Montag, 22. April 2019

A-Tec-Chef Kovats Viel Feind, wenig Ehr

7. Teil: "Ein großer Kupferkonzern"

Ein Kupferverbund aus fünf Unternehmen, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Mine bis zum Halbzeug abdeckt - das wäre Kovats' Traum. Bleibt nur die Frage, wie er das Abenteuer finanzieren will.

Christian Schmidt stieß 2001 zur A-Tec und stieg 2006 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf

Schon jetzt ächzt die A-Tec unter der hohen Zinslast. Durch die Beteiligungen und Zukäufe der vergangenen Monate stieg die Nettoverschuldung der A-Tec von 67 Millionen Euro (Ende 2006) auf 543 Millionen Euro. Gleichzeitig sackte die Eigenkapitalquote auf 17,7 Prozent ab.

Im dritten Quartal drückten die Finanzierungskosten den Nettogewinn fast auf null. Der A-Tec-Aktienkurs ist eingebrochen. Im Sommer notierte das Papier bei 194 Euro, jetzt liegt es mit unter 65 Euro deutlich unter dem Ausgabekurs von 100 Euro.

"Die Anleger sind wegen der schwer einzuschätzenden Kupferstrategie der A-Tec verunsichert", meint Klaus Pflum, Investmentbanker bei Nomura. Um wieder Vertrauen zu schaffen, müsse Kovats klar kommunizieren, wie es jetzt weitergehen solle.

Doch der lässt sich nicht wirklich in die Karten schauen. "Am Ende kann ein großer Kupferkonzern stehen, das ist sonnenklar. Mehr sage ich nicht", ließ Kovats sich lange vernehmen. Vor einigen Tagen sagte er nun, dass er "natürlich ein Interesse habe, die Cumerio-Anteile an die NA abzugeben". Am Montag dieser Woche erklärte A-Tec dann in einer Mitteilung an die Börse Euronext, man prüfe mehrere Optionen, darunter den Verkauf seines 25-Prozent-Anteils an die NA.

Da ist er wieder, der ehemalige Osthändler: Immer auf der Hut, immer misstrauisch, unberechenbar und wendig. Ein Grenzgänger, der überall polarisiert. Gewerkschafter achten ihn ob seiner Handschlagqualität. Manager verachten ihn, weil er sich nicht an die ungeschriebenen Gesetze der Business-Community hält.

Doch denen, die ihn wie einen Ausgestoßenen behandeln, die ihm die Tür vor der Nase zuschlagen, wie der NA-Aufsichtsrat, denen wird er es noch zeigen, da ist sich Kovats sicher. "Keiner ist in so kurzer Zeit so groß geworden wie ich", sagt er mit der Miene eines trotzigen Kindes. "Was immer die NA auch vorhat - mich überrumpelt keiner mehr."

© manager magazin 1/2008
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