Smart-Grid-Aktien Schlaues Stromnetz

Wie Kunden sparen und Anleger mitverdienen können.
Von Patricia Döhle, Simon Hage und Jonas Hetzer

Science-Fiction? Nein, damit habe sein Geschäft rein gar nichts zu tun, sagt Larry Stack. Schließlich habe das Zeitalter des intelligenten Stromnetzes - im Fachjargon: Smart Grid - doch bereits begonnen. Larry Stack ist Elektroingenieur und Energiechef bei Telvent .

Das spanische Unternehmen entwickelt unter anderem Software für Übertragungsnetze - sozusagen Betriebssysteme für den reibungslosen Stromfluss. Bereits heute beliefert Telvent weltweit fast 500 Versorger mit diversen IT-Produkten - vom US-Energieriesen PG & E bis hin zu den Stadtwerken Cottbus.

Larry Stacks jüngster Coup: In Schweden hat Telvent die Infrastruktur für rund 600.000 intelligente Stromzähler ("Smart Meters") installiert, die Verbrauchswerte in Echtzeit an den Versorger - in diesem Fall den Auftraggeber Vattenfall - übermitteln. Der Vorteil für den Konsumenten: Er kann präzise ermitteln, wie viel Elektrizität er zu welcher Tageszeit verbraucht hat. Ähnliche Testprojekte, auch anderer Anbieter, laufen in mehreren deutschen Städten. Rund 6,5 Prozent des Stromverbrauchs in der Bundesrepublik, schätzt das Wirtschaftsministerium, können private Haushalte allein durch die Nutzung kluger Zähler einsparen.

Doch Smart Meters sind nur ein erster Schritt zur effizienteren Nutzung des Netzes. Schon bald dürften Stromkonzerne flexible Preise anbieten, um den Verbrauch in Spitzenzeiten zu reduzieren. Zudem könnten Versorger künftig einzelne Stromfresser wie Klimaanlagen oder Gefrierschränke kurzzeitig ausknipsen, wenn der Konsum zu stark in die Höhe schießt - oder auch zusätzlichen Strom aus privaten Solaranlagen ins Netz einspeisen. So würden Ausfälle vermieden und Kosten erheblich gesenkt.

Smarte Aktien fürs Smart Grid

Unternehmen ISIN1 Markt-kapitalisierung2 (in Mio. Euro) Eigen-kapitalquote3 (in Prozent) Kurs-Gewinn-Verhältnis4 (in Prozent)
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307,5 27,6 8,1
1 Internationale Wertpapierkennung
2 per 12.3.2009
3 aktuelle Publikation
4 per 12.3.2009; auf Basis erwarteter Gewinne
Quelle: Bloomberg

Von Investitionen der Versorger in die Netzinfrastruktur dürften neben dem IT-Spezialisten Telvent, der seine bislang einstelligen Gewinnmargen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert hat, auch Zählerhersteller wie Itron  profitieren. Das US-Unternehmen hat zuletzt vier Großaufträge für moderne Stromzählernetzwerke erhalten. Gesamtvolumen: rund 1,4 Milliarden Dollar. Ein US-Analyst bezeichnet Itron bereits als das "Microsoft des Meterings".

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