Andreas Slominski Der Fallensteller

Andreas Slominski ist ein Künstler für den zweiten Blick: Ob ein mit Hab und Gut beladenes Fahrrad oder eine Windmühle in Vorgartenoptik - der besondere Reiz und die liebevolle Gestaltung erschließen sich erst bei näherem Hinsehen.
Von Brigitte von Trotha

Der Künstler: Für den gebürtigen Emsländer, der an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg lehrt, ist Kunst nur dann interessant, wenn sie "fängisch" ist, also eine Falle stellt. Erst wenn der Betrachter sich genauer mit einer Arbeit von Slominski beschäftigt, soll er dessen Motivation verstehen.

So platzierte der Künstler bei seiner Retrospektive im Frankfurter Museum für Moderne Kunst in einem fast leeren Raum einen Fußball so, dass der Besucher geneigt war, einfach dagegenzutreten. Erst auf Nachfrage erfuhr er, dass sich in dem Ball angeblich ein Kinderschädel befand.

Der Hintergrund für das Werk: Die Kannibalen in Borneo sollen - nachdem sie das Fußballspielen für sich entdeckt hatten - das Töten anderer Menschen aufgegeben haben.

In der Hamburger Produzentengalerie gibt es das vielfältigste Angebot von Slominski-Werken.

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