Dienstag, 16. Juli 2019

Investor Deripaska Olegarchie

6. Teil: Putins Lieblingsoligarch

Der einzige, dem sich Deripaska unterwirft, ist der russische Präsident, bis Ende April Wladimir Putin, dann Dimitrij Medwedew. Und zwar vollständig. "Wenn der Staat sagt, wir sollen eine bestimmte Firma aufgeben, dann werden wir sie aufgeben", erklärte Deripaska im vergangenen Jahr.

Master and Commander: Der Einzige, dem sich Deripaska (r.) unterwirft, ist Noch-Präsident Wladimir Putin
Dmitry Astakhov / ITAR-TASS
Master and Commander: Der Einzige, dem sich Deripaska (r.) unterwirft, ist Noch-Präsident Wladimir Putin
Wie alle anderen Oligarchen hat sich Deripaska in Putins Industriepolitik einbinden lassen. Nationale Champions bilden, lautet die Direktive, und im großen Globalisierungsspiel mitmischen. Deripaska tut das besonders bereitwillig. Das hat ihm den Ruf als Putins Lieblingsoligarch eingebracht.

"Wir wissen, was das Land braucht. Wir wissen, wie es zu bekommen ist, und wir wollen es tun", sagt Gulschan Moldaschanowa. Wer so denkt und handelt, der wird von der russischen Administration bei Akquisitionen gern - sagen wir - freundlich unterstützt.

Auf diese Weise ist Basic Element gerade dabei, Russneft, eine der führenden Ölfirmen Russlands, unter sein Dach zu nehmen. Das Unternehmen gehörte einst einem anderen Oligarchen, Michail Guzerijew (49). Der wird inzwischen wegen Steuervergehen von den russischen Behörden per internationalem Haftbefehl gesucht.

Freilich kommt auch Kreml-Liebling Deripaska längst nicht bei allen Wunschobjekten zum Zug. Bei Russlands größtem Turbinenhersteller, Power Machines, musste er wohl auf Drängen von Putin dem Tui-Großaktionär Alexej Mordaschow (42) den Vortritt lassen. Verkäufer war ein staatlich kontrollierter Stromkonzern.

Bitter für Deripaska: Parallel hatte er mit dem Siemens -Konzern Börsen-Chart zeigen einen unterschriftsreifen Vertrag über den Kauf von dessen Sperrminorität an Russian Machines ausgehandelt. Zusammen mit dem Anteil der Stromfirma hätte Deripaska damit die Mehrheit gehabt.

© manager magazin 3/2008
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