Mittwoch, 22. Mai 2019

Mauritius/Seychellen Die Sonnenbank der Manager

Kein Jetlag, aber jede Menge Strand, Golf- und Spa-Angebote bieten die Luxus-Resorts auf Mauritius und auf den Seychellen - von der Ayurveda-Kur bis zur privaten Luxusinsel. manager magazin war vor Ort und stellt eine Auswahl der besten Nobelherbergen vor.

Glauben Sie bloß nicht, die Gäste Ihres Fünf-Sterne-Resorts auf Mauritius oder den Seychellen seien gut angezogen. Und hätten anständige Essmanieren. Sie können mit dem Hubschrauber nach North Island fliegen oder auf Mauritius im "Saint Géran" bei Ducasse dinieren: Immer werden Sie sich fragen, warum die richtigen Leute zu Hause sind. Und die falschen mit Ihnen unterwegs.

Beste Lage: "Le Touessrok" auf Mauritius
So ist das mittlerweile auf der ganzen Welt: Beim Frühstück leckt immer einer das Messer ab. Wer Ruhe haben will am Pool und sich nach Kultur sehnt, auch bei Tische, urlaubt am besten im eigenen Haus. Private Residences erfreuen sich auch deshalb zunehmender Beliebtheit - mit oder ohne Hotelanbindung, mit oder ohne Koch und Butler.

Auf Mauritius entsteht da gerade ein ganz neuer Markt. Nachdem sich die Fünf-Sterne-Hotels dort inzwischen gegenseitig die Gäste abspenstig machen - zu viele Luxusresorts drängeln sich im obersten Segment -, hat die linksliberale Regierung Erleichterungen für Investoren und Privatpersonen geschaffen. Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gibt es problemlos.

Auch Senioren, die ihren Lebensabend auf der Insel verbringen wollen, sind - so vermögend - neuerdings gern gesehen. Mauritius schickt sich an, das Marbella im Indischen Ozean zu werden - mit vielen Licht- und ein paar Schattenseiten.

Schon heute ist die Insel das Winterdomizil der europäischen Mittel- und Oberklasse. Die Sonnenbank der deutschen Manager. An der Nordwestküste, der Grand Baie, reiht sich Hotel an Hotel. Eine tropische Costa del Sol, deren Jetski-, Schnorchel- und Glasbodenboot-Gewese feinsinnige Reisende in Depressionen zu stürzen vermag.

Sophisticated Travellers haben Mauritius deshalb bereits Ende der 90er abgehakt. "Overdeveloped" lautete ihr vernichtendes Urteil. Ihre Netjets lenkten sie fortan auf die Seychellen und dahin, wo die Wellen noch blauer und die Fische noch bunter sind: auf die Malediven.

© manager magazin 1/2008
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