Donnerstag, 17. Oktober 2019

Premiere Der kostspielige Kampf um die Bundesliga

Premiere will für den bisherigen Rechteumfang deutlich weniger bezahlen.

Konkurrenz: Beim Kartellamt hat Premiere Beschwerde eingelegt, dass die Sirius Sport Media, eine Kirch-Firma, die die diversen Rechtepakete verkauft, nur fertige Berichte anbieten will.

Kundenköder: Ohne Fußball läuft das Publikum weg
Dies kann Premiere nicht gefallen, weil es eine eigene Sportredaktion unterhält und natürlich auf Unabhängigkeit und Unverwechselbarkeit besteht: "Da weiche ich nicht einen Millimeter", äußert sich Premiere-Chef Michael Börnicke felsenfest.

Das strittige Sirius-Konzept erhöht die Konkurrenz und damit die Preise: Denn als Abnehmer sendefertiger Fußballprogramme kommen auch Kabelnetzbetreiber, Internetanbieter oder Telekommunikationsfirmen in Betracht, die keine eigenen Redaktionen unterhalten.

Kapital: Um sich für die Versteigerung der Übertragungsrechte zu rüsten, hatte Premiere 2007 sein Kapital um 176 Millionen Euro erhöht. Von dem Geld ist nicht mehr viel da. Nicht ausgeschlossen, dass eine weitere Kapitalerhöhung oder die Auflage einer Wandelanleihe notwendig wird. Schulden in Höhe von 225,5 Millionen Euro steht eine Kreditlinie von 550 Millionen zwar freundlicherweise gegenüber.

Um auf seine Kosten zu kommen, will Börnicke aber vor allem eine größere Exklusivität an Sonnabenden. "220 Millionen Euro im Jahr, wie bisher, wird es für die Beibehaltung des Status quo definitiv nicht geben." Allenfalls 180 Millionen Euro will Premiere in diesem Fall bezahlen.

© manager magazin 6/2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung