Management Heilige Ratschläge

Mit weltlichem Namen heißt er Tenzin Gyatso und ist aktuell der populärste religiöse Führer des Buddhismus. Nun erklärt der Dalai Lama, wie sich Firmen mithilfe seiner Religion besser führen lassen.
Von Claus G. Schmalholz

Erkenntniswert: Auf den ersten Blick ist es eines dieser Bücher, auf die die Welt nun wirklich nicht gewartet hat: Zusammen mit dem Unternehmensberater Laurens van den Muyzenberg hat der Dalai Lama eine buddhistische Managementfibel geschrieben.

Oberflächlich gelesen, verbreitet das Buch - laut Untertitel "Werte und Weisheit für eine globalisierte Welt" - sattsam bekannte Ratschläge für die Praxis guter Unternehmensführung. (Berücksichtige die Folgen deiner Entscheidungen, beziehe deine Mitarbeiter in deine Entscheidung ein et cetera). Platt wird es vor allem, wenn sich Berater Muyzenberg zu Wort meldet - die uninspirierten Rückgriffe auf das Theoriegebäude Adam Smiths und die Maslowsche Bedürfnispyramide lassen sich noch am ehesten durch beherztes Überblättern ertragen.

Lesenswert werden die 256 Seiten allein durch die moralische und religiöse Autorität des Dalai Lama. Und da der Mönch Tenzin Gyatso, so der weltliche Name des derzeit populärsten religiösen Führers des Buddhismus, als Ratgeber für gesellschaftliche System- und individuelle Lebensgestaltung eine hohe Glaubwürdigkeit genießt, liegt der eigentliche Wert des Buches in der Verdichtung der zentralen Werte und Lehren des Buddhismus zu einer Handlungsanleitung für eine ethische Unternehmensführung.

Stil: Im Wechsel zwischen der Beschreibung typischer Managementprobleme durch den Berater und den Lösungsansätzen des Religionsführers macht der Dalai Lama durchweg die bessere Figur. Seine Empfehlungen sind klar und verständlich geschrieben und lassen den Dalai Lama phasenweise als eine Art spirituellen Jack Welch aufscheinen.

Nutzwert: Selbstkritische Manager finden nachdenkenswerte Ansätze zur Überprüfung ihrer Haltung und Führungsprinzipien. Gern hätte man auch erfahren, wie der Dalai Lama die Managementglanzleistung vollbringt, sein Volk seit 1959 aus dem indischen Exil heraus zu führen. Darüber schreibt er aber nichts.

rot rot statt orange seit März 2006, da neues Heftlayout

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Foto: manager-magazin.de
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