Sonntag, 21. April 2019

A-Tec-Chef Kovats Viel Feind, wenig Ehr

8. Teil: Der Aufstieg des Mirko Kovats

Einst Osthändler, heute Industriemagnat Der Aufstieg des Mirko Kovats

70er und 80er Jahre: Mirko Kovats handelt in den Comecon-Staaten mit Maschinen.

Werner Marnette: NA-Chef bis zum November 2007
90er Jahre: Ausstieg aus dem Ostblock-Geschäft. Kovats kauft Industriefirmen, betreibt Diskotheken und Hotels. 1997 erwirbt er die Hälfte der Maschinenfabrik Emco - der Grundstein für die A-Tec Industries.

2001: Christian Schmidt stößt zur A-Tec. Er steigt 2006 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf.

2002: Der Kauf des Semperit-Werkes vom Automobilzulieferer Continental scheitert. Auch die Übernahme der Wiener Grundig-Fabrik misslingt.

2003: Eine Investorengruppe um Kovats beteiligt sich am VA-Tech-Konzern. Nach eineinhalb Jahren werden die Anteile an Siemens verkauft.

Mai 2005: Kovats und sein Partner Ronny Pecik übernehmen die Macht beim Schweizer Hightechkonzern Oerlikon (damals: Unaxis).

Januar 2006: Bruch zwischen Kovats und Pecik. Kovats verabschiedet sich von Oerlikon, sein langjähriger Partner Pecik zieht sich aus der A-Tec zurück.

April 2007: Die Kupferfirma Cumerio lehnt eine Übernahme durch Kovats ab. Der Kupferkrimi beginnt.

Juni 2007: Kurz bevor die Norddeutsche Affinerie (NA) die geplante Übernahme von Cumerio verkündet, kauft A-Tec 10 Prozent der NA-Aktien. Kovats fordert Mitspracherechte bei der NA.

September 2007: A-Tec besitzt 15,1 Prozent der NA-Anteile und eine Sperrminorität an Cumerio. NA-Chef Werner Marnette sagt Kovats zwei Aufsichtsratssitze bei der künftigen NA-Cumerio zu, um die Übernahme von Cumerio nicht zu gefährden. Die NA-Aufseher weigern sich, den Vertrag zu unterzeichnen. Patt zwischen NA und Kovats.

November 2007: Marnette verlässt im Streit mit den NA-Kontrolleuren das Unternehmen.

Dezember 2007: Der im September begonnene Prozess gegen Kovats wegen betrügerischen Konkurses wird fortgesetzt.

Januar 2008: Der Aufsichtsrat ernennt Bernd Drouven zum neuen NA-Chef, nachdem dieser bereits seit Marnettes Abgang die Geschäfte kommissarisch geführt hatte. Der NA-Vorstand bekräftigt seine Pläne, den belgischen Kupferhersteller Cumerio zu übernehmen; Kovats lässt sich nicht in die Karten schauen.

5. Februar 2008: Knapp drei Wochen vor der Bürgerschaftswahl gibt die Hansestadt Hamburg überraschend bekannt, sich mit 5 Prozent plus einer Aktie an der NA beteiligt zu haben. Dadurch soll Europas größte Kupferhütte an der Elbe gehalten werden.

© manager magazin 1/2008
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