Ökoautoaktien Blütezeit für Batterien

Wer vom Trend zum Ökoauto profitiert.
Von Patricia Döhle, Simon Hage und Jonas Hetzer

Das unscheinbare Dorf lässt wenig Revolutionäres vermuten: Nersac, Westfrankreich, idyllisch gelegen zwischen Weinbergen und ehemaligen Römersiedlungen. Doch im Januar 2008 startete hier die weltweit erste Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien für Ökoautos.

Betreiber ist der französische Hightech-Batterienbauer Saft  gemeinsam mit dem US-Autozulieferer Johnson Controls . Der große Vorteil des neuartigen Gemeinschaftsprodukts: Lithium-Ionen-Batterien sind leichter, kleiner und langlebiger als herkömmliche Nickel-Autobatterien - und damit auch für Plug-in-Hybride und reine Elektroautos geeignet, die an der Steckdose aufgeladen werden können.

Derzeit produzieren die Maschinen in Nersac rund 10.000 Batterien pro Jahr. Schon bald soll die Fabrik die zehnfache Kapazität erreichen - und auch genug Abnehmer finden.

Das Kalkül dahinter: Rohölknappheit, strengere Abgasvorschriften und sparfreudige Verbraucher setzen Autokonzerne zunehmend unter Druck. "Die Industrie hat bemerkt, dass sie ohne saubere Fahrzeuge nicht mehr auskommt", sagt John Searle, Chef der Saft Groupe. Finanzkrise und Geldnöte der Autobranche dürften zwar manches Projekt verzögern, räumt Searle ein - am langfristigen Trend ändere dies jedoch nichts.

Die Pläne von Autobauern rund um den Globus geben ihm recht. Ob GM, Renault oder Volkswagen: Die Konzerne tüfteln unter Hochdruck an neuen Vehikeln, die ohne Verbrennungsmotor auskommen - oder zumindest über einen spritsparenden Hybridantrieb verfügen. Im Sommer will Daimler erstmals eine Hybridversion des S-Klasse-Mercedes auf den Markt bringen, gegen Ende des Jahres zieht BMW mit dem 7er nach. Beide Fahrzeuge werden mit Batteriezellen von Saft und dem Joint-Venture-Partner Johnson Controls ausgestattet sein.

Ökoautoapiere zum Durchstarten

Unternehmen ISIN1 Markt-kapitalisierung2 (in Mio. Euro) Eigen-kapitalquote3 (in Prozent) Kurs-Gewinn-Verhältnis4 (in Prozent)
Saft Groupe Boerse>9 alt="Chart zeigen" hspace=2 src="/static/te/icons/ic_chartlink.gif" width=15 border=0> 
333,3 16,5 9,5
1 Internationale Wertpapierkennung
2 per 12.3.2009
3 aktuelle Publikation
4 per 12.3.2009; auf Basis erwarteter Gewinne
Quelle: Bloomberg

Noch generiert Saft den Großteil des Umsatzes mit Batterien für Eisenbahnen, Flugzeuge, Satelliten und Ölbohrinseln. Doch Fondsmanager erwarten vor allem vom Geschäft mit den Ökoautobatterien Impulse für den Aktienkurs. Neben Saft könnte sich auch die Aktie der belgischen Umicore  als profitables Investment entpuppen. Der Hersteller von Spezialwerkstoffen und Metallen produziert unter anderem Materialien für Lithium-Ionen-Batterien - und dürfte von einer wachsenden Nachfrage in diesem Bereich profitieren. Interessant auch die Aktie des Batterie- und Autokonzerns BYD : Die Chinesen haben bereits ein Plug-in-Hybridfahrzeug auf den Markt gebracht, ein Elektroauto angekündigt - und seit September einen prominenten Anteilseigner an Bord: US-Investor Warren Buffett.

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