Montag, 22. April 2019

Maxdata Programmierte Pleite

Größenwahnsinnige Manager haben die einst gut laufende IT-Firma Maxdata in den Ruin getrieben. Nach dem Absprung eines potenziellen Investors ist eine Rettung schwieriger denn je. Die Produktion in Würselen bei Aachen, Herzstück des Unternehmens, wird nach Informationen von manager magazin geschlossen.

Ist der Mann ein Schönfärber? Oder kennt er die eigenen Bilanzen nicht? Wie auch immer - die Rede, die Maxdata-Vorstandssprecher Thomas Stiegler (51) zur Hauptversammlung im April dieses Jahres hielt, muss den Aktionären heute als purer Hohn erscheinen.

Vor der Schließung:
Maxdata-Standort in Würselen bei Aachen
Maxdata Börsen-Chart zeigen, ein Hersteller von Computern und Monitoren, sei "auf dem richtigen Weg" und werde wieder wachsen, fabulierte Stiegler damals frohgemut. Schließlich hätte sein Team die "Hausaufgaben erledigt" und "den Grundstein für die Zukunft gelegt".

Elf Wochen später war der Zauber vorbei. Maxdata stellte im Juni den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das voraussichtlich im September eröffnet wird.

Zweckoptimismus hat Tradition bei Maxdata. Acht Jahre lang vertrösteten Stiegler und seine Vorgänger die Anteilseigner mit blumigen Versprechen. Und mit jedem Jahr rissen die Missmanager in Marl die Firma tiefer in die Krise.

Gescheitert ist Maxdata letztendlich am Größenwahn seiner Vorstände, an falschen Weichenstellungen und an einem ruinösen Konkurrenzkampf auf dem Markt der Informationstechnik. Ob das Unternehmen, zu dem 2007 noch rund 1000 Mitarbeiter gehörten, überhaupt eine Überlebenschance hat, ist völlig ungewiss.

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Dabei galt Maxdata anfangs als Erfolgsgeschichte. Holger Lampatz (50) hatte den Betrieb 1987 gegründet und beständig zweistellige Wachstumsraten erzielt. 1999 brachte er seine Firma an die Börse. Von da an ging es bergab.

Der Rekordumsatz von 1,1 Milliarden Euro (1999) ist im Jahr 2007 auf 469 Millionen Euro geschrumpft, der Bilanzverlust summiert sich auf 118 Millionen Euro. Der Abwärtstrend hat sich seitdem noch verstärkt: Für das erste Halbjahr 2008 weist das Unternehmen einen Umsatz von nur noch 181 Millionen Euro und einen Verlust von rund 21 Millionen Euro aus. Hätte Maxdata nicht bereits 2007 seine Immobilien für 38,5 Millionen Euro verkauft, wäre die Pleite vermutlich schon früher eingetreten.

Das Verhängnis begann mit der Übernahme einer großen Computerfabrik in Würselen bei Aachen. Die Fixkosten schossen nach oben, die Zahl der Mitarbeiter verdoppelte sich. Doch anstatt die Auslastung zu sichern, beendete Lampatz die Auftragsfertigung für andere Anbieter - in der irrigen Annahme, er könne den Absatz der Maxdata-Geräte erhöhen. Folge: Das Werk, das einst im Drei-Schichten-Betrieb lief, kann heute kaum mehr eine Schicht beschäftigen.

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