem Anteil von 5 Prozent kaum ins Gewicht. Dafür gebe es mehr Individualreisende als im Vorjahr. Unternehmen werden nur akzeptiert, wenn sie das ganze Haus belegen. So wie zum Beispiel die Firma Porsche, die auf Elmau drei Wochen lang ihren "Panamera" der Weltpresse vorstellt. Die Preise gelten als hoch; im internationalen Vergleich sind sie es nicht. Man will maßhalten. "Wir sind ja noch ganz am Anfang. Trainieren die Mitarbeiter. Unser Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft."

Die ganze Anlage wirkt gepflegt. Nur hinter dem Haus, wo Enzian die Buckelwiesen blau färbt, spürt man etwas von den Wunden, die Bauarbeiten hinterlassen. Fliederbüsche und Gartenmöbel stehen etwas ratlos in der Gegend. Im Herbst würden wir da und dort noch etwas pflanzen. - "Im Herbst?", fragt Peter Kienast, der Hoteldirektor, lächelnd. "Das haben Sie Müller-Elmau geraten? Da kennen Sie unseren Chef aber schlecht." - Am nächsten Morgen verstehen wir, warum Kienast gelächelt hat. Rasentrecker fahren hin und her, Gärtner pflanzen, und der Chef schleppt erst schwere Kissentruhen, dann Tische, Stühle und Sonnenschirme über den Kies, stellt um, gruppiert neu ... Ein Verrückter. Ein Maniac. Besessen von der Suche nach Perfektion. Manche nennen das Glück.

Schloss Elmau: Das Hotel in Bildern

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