Montag, 22. April 2019

A-Tec-Chef Kovats Viel Feind, wenig Ehr

2. Teil: Ein Fest für die Feinde

Ein Fest für die Feinde des Industriellen, von denen es viele gibt, nicht nur in Österreich, sondern auch in der Schweiz und in Deutschland. Unerbittlich zerren sie die Sünden aus Kovats' düsterer Vergangenheit ans Tageslicht.

Mirko Kovats: Auf dem österreichischen Magnaten lastet der Vorwurf des Betrugs
Anlegerschützer erinnern genüsslich daran, dass Kovats schon einmal, im Jahr 2000, wegen des damals noch existierenden Tatbestands der fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen eine sechsmonatige Bewährungsstrafe kassierte.

Und der Enthüllungsjournalist Hans Pretterebner hat dem Gericht eine 13-seitige Liste vorgelegt. Auf dem Papier stehen unter anderem 36 Firmen "aus dem Einflussbereich von Dr. Mirko Kovats", die entweder pleitegingen oder "amtswegig wegen Vermögenslosigkeit gelöscht wurden".

Wer ist dieser Mann wirklich? Ruchloser Bankrotteur oder ernsthafter Investor? Gerissener Gauner oder genialer Geschäftsmann?

Ganz gewiss ist Kovats ein Familienmensch. Er vergöttert seine zwei Söhne. Fotos der Kinder stehen auf seinem Schreibtisch und zieren als Bildschirmschoner seinen Computer. Wenn sie groß sind, das weiß der stolze Vater schon heute, werden die Burschen in Harvard studieren.

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Menschen, die Kovats gut kennen, sind immer wieder erstaunt, wie liebevoll er seine Familie behandelt. Sie beschreiben ihn als jähzornig, als einen, der Leute anblafft und Geschäftspartner gnadenlos kompromittiert. Sobald aber seine Ehefrau Ulrike erscheine, gebe sich der Gatte handzahm.

Die Kovats' residieren stilvoll in einem Vorort im Süden Wiens. Dort bauen sie sich soeben ein modernes Palais in einem ausladenden Park. Dies sei der einzige Luxus, den er sich gönne, behauptet der Millionär. Ansonsten bescheide er sich mit einem Monatsbudget von 10.000 Euro. "Das ist für mich viel Geld."

Die Attribute eines Parvenüs lehnt Kovats tatsächlich ab: Er verschmäht dicke Zigarren, protzt nicht mit teuren Autos und schiebt im Restaurant die Weinkarte A-Tec-Vize Christian Schmidt (50) zu, "denn der hat da mehr Ahnung".

© manager magazin 1/2008
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