Mittwoch, 19. Juni 2019

Karriere bei den Champions Die Welt ist nicht genug

3. Teil: Nur eine von vielen Firmengründungen

Viele, die in den vergangenen Jahren im Eilschritt durch die Hierarchieebenen gerauscht sind, geben offen zu, dass sie eher durch Zufall bei der Allianz gelandet sind.

 Christoph Hofmann Der Job: Baute das Geschäft mit börsennotierten Aktienfonds auf, das der Allianz Global Investors bis heute 20 Milliarden Dollar Kundengelder einbrachte. Die Karriere: Unterschrieb 1997 als Mitarbeiter Nummer drei beim damals neu gegründeten Asset-Manager der Gruppe. Wechselte nach zwei Jahren Aufbauarbeit in die USA. Die Ausbildung: Studierte BWL und arbeitete während der Semesterferien bei McKinsey.
Charly Kurz

Christoph Hofmann

Der Job: Baute das Geschäft mit börsennotierten Aktienfonds auf, das der Allianz Global Investors bis heute 20 Milliarden Dollar Kundengelder einbrachte.

Die Karriere: Unterschrieb 1997 als Mitarbeiter Nummer drei beim damals neu gegründeten Asset-Manager der Gruppe. Wechselte nach zwei Jahren Aufbauarbeit in die USA.

Die Ausbildung: Studierte BWL und arbeitete während der Semesterferien bei McKinsey.

Christoph Hofmann etwa, der heute in einem Büro an der Avenue of the Americas in Manhattan arbeitet und in den vergangenen sechs Jahren eine spezielle Variante des Geschäfts mit Aktienfonds aufgebaut hat, die dem Asset-Manager der Gruppe bislang Kundengelder in Höhe von 20 Milliarden Dollar in die Kassen spülte.

Der heute 35-Jährige hatte schon während seines BWL-Studiums für McKinsey gearbeitet und war fest entschlossen, danach beim Beraterprimus anzufangen. Davon abgehalten hat ihn, dass er 1997 Markus Rieß kennenlernte. Der war damals gerade angeheuert worden, um die Fondsaktivitäten der Allianz zu bündeln und eine globale Asset-Management-Firma daraus zu machen.

Ein paar Wochen später unterschrieb Hofmann bei der Allianz und war damit Mitarbeiter Nummer drei einer Gesellschaft namens Allianz Asset Management. Die heißt heute Allianz Global Investors und gehört nach zahlreichen Zukäufen zu den fünf größten Asset-Managern weltweit, verwaltet 1,3 Billionen Euro und beschäftigt 4300 Leute.

Die ersten Monate waren wie in einer Start-up-Firma. Hofmann suchte Büros, kümmerte sich um Telefon- und IT-Ausrüstung und baute ein Callcenter auf. Nach zwei Jahren zog er dann nach New York, um bei der Integration einer der vielen hinzugekauften Fondsfirmen zu helfen und das Privatkundengeschäft in den USA in Gang zu bringen.

Vor etwas mehr als fünf Jahren fing er an, seine eigene Produktlinie aufzubauen: börsennotierte Aktienfonds. Hofmann identifiziert Investmentthemen, konzipiert die Fonds, stellt ein Bankenkonsortium zusammen und geht mit seinen Fondsmanagern auf Roadshow, um Kundengelder zu akquirieren.

Am Ende bringt er seine Anlagevehikel per IPO an die New York Stock Exchange. Und wie jeder Manager, der seine Firma an der Wall Street listen lässt, darf Hofmann bei der Börsenpremiere die Glocke zur Eröffnung des Handelstages läuten. "Das ist jedes Mal ein tolles Gefühl, auch wenn man es zum zehnten Mal macht", sagt er.

Der Aufbau des globalen Asset-Management-Geschäfts ist das spektakulärste Start-up der Konzerngeschichte - tatsächlich war es aber nur eine von vielen Neugründungen der vergangenen Jahre. Weite Teile des Geschäfts in den Wachstumsregionen Osteuropas und Asiens wurden über sogenannte Green-Field-Operations hochgezogen. Davon hat eine ganze Reihe von Nachwuchskräften profitiert, die als Aufbauhelfer rund um den Globus verschickt wurden.

© manager magazin 12/2008
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