Bioenergieaktien Der Mais macht's

Am Markt für Bioenergie haben Investoren gute Chancen.
Von Patricia Döhle, Simon Hage und Jonas Hetzer

Im Gewächshaus 12 c steht es nicht gut um den Mais: Mit "Spinnmilben und Thripsen" soll er laut Anweisung des zuständigen Gärtners traktiert werden. Dahinter verbergen sich winzige, Pflanzensaft saugende Schädlinge, die die befallenen Blätter in kürzester Zeit zugrunde richten und am Ende die Pflanze zerstören.

Nicht nur Mais, auch Zuckerrüben und diverse Getreidesorten werden in einem der 25 Gewächshäuser der KWS Saat AG  im niedersächsischen Einbeck derart malträtiert, um widerstandsfähiges, ertragreiches Saatgut zu züchten. Was nach Gärtnerei aussieht, ist in Wahrheit das Forschungslabor des viertgrößten Saatgutherstellers der Welt.

80 Millionen Euro investiert KWS jährlich in Forschung und Entwicklung. Für weitere 20 Millionen entstehen in diesem Jahr in Einbeck umfangreiche neue Labor-, Büro- und Gewächshausflächen und 50 zusätzliche Jobs. Einer der wichtigsten Wachstumstreiber: Die Züchtung sogenannter Energiepflanzen, Gewächse, die nicht zum Verzehr, sondern zur Erzeugung von Energie etwa durch Gärprozesse in Biomassekraftwerken verwendet werden.

Schon heute machen Biokraftstoffe und Biomasse zur Stromerzeugung 30 Prozent der alternativen Energieproduktion in Deutschland aus. Zum Vergleich: Wind steuert knapp 18 Prozent bei. Insgesamt soll nach dem Willen der Bundesregierung der Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergieproduktion bis 2020 verdoppelt werden.

Investoren bietet die KWS-Aktie die Möglichkeit, am Bioenergiemarkt zu partizipieren, ohne vollkommen davon abhängig zu sein. Die Traditionsfirma, die sich zu 65 Prozent im Besitz dreier Familien - darunter der Oetker-Clan - befindet, ist seit 150 Jahren mit traditioneller Saatgutproduktion erfolgreich. Empfehlenswert für Anleger ist auch KWS-Konkurrent und Weltmarktführer Monsanto , der vom zunehmenden Bedarf an Bioethanol als Benzinalternative in den USA profitiert.

Energie im Depot

Unternehmen ISIN1 Markt-kapitalisierung2 (in Mio. Euro) Eigen-kapitalquote3 (in Prozent) Kurs-Gewinn-Verhältnis4 (in Prozent)
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606,5 49,0 13,5
1 Internationale Wertpapierkennung
2 per 12.3.2009
3 aktuelle Publikation
4 per 12.3.2009; auf Basis erwarteter Gewinne
Quelle: Bloomberg

Derzeit hoch bewertet, aber langfristig dennoch interessant ist die Aktie des deutschen Biogasanlagenherstellers Envitec . Im November vergangenen Jahres kürte ihn das US-Magazin "Business Week" zum Wachstumswert Nummer eins unter "Europe's Hot Growth Companies".

Solarenergieaktien: Brüder, zur Sonne Grüne Investments: Der nächste Boom

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