Samstag, 18. Januar 2020

Management Wer schlecht führt, fliegt

Menschen kommen zu Unternehmen, aber sie verlassen Vorgesetzte. Dabei wird der Wettbewerb der Zukunft auf den Personalmärkten entschieden: Manager, denen die Mitarbeiter davonlaufen, müssen sanktioniert werden.

Das ist keine kühne Prognose mehr: Der Wettbewerb der Zukunft wird auf den Personalmärkten entschieden.

 Dr. Reinhard K. Sprenger ist einer der einflussreichsten Managementautoren in Deutschland. Zuletzt veröffentlichte er im Campus Verlag "Gut aufgestellt. Fußballstrategien für Manager".
Mareike Foecking
Dr. Reinhard K. Sprenger ist einer der einflussreichsten Managementautoren in Deutschland. Zuletzt veröffentlichte er im Campus Verlag "Gut aufgestellt. Fußballstrategien für Manager".
Schon jetzt leben wir, was Fach- und Führungskräfte angeht, in Zeiten des Mangels. Sicher nicht in allen Industriesektoren in gleichem Maße. Aber die Frage "Wie bekommen wir gute Leute?" wird für viele Unternehmen täglich drängender. "Die Netze auswerfen" ist die übliche Antwort.

Eine andere, unbequeme lautet: "Die guten Leute? Wir hatten sie schon mal, aber wir haben sie verloren." Mitarbeiter, die dem Unternehmen den Rücken gekehrt haben, kommen in der Regel noch teurer als das ohnehin aufwendige Anwerben neuer Kandidaten. Denn hohe Fluktuation bedeutet Diskontinuität beim Kunden sowie hohe Kosten für Information, Beschaffung, Einarbeitung und Ausbildung von Mitarbeitern. Jedes Mal, wenn ein Mitarbeiter geht, gehen diese Investitionen mit ihm.

Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten wird mithin als eine Aufgabe gedacht, die im Grunde identisch ist und der man mit jener Strategie zu Leibe rückt, die auf Neudeutsch "Employer Branding" heißt.

Was Mitarbeiter wollen: Welche Kriterien sind Ihnen in ihrem Job wichtig - und wie zufrieden sind Sie damit?
manager magazin
Was Mitarbeiter wollen:
Welche Kriterien sind Ihnen in ihrem Job wichtig - und wie zufrieden sind Sie damit?
Die Kernbotschaft: Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um unsere Marke als Arbeitgeber so anziehend wie möglich zu machen; wir müssen auf der Liste der Arbeitgeberattraktivität weit oben stehen.

Ob wir nämlich gute Leute bekommen, hängt vorrangig ab von der Qualität des Bewerberpools. Und die Qualität des Bewerberpools hängt wiederum ab vom Image des Unternehmens im umgebenden Meinungsklima. Dem kann man aber nicht von außen etwas Rouge auflegen - es müssen unsere Mitarbeiter selbst sein, die gut über das Unternehmen sprechen und damit langfristig für ein positives Image sorgen. Man übertreibt deshalb nur wenig, wenn man sagt: Ein Unternehmen, das eine Suchanzeige aufgibt, hat den Wettlauf um die Besten schon verloren.

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