Samstag, 20. Juli 2019

Investor Deripaska Olegarchie

3. Teil: Das Vertrauen des Mr. D

Selbst der mächtigste Oligarch kann im globalen Business wenig ausrichten ohne eine gute Truppe um sich herum. Diese Lektion hat Oleg Deripaska vielleicht stärker verinnerlicht als manch anderer Rubel-Milliardär, der zwar viel Geld für Hochkaräter ausgibt, aber die Macht nicht teilen mag.

Moldaschanowa und die von ihr Auserwählten dagegen sollen die Welt weitgehend eigenständig verändern. Douglas Lund (68) etwa, der Brite, der 20 Jahre für einen US-Immobilienentwickler Großprojekte wie den Bau des neuen Terminals am Flughafen London-Heathrow betreut hat. Jetzt soll er als Chef der Bausparte das olympische Dorf in Sotschi aus dem Nichts stampfen und für 20 Milliarden Dollar drei Stadtviertel in St. Petersburg hochziehen. Die dafür notwendigen Flächen gehören Basic Element bereits.

Oder Erik Eberhardson (37), Schwede und ehemaliger Volvo-Manager. Er will die russische Autoindustrie wiederbeleben. Auch ein Deutscher ist dabei. Volker Barth, bis Mitte vergangenen Jahres noch Europa-Chef des US-Autozulieferers Delphi, seitdem Leiter der Komponentensparte von Basic Element.

Viele der rund 300 Beschäftigten, die in der Moskauer Firmenzentrale arbeiten, sind jung, noch unter 40, und extrem leistungsbereit. Sie sind Profis.

Doch Frontfrau Moldaschanowa kann kaum einer was vormachen. Ihr wird nachgesagt, eine besonders zähe Verhandlerin zu sein und einen Vertrag innerhalb von zehn Minuten durchdringen zu können. Akribisch hat sich die zierliche Frau, die einst als Sekretärin in Deripaskas Aluminiumsparte anfing, in die verzweigte Industrie eingearbeitet.

Ihre wichtigste Qualifikation aber besteht wohl darin, dass "Mr. D." oder "Oleg", wie sie ihren Chef nennt, ihr vollkommen vertraut.

© manager magazin 3/2008
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