Gesundheitsmarkt Etikettenschwindel

Das Buch ist eine Mogelpackung. Friedrich Merz, einst die marktwirtschaftliche Vielzweckwaffe der Bundes-CDU und heute Partner in einer Anwaltskanzlei, ist weder Autor der Textsammlung zu Reformdebatte noch ihr Herausgeber im herkömmlichen Sinn.

Erkenntniswert: Lediglich die siebeneinhalb Seiten des Vorworts soll Merz verfasst haben. Die Textsammlung selbst hat eine Münchener PR-Agentur konzipiert. Immerhin kommen mit Bert Rürup und Karl Lauterbach sogar Antipoden zu Friedrich Merz' Neoliberalismus ausführlich zu Wort.

Stil: Etliche Beiträge sind in Paragrafenreiterdeutsch geschrieben. Sehr viel besser lesen sich die Startkapitel zur "Wachstumsmotor"-These und der utopische Ausblick von Matthias Horx.

Nutzwert: Neues findet sich in dem Sammelband nicht, doch wird die aktuelle Debatte dokumentiert. Ein Glossar, eine Zeitleiste und ein Abkürzungsregister erklären die vielen Rätselhaftigkeiten der 19 Gesundheitsreformen seit 1977.

Foto: manager-magazin.de
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.